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Neue Nationalzeitung · 1908-11-27 · Heft 47 (27.11.1908) · p. Seite 5

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 47 (27.11.1908)
Date
1908-11-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47. ,N euc Natioiial-Zeirung' Seite 5. LUDWIG AUGUST FRANKL: In ßerusahm. (Festgruss hei der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers Kranz Joseph I. in Jerusalem.*' Sei gegrüsst auf hcil'gem Boden. K ö n i g von J e r u s a 1 e ni! .Mächt'ger weht hier Gottes Odem, llel'er strahlt sein Diadem. Aller Lander Fürsten zogen Einst hieher schon andachtsvoll Wüsten durch und Meereswogen. .Ms der Ruf: ..Gott will's!" erscholl. Zu befreien und zu retten Das verlor'ne heü'ge Grab, Ihre Rosenkränze — Ketten l ud das Schwert — ihr Pilgerstab. Auch, o Herr, von Deinem Lande Hat ein glorreich' kühner Mann Hier, durchglüht von heil'gem Brande, Tapfres Wunderwerk getan. In der Schlacht auf niut'gem Pferde Schwang das Schwert er Schlag um Schlag. Bis der Moslem auf der Erde In den Tod geschmettert lag. Bis, m -c Lieder glorreich melden. Abend- und im Morgenland. Purpurn ward von Blut des Helden Weisses schimmerndes Gewand. i )(,s, noch heute, Herr, ein Zeichen. Oest'reichs weiss-rot Wappen glänzt: Doch ist's heute nur vom weichen Grünen Palmenlauh umkränzt Denn Du nahV, kein bltit'ger Fechter, Wie die Könige ehedem; Als ein Friedensfürst, ein echter König von Jerusalem Wenn Du auf der heil'gcn Starte Königlicher Pilgrini, kniest (Tnd geschmückt mit seiner Kette, Bouillons Schwert als Ritter zieh's;. Sinne betejider Geberde. ,.IIerr! erlös' uns von der Pein. Mochte doch auf weiter Erde Dieses Schwert das letzte sein!" Lenke von dem heü'gen Grabe Dann zum Oelberg Deinen Schi in. Nimm als fromme Pilgergabe. Bring' ein Blatt vom Oelbaum mit. Mächt'ger weht hier Gottes Odem. Heller strahlt sein Diadem. Sei gegrüsst auf heil'geni Boden. K ö n ig von J e r u s a 1 e m. *j Anlässlich der Kaiserreise nach Jerusalem im X ovember 1869 hat Ludwig August F rank 1, der bekannte Dichter und damalige Sekretär der Wiener Kultusgemeinde, unserem Kaiser, als dem König von Jerusalem, obigen Festgruss gewidmet. A n m. d, Red, Die f(uldi$un£sadresse der österreichischen Kulhisßemeinden. Wien, den 26. November. Heute um 12 Uhr -mittags wurde die Huldigung s - A d r e s s e der österreichischen Kultus g e m e i n d e 11 in einer feierlichen Audienz \o;i einer Deputation dem Kaiser überreicht. Die Adresse ist \ 0:1 450 Kultusgemeinden gefertigt. Sie ruht in einer prachtvollen Kassette und hat folgenden Wortlaut: „Euere kaiserliche königliche apostolische Majestät! Allergnadigster Kaiser und Herr! In den tausendstimmigen, den millionenstimmigen Jubelchor, der heute an dem weihevollen Gedenktage des Regierungs-Jubiläums Euerer Majestät, durch die weiten Gauen unseies Vaterlandes brauset, stimmen auch wir aus vollstem. Herzen, aus dem tiefinnersten unserer Seele ein, wir, die israelitischen Untertanen Euerer Majestät, deren Repräsentanz, die israelitischen Kultusgemeinden Oesterreich-, allen voran die israelitische Kultusgemeinde Wien. Als Euere Majestät vor sechs Dezennien den glorreichen Thron Allerhöchst Ihrer Ahnen bestiegen, da — es war dies Allerhöchst Ihre erste Regierungshandlung — lösten Euere Majestät Millionen Ihrer Untertanen die knechtischen Bande. Das kostbare Gut des gleichen Rechtes — entsprechend der Gleichheit der Pflicht — verliehen Euere Majestät allen Ihren Untertanen, ohne hievon -- wie es in trüben, vergangenen Tagen geschah ■— unsere Glaubensgenossen auszuschliessen. Ein kaiserliches Machtwort — ein herrliches Ruhmesblatt in der Regicrungs-Gcschichte Euerer Majestät, in der Geschichte Oesterreichs — bannte den Glaubens- und Gewissenszwang, der schwer auf den Gemütern unserer Vorfahrenjastcte, ihre Lebenswege nach allen Richtungen durchkreuzte. Dank, innigsten herzlichsten Dank darob unserem erhabenen Monarchen, dem gütigen Vater aller seiner Völker, unserem Kaiser Franz Joseph dem Gerechten; Dank, den wir betätigen, indem wir gleich allen Landeskindern, Blut und Leben freudig hingeben, für unseren Kaiser, unser Vaterland. Und so erheben wir heute in heisser Bitte unsere Seele zu Gott empor: Es möge die göttliche Vorsehung das Leben unseres Kaisers in voller Kraft und Gesundheit, in Glück und Frieden verlängern, bis an die äusserste Grenze menschlichen Daseins. Und in weihevoller Stille lauschen wir dem Priestersegen, der über das gesalbte Haupt unseres Herrn, in allen Gotteshäusern in Oesterreich und weit über dessen Grenzen hinaus, gesprochen wird: ,,Es segne Dich der Herr, und er behüte Dich, „Es lasse Gott leuchten sein Angesicht über Dich, „und sei Dir gnädig. Es wende Gott sein ..Angesicht Dir zu und gebe Dir Frieden." Heil, Glück, Segen unserem edlen, weisen, gerechten Monarchen, unserem Kaiser Franz Joseph dem Ersten!" •-rSlö)

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