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Neue Nationalzeitung · 1908-11-13 · Heft 45 (13.11.1908) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 45 (13.11.1908)
Date
1908-11-13
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 45. „Neue National-Zeitung" Seite 9. rcgierung die- Frage gericht et, ob sie geneigt sein würde, auf der bevorstehenden KvMiferenz da«; Verhalten der rumänischen Kegierung in Bezug auf die ]aut £ 44 des Beniner Vertrages übernommenen Verpflichtungen zur 'Sprache zu bringen. J)as auswärtige Amt hat erklärt, dass es zur Zeit nicht in der Lage sei, eine dahingehende Zusage zu geben, und diesen Standpunkt in folgender Weise motiviert: ,,So weit sich übersehen lä>st. besteht bei allen Signatarmächten des Berliner Vertrages der Wunsch, das Programm einer eventuellen Konferenz auf diejenigen Fragen zu beschränken, die durch die politischen Vorgänge auf dem Balkan akut geworden sind. Artikel 44 des Berliner Vertrages ist durch diese Vorgänge nicht berührt worden. Ks muss ferner berücksichtigt werden, dass man deutscherseits jede Initiative bei Aufstellung des Programmes für eine eventuelle Konferenz vermieden, dagegen aber bei den bisherigen Erörterungen aus schwerwiegenden politischen Erwägungen nachdrücklich den oben angedeuteten Standpunkt der Einschränkung des Konicrenz-l'iogrammes vertreten hat. Deutschland würde daher gänzlich aus seiner Rolle fallen, wenn es jetzt eine Diskussion des Artikels 44 verlangen wolle." Diesem Standpunkt gegenüber musstc sich der Vorsitzende des Hilfsvereines der deutschen Juden im Augenblick darauf beschränken, die Reichsregieruug zu ersuchen,, die Angelegenheit im Auge zu behalten, und in Fühlung mit den anderen Signatarmächien des Berliner Vertrages zu bleiben, an welche sicherem Vernehmen nach g!< irhartigv Anträge gerichtet werden sollen. GeM2iNöE=ÜNö VSReiNSNGlftRitlWW Wien. (Scholem Aleichem-Abend). Anlässlich des 25jährigen b'chnftstellerjubiläums des jüdischen Volksdichters Scholem Aleichem, verunstaltet der akademische Verein „Jüdische Kultur" Samstag den 14. d. M., im Saale des Hotels zum „Goldenen Widder" (II., Taborstrasse) einen grossen Scholem Aleichem- Abend mit folgendem Programm: 1.) Eröffaung. 2) Vortrag über Scholem Aleichem von Dr. Abraham Coralnik. 3.) Vorlesung aus den Werken Scholem Aleichems von H. Josef Grob. 4.) Rezitation von Gedichten Scholem Aleichems. 5.) Vortrag von jüdischen Liedern durch H. Kantor Grob. Pause. 6.) Vorlesung aus den Werken Schalom Aleichems von Bb. Josef G o 111 i e b. 7.) Vortra? jüdischer Lieder durch H. Kantor Grob. 8.) Vorlesung aus den Werken Scholem Aleichems. Beginn halb 8 Uhr abends. En free frei. Gäste herzlich willkommen. Wien. Die Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und hisH>n>< hen Denkmälern des | udeiuums teilt mit. dass der nächste 45. Vortrag am Donnerstag, den 19. Xu v c m 1) c r l'jo,X. luilh S t'hr abends, im I'esUaaie des ( l e s t e r r. I n g e n i e u ru n d A r e h i t e k t e n v e 1 e i n e s.!., I'lsclieuhacliga>->e stattfinden w ird, J Ktt Kaliliiner |)oki.e,- Ignaz X i <• g 1 e r (Karlsbad spricht: ..Der Prophet liest-- k i e 1'". Die von der Gesellschaft ausgegebenen Mitteilungen gelten als Eintrittskarten. %M /ms wizzmn ..Beim letzten Avancement." Wir werden von gut informierter Seite darauf aufmerksam gemacht, dass der beförderte Oberstabsarzt Dr. Sigmund T;i ussig vor einigen Jahren zum Christentum übergetreten ist. Auch ist die Bcfürdciung des Professors -Dr. Pick meht ausMitourlich erfolgt. Seine drei j ü d i s c h e n Vordermänner wurden präteriert imd treten demnächst in Pensian. Die Parlamentswahlen in Palästina. Aus Jaffa (Palastina) wird geschrieben: Am 24. Oktober haben hier die Abgcordnetenwahleii für den Kreis Jaffa stattgefunden, nachdem die Wahlen in den anderen Kreisen bereits abgeschl.>«-«-cn waren. Das Resultat ist. wie bereits kurz berichtet, dass drei M o h a mm e d a n e r z u A b g e o r d n e t e n für den Sandschak Jerusalem gewählt worden sind, und zwar: Kohi cl Kalidi, türkischer Konsul in Bordeaux; Said Kffendi Hussein in Jerusalem: Hafez Bey, Stellvertreter Kaimakam in vlaza. Alle drei Abgeordnelen sind sehi' gebildete und modelnc Leute, die auch den Juden gegenüber stets eine freundliche Stellung eingenommen haben und wahrscheinlich auch im Parlamente die Rechte der Juden vertreten werden. - Der j ü d i s <■ h e Kandidat, Dr. Levy in Jerusalem, hat seine Kandidatur nicht aufgestellt, nachdem aus dem Aust dl di r W ahlen im Kreise Jerusalem;<u ersehen w ar, dass die mohammedanischen W'ahimüuner nur für mohammedanische Kandidaten stimmen würden. Die jüdischen Wahlmänner haben deshalb, nachdem Dr. Lcvys Kandidatur nicht in Frage kam. ihre Stimmen für die mohammedanischen Kandidaten abgegeben. Die Christen haben, obwohl sie im Sandschak Jerusalem recht zahlreich sind, insbesondere in den Städten Bethlehem. Nazai'cth, Ramien, auf ihre Kandidaten nur unbedeutende Minderheiten vereinigen können. ' Eine neue jüdische Arbeiter-Kolonie in Palästina. Am vierten Chol-Hamoed-Tage fand das Fest der Gründung der neuen Kolonie „En-Ganim (Gartenquelle, früher Fed sehe genannt) statt. Bekanntlich grenzt diese Kolonie an Pethach-Tikwa, vom dem sie nur 20 Minuten entfernt ist, und stellt einen neuen Typus unter den jüdischen Kolonien Palästinas dar. Begründet wurde En-Ganim vom Odessaer Komitee mit Hilfe einer Anleihe vom jüdischen Nationalfonds auf Anregung einer Gruppe von Arbeitern als Arbeiterkolonie, deren Mitglieder durch Arbeit auf fremden Boden (in Pethach-Tikwah) und Bewirtschaftung ihres eigenen kleinen Grundstückes ihren Lebensunterhalt finden sollten. Der Besitz eines einzelnen beträgt 15 Duman, von denen 4 Duman für Strassen, Wege und gemeinsame Kolonieplätze abgehen, 1 Duman für das Haus bestimmt ist und 10 Duman am Hause zum Anbau von Gemüse dienen sollen. Der Boden wird in 18 Jahren abgezahlt werden; für Errichtung eines Hauses hatte jeder Arbeiter aus eigenen Mitteln zu sorgen. Die Kolonie liegt auf einer Anhöhe mit einer hübschen Aussicht auf die Berge Judas und Ephraims. Zur Feier waren viele Gäste aus Jaffa und den Kolonien herbeigekommen, insbesondere Rechobhoth und Rischon waren zahlreich vertreten. Im Namen des zionistischen Aktionskomitees und des jüdischen Nationalfonds wünschte Dr. Arthur R u p p i n der neuen Kolonie ein glückliches Gedeihen. Zur Sammlung und Erhaltung jüdischer Altertumer in der Provinz Hannover hat sich vor kurzem ein Komitee gebildet. Neben Kultus - und Ritualgegen - ständen, die ihres Alters wegen ausser Gebrauch gesetzt sind, jedoch für die jüdische Kultur- und Kunstgeschichte zuweilen schätzenswerte Dokumente sind, sollen auch Archivalien, schriftliche Dokumente und Druckwerte, die sich auf die geschichtliche Vergangenheit der israelitischen Gemeinden der Provinz

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