Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 45 (13.11.1908)
- Date
- 1908-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JUDISUTOUClSCRg WOCfiSNSCRRlFC RBRAÜS66BSR: "DTSJtLANMU:: X. tiRHHGRflG. WIEN, 13. NOVEMBER 1908. H*. D as Ein neuer Gewaltakt des General-Oberstabsarztes Dr. v. Uriel. Von olnem hOhen Offizier.5) r Wieder kam der November und mit ih'" *-*•'» s Beförderungs - Vciordnun^hlntt der <"Mfixiere der österreichisch-ungaris«hen .\nncc. Wer mir an das Verordnungsblatt sich gekehrt, durfte denken, dass (iencral-( )berstabsarzt Dr. v. Uriel Ein- und Umkehr gehalten und ,von seiner bisher g e übte n V e rf o 1 g u n g ti n d A usr.il t u n g d er jüdische n Militärärzte, dank den mehrfachen Mahnungen im Parlamente und in Ihrem Blatte, abgestanden ist. Wer jedoch den Schematismus des k. u. k. Heeres zur Hand nimmt, wird augenblicklich gewahr, dass Dr. v. Uriel wieder an der gewohnten Arbeit war. Denn wieder mussten drei j ü d i s c h e Oberstabsärzte 2. Klasse ihr Festhalten an ihrem Glauben mit dem Verzicht auf die Vorrückung in die i. Klasse bezahlen. Sie alle, wie ihre Vorgänger gleichen Schicksales, stehen in der Fülle geistiger und körperlicher Gesundheit und Leistungsfähigkeit.- - sie alle wurden für ihre Verdienste in der vorurielschen Zeit mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet und zwei von ihnen genossen in der Armee den Ruf hervorragender Militärärzte; der eine als Spezialist der internen Medizin modernster Ausbildung, der zweite als Schriftsteller des medizinischen und mi 1 itärhygienisehen Faches. Der Vorgang bei einem solchen „Harikiri" ist ein sehr bekannter und „gesetizmässiger". Zu Anfang jeden Jahres tagt die berüchtigte und nur für Militärärzte eingesetzte BefÖrderungskommission. Dieser werden die Qualifikationslisten vorgelegt und ein Bericht über die Wahrnehmungen des Chefs des militärärztlichen Offizierskorps verlesen. Wie die - *) Vgl. die Artikel desselben Verfassers in den Nummern 20, 21 und 42 dieses Jahrganges. set; über;die' iüefisrhc'.i *,A'f?pir^'rrren lautet, ist bei der i «-K»',L, r\u-i„.. ~>, a-v-;• U r i e 1 s, der eben dieser ("lief ist le:<-fit einzugehen. I^m,, flattern die Zusehritten an die Kt).rpsk<jniniandi,ii hinaus, dass die ..Kommission'* befunden: ..Herr Oberstabsarzt 2. Klasse X. X. e'igitcr. sich nicht für die weitere Beförderung". Die1'.'.seidene Schnur" ist gedreht. Xun wird das Gesetz\ gewahrt: Der Herr Oberstabsarzt 2. Klasse Xy X. meldet sich bei voller körperlicher und geistiger Gesundheit krank, wird einer ärztlichen und dann einer hohen militärischen Kommission vorgestellt, nachdem er in seinem Bittgesuche e h r e n w ö r t 1 i < h erklärt hat, dass er nur mit Rücksicht auf seinen Krankheitszustand um die Superarbitrierung gebeten. Dann wird er mit dem ihm angedichteten Leiden als dienstuntauglich pensioniert. Welche Fülle von Ungesetzlichkeit und von Rechtsverletzung liegt in diesem ganzen ,,gcsetzmässigen" Vorgange! I )as arme < ^pf or wird zu einer falschen e h i' e n w örtliche n V er s i c h c r u n g, die Mitglieder sämtlicher Kommissionen zur fälschlichen Evklärun g, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen geurteilt, verleitet - nein, b ef o h 1 e n! lTnd dies alles um Dr. v. U r i e 1 s Zwecken der J u d e n a u s ro 11 u n g vu dienen. Welche Schädigung erfährt das Staatsvermögen durch die Häufung der Ruhegehälter an dienstfähige Stabsoffiziere. Auf eine andere Weise ist es aber dem fürsorglichen Chef des militärärztlichen Offizierskorps nicht möglich, ein Avancement zu schaffen, denn die längst für den Ruhestand reifen Generalstabsärzte müssen bleiben — sie sind Gesinnungsgenossen d e s g 1 e i c h a 11 r i g e n Chefs und Wachs in seiner Hand; sie standen ihm zur Seite, als es galt, die jüdischen Regimentsärzte bei den stabsärztlichen