Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 37 (18.9.1908)
- Date
- 1908-09-18
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12. „Neue Naiional-Zeitung" Nr. 37 scher Studenten die Rolle des christgermamscheri! Musterlcnaben zu mimen; oder nationalistische Wochenschriften heraus/uneben, in denen man verbrennt, was freiheitlich Gesinnte anbeten, und anbetet, was Heine ersäufen oder verbrennen wollte. Wie aber bat Heine jenen Widerspruch in sieb zu überwinden gesucht? Die Antwort lautet: durch ru cTFrT altloses Bekenntnis tum nationalen Judentum. Als ein Freund ihm erzablte, man behaupte, er habe sich dem Judentume wieder zugewandt, soll er erwidert: haben: ,,Tch mache Icein Hehl aus meinem Tudentum, zu dem ich nicht zurückgelcehrt bin. dp ich es nie verlassen hatte." Diesem Ausspruch ist die innere, die geschichtliche Glaubwürdigkeit nicht abzusprechen. Das bezeugt die Krone der Schriften, die über sein Verhältnis zum Tudentum zuverlässige Auskunft geben, die Geständnisse. Hier sind die Erörterungen über die „Riesengestalt" des Moses, über die Bibel und das Volle 'der Bibel bewusst in den Vordererrund gerüclct. Hier findet sich 'die mit feierlichem Pathos vorgetragene Anerkennung jüdischer VolEsgrosse, die man, wenn frian wollte, als Widerruf der Taufe auffassen leonnte/ „Icfi sehe ietzt, die Griechen waren nur schone Jünglinge, die Juden aber waren immer Männer, gewaltige, unbeugsame Männer, trotz 18 TafTrhunderten der Verfolgung und des Elends. Ich habe sie seitdem besser würdigen gelernt, und wenn nicht jeder Geburtsstolz bei den Kämpen der Revolution und ihrer äernolrratischen Prinzipien ein närrischei Widerspruch wäre, so Konnte der Schreiber dieser Blätter stolz darauf sein, dass seine Ahnen dem edlen Hause Israel angehorten, dass er ein Abkömmling jener Märtvrer, die der Welt einen Gott und eine Moral gegeben und auf allen SctflacKtfeldern des Gedankens gekämpft und gelitten haben" Mit hihreissender Beredsamkeit preist er die Freihefts- und Gerechtigkeitsliebe, die aus den mosaischen Bestimmungen über das siebte Jahr des Brachzwangs und über die Einführung des Jubeljahres leuchtet. „Freilieft war immer des grossen Emanzipators letzter Gedanke. . . . Die Sklaverei hässte er über alle Massen" Usw. Kein Heinebiograph wird zu einem Verständnis solcher Stellen gelangen können, ohne auf des Dichters Verhältnis zum Judentum näher einzugehen. Er entdeckte also (ganz im Gegensatze zu Börne) die bewegenden Gedanken o>r Neuzeit im Judentum: aus dem jüdischen Gesetz, aus der jüdischen Geschichte liest er das Prinzip der Freiheit und Gerechtigkeit heraus. Ungefähr um dieselbe Zeit wie die Geständnisse verfasst er sein letztes grösseres Dichtwerk, den Romanzero, den heutzutage glücklicherweise nur noch gemütstiefe Weiber dem Liebesgezirpe des lyrischen Intermezzos hintansetzen. Im Romanfeero nun ist es, wo er angeregt durch die „Religiöse Poesie" von M. Sachs, dem DSchterphilosophen Juda Halevf, seinem Stammesgenossen und Kollegen in Apoll, ein würdiges Denkmal setzte. Aus diesem Gedichte lodert die ganze Glut seiner Liebe zum nationalen Judentume : „Lechzend klebe mir die Zunge An dem Gaumen, und es welke Meine rechte Hand, vergäss ich Jemals Dein, Jerusalem —" Und in schmerzhaft trauriger Erinnerung an den Untergang der spanisch-jüdischen Poetenschule bedauert er die allgemeine Unkenntnis der hebräischen Sprache und spottet über die Pensionatserziehung der höheren Töchter, die über Pharaonenmumien und chinesischen Pagodenkaisern die Kunde vergässen von Ibn Isra, Gabriol und Haie vi, jenem Triumvirat der Dichtkunst, das dem Saitenspiel Davids einst entlockt die schönsten Laute. Nationalerinnerungen, schreibt Heine in den Norderneyer Reisebildern, liegen tiefer in der Menschen Brust, als man gewöhnlich glaubt. Man wage es nur, die alten Bilder wieder auszugraben, und über Nacht blüht hervor die alte Liebe mit ihren Blumen. leiste de* Ausgetreten«!), (Vom 10. bis 31. August 1908.) Adler Helene, geb. 26. Mai 1881, Wien, derzeit Edenkoben, Pfalz, zur evang.-prot. Kirche. Beck Oskar, geb. 6. März 1878 zu Budapest, XVI., Abelegasse 3. Biach Wilhelm, Spängiergehilfe, geb. 8. Dezember 1884, Nikolsburg, Mähren, XII., Herthergasse 18. Bröder Arthur, Privatbeamter, geb. 24. September 1888, Wienv XIII., Hadikgasse 118. Bröder Ella, Private, geb. 6. April 1886 zu Temesvar, XIII.,. Hadikgasse 118. Fuchs Emil, Uhrmacher, geb. u. Juli 1880, Wien, II., Afrikanergasse 1. Furcht Bernhard, Schmiedgehilfe, geb. 3. Juni 1879, Brünn, III., Stanislausgasse 17. Gruner Richard, Privatbeamter, geb. 17. Oktober 1882, Wien, II. , Hofenedergasse 2. Günwald Siegfried, geb. 18. März 1870, Wien, VII., Richtergasse 9. Hammel Pinches Nüssen, Uhrmacher, geb. 13. Juli 1872 zu Czernowitz, Bukowina, II., Veic'msgassc 26. Hochwald Siegfried, Privatbeamter, geb. 9. November 1866 zu Olmütz, XIX., Heiligenstädterstrasse 9. Hoffmann Richard, Ingenieur, geb. 2. April 1885, Wien, XIII., Hauptstrasse 42. Kalmar Karl, Prokurist, geb. 25. August 1883, Wien, II., Novarag asse 32. Klempfner Eugen rekte Klemperer, Ledergalanteriewarenerzeuger, geb. 30. August 1879 zu Prag, VI., Brauergasse 6. Kress Josefine, Näherin, geb. 23. März 1881, Wien, XIII., Iheringgasse 23. Lasch Margarethe, Private, geb. 25. März 1884, Leitmeritz, Böhmen, I., Graben 26. Lehr Henriette, Schauspielerin, geb. 16. Juli 1880, Odessa, II., Praterstrasse 37. Mayer Karoline, geb. zu Wien, Mauer, Rosenhügelpark 1. Neuhaus Anna, Privat, geb. 19. Oktober 1881, Kagran, II., Sterneckplatz 13. Perl Salomon, Journalist, geb. 28. Jänner 1881, Wischau, Mähren, VIII., Hamerlingplatz 8. Pisker Karoline, geb. 11. Juni 1875, Znaim, X., Davidgasse 23. Plauer Franz, Journalist, geb. 29. Mai 1886, Wien, II., Körnergasse 5. Pollak Josefine, geb. 3. April 1877, Wien, VII., Seidengasse 44. Rosenthal Friedrich, Privatier, geb. 9. Juni 1889, Wien, XIX., Prinz Eugenstrasse 20. Samet Oskar, Handelsangestellter, geb. 26. September 1893, Wien, VI., Magdalenenstrasse 62. Samet Robert, Handelsangestellter, geb. 25. März 1892, Wien. VI., Magdalenenstrasse 62. Schrank Oskar, Redakteur, geb. 14. Juli 1886, Neutra, II., Im Werd 3. Schwager Ernst Otto, Advokaturs-Konzipist, geb. 31. Jänner 1882, Budapest, II., Czerningasse 4. Skopal Sabine, geb. Schneider, Private, geb. 15. November 1882, Wien, VI.. Theobaldgasse 12. Straus Arnold, Buchbindergehilfe, geb. 18. Februar 1883, Wien, III. , Thongasse 4. Stromek Josef, Kontorist, geb. 24. Juni 1882, Wien, VI., Schmalzhofgasse 12. Stromek Rudolf, Privatbeamter, geb. 5. Oktober 1875, Wien, VI., Schmalzhofgasse 12. Taub Gisela, Private, geb. 5. Juni 1899, Jaroslau, V., Margaretenstrasse 122. Tuschak Felix, geb. 22. Mai 1894, Wien, VII., Neubaugürtel 20, Weisz Julius, geb. 20. Mai 1876 zu Budapest, V., Obere Amtshausgasse 23. Zelenka Josef, Buchhalter, geb. 12. Februar 1870, Miskowitz, Böhmen, XIV., Sechshauserstrasse 126.