Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 34 (28.8.1908)
- Date
- 1908-08-28
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12. „Neue Naiional-Zeitung" Ar. 84. Da bin ich denn hiiiabgesprungcn in all den St hmulz und Moder, «.Inn ihr stein. Die- Hände haue ich vor euch gerungen l nd iiir euch Hilfe bei euch selbst eriiehl. Doch keiner kam zu lullen, keiner. I nd icli war einer, einer, einer . . . Mein ßeten horte nur die stan c W and, Schnell habt ihr jedes Bförtchen zugemacht. Zurückgeslosscn habt ihr Gottes Hand, l ud Gottes Wort habt ihr verlacht! . . . So höret denn, Unselige, also tu ich's kund: Kein Wort des Brosts mehr hat für euch mein Mund. Ic'h hab ein Wort nur. Furchtbar ist das Wort, Es heftet sich an euch an jedem Ort, Fs wird das helle Licht euch .schwarzen, Austrocknen wird es eure Herzen, Im Mund vergiften euch den Kissen Fnd steinig machen euer Ii rot, Fmhullen euch mit Finsternissen, l ud doch nicht schenken euch den 1 od . . . Denn meinen Bund mit eucii hab' ich zerrissen. Denn ausgeglüht ist meiner Seele Glut, /.erbrochen auf dem Boden liegt mein Mut So will ich speisen euch mit Bitternissen Fnd tränken will ich euch mit Blut . . . Fnd Gott sprach zu mir also: „Geh! Zum letztenmal schrei aus ein „Weh!'' l ud einen Schnierzensschi ei zum letztenmal l. nd Fuss vom Schrei erbeben Berg' und Tal. Fnd fülle dic h mit Zorn und sag : Hort, Taube, hört! Iii, naht ein 1 ag, Ich lasse Friedensräten treiben, ( nd Ke< fit und i reihen lass ich spriessea. Ich will u..- Weit mit Ficht, begiesseu - - l nd ihr allein sollt Knechte bleiben. Kein Fünkchen Ficht sollt ihr gemessen! Fntl irren .sollt ihr wie die Blinden, Ü.ls Gift im Feib. von Ort zu Ort, Fnd werdet keine Ruhe linden, Nicht ihr, noch Weib und Söhn' und 1 Ochtel i Ihr flieht um Ficht! So hier wie dort Trifft euch nur Höhnen und Gelächter . . . Fnd Ströme frischen Febens lass ich iiiessen F nd in ein Meer von Freude sich ergiessen — Nur eure (Quelle wird versiegen. An fremde Türen sollt ihr klopfen, So ihr wie Weib und Söhn' und Töchter Verschmachtend auf dem Boden liegen. Verdurstend eure Hälse biegen Fnd winselnd f'Jelm um einen Tropfen — Doch Hohn nur trifft euch und Gelächter . . . l ud, frisch wie Tau, den milden Geist Schick' ich hernieder, der da weist Den neuen Weg zu neuen Himmeln — Nur ihr sollt dürr und trocken sein, Kuch netzt kein Tau und glänzt kein Schein. Ihr werdet faulen, modern, schimmeln . . . Fnd ist vielleicht in euch geblieben Fän Stückchen Geist, ein Stückchen Glauben. Noch eine Träne, noch ein Schmerz -- Ich will euch jedes Stückchen rauben. Fnd leer wird werden euer Herz, Olm' Fried' und Ruh, ohn' Lieb' und Leben . . . Fnd wüst wird werden euer Zelt, Fnd schleichen" werdet ihr wie Schatten, Wiklirenid auf einer Ircindcn Welt, ( nd bettelnd Mchn am I is< h der Satten, l nd werdet vor den fremden Biortcn Fntblössen eure.-, Leibes V\ undeu, i-en Fremden eure Schmai!i autdecken i nd wimmernd eure fiaiuie strecken i nd Hille flehn mit Bettler» orten. Doch keine Gnade gibt's für ein ii, Fnd jedes Mitleid ist criosenen, Fnd ihr erbettelt Hilfe ein h Fnd Leben nur für eure Groschen. Fnd schwer wird euer Leben sein Fnd s< hwarz, wie schwarze Nachte sind, In die kein Stern senkt seineu Schein . . . I nd euer Ruf bleibt echolos, Fnd euer Stöhnen tiägt der Wind Ins Dunkel, bis es scheu verrinnt . . . Fnd furchtbar sein wird eure No;, Fnd so wie eure Sünde gross Ihr werdet schmachten nach dem Fod lud werdet lechzen nach dem Leben — Doch Gott wird beides euch nicht geben . . Fnd bitterweh wird sein der Schmer/, So weh -- selbst euer eigen Herz Wird eurem Mund nicht Glauben schenken . . . Fnd mühsam werdet ihr eucn renken Fnd winden und die Glieder recken Fnd Atem holen, euch zu h e b e n Finsonst, ihr bleibt am Boden kieöcii . . . Lebendig seid ihr so begraben, Von einer Holle < üut unilohl. Kein Lüde wird das Leben hao, u, Fs ist die Holle o.me Tod." . . . I nd Gott sprach also: ,,GclY liiiitius! Fnd geh' bis au des Toplers Haus, l nd kauf' beim l op/'T einen J opl l nd schrei: und will ihn hm zur Frden ,,S o werdet i Ii i z i i o r o i h e n werden.' i nd sprich nichts mehr und schrei iin hl meli. . Fnd keim- Trane soiist du zeigen, Neig' deinen Kopf und!iul!e di« h in Schweigen, Wie es dem Diener (»olles froiiiint : Fs naht der Tag, er kommt, er kommt . . . ilüchminlaut. Julius Reinhardt: Deuts c h! a n d > F. i u i g u n g. iFm patriotisch dramatische.-, t.edicht.; ><< hauspiel m Jünl Aulzügcn. Hannover lyo.S. SelbsU erlag. Anur Schnitzler: Der Weg ins F r e i ■>. Roman. S. Fischers Verlag, Berlin iyoS. Jüdischer Kalender für das jähr 1908/9, redigiert \on M. Frostig'. Fciiiocig looh .jiddisch;. Samson Cohn ',('hl islll' 'her Religion;: Kino Metamorphose von Trebion. \ erlag von Kuts Lamm. Benin iyu8. Jewish Colonization Association: Rapport des L'Adniini stralion Centrale au Conseii! »'Administration pour L'aiuiee .1007. Baris 190S. Salonion A. Rosanes: Geschichte der Juden in der Türkei vom Jahre 1300 bis 1520 nach gedruckten und handschriftlichen :>ucllc. . neost einem \ er:-:, ulimsse (F r hebräischen Bücher, welche >is 1520 in der Türkei gedruckt wurden, von Rabbiner Dr. N. Borges mit Figänziingen \->n Dr. A. Marx, und vom Verfasse.. Husiatyn fjoj. In Kommissi-»n bei F. Schwager vV j). Frankel in Husiatyn. Hlebräisch.i lllustr. jüdischer Familienkalender für das Jahr 5009 ,1008.0;. Berlin-Fcipzig. Modernes \\ riags lim eau Ruit Wigand, i</ «S,