Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1908)
- Date
- 1908-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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N6US NODNßL-ZEICUNG JUDläCRPOUCtSCRE WOCRENSC6RIFC RERAUS6ß8EK: DfS.R. LANDAU!! X. ÜRHHGKHG. WIEN, 31. JUlil 1908. 31. £)ie jun^Hirl<ischen Jgi«fol$e und die zionistischen JSesfrebufigen. Von einem hervorragenden Kenner der Orientpolitik, der die zionistische Bewegung mit Wohlwollen verfolgt, erhalten wir nachstehende Mitteilungen : Es hat der menschlichen und politischen Eigenart Dr. Herzls entsprochen, dass er alle,scine Hoffnungen auf die Einsicht und den guten Willen des Sultans Abdul Hamid gesetzt hat. Dr. HerzI war für die Autorität; er war monarchistisch und aristokratisch gesinnt. Er war daher bemüht, mit dem Sultan in persönlichen Kontakt zu treten, um demselben seine Plane vorzutragen. Nach vielfachen vergeblichen Bemühungen, wobei das Vertrauen Doktor Herzls durch die Umgebung des Sultans missbraucht wurde, ist es ihm gelungen, durch Intervention Professor Vamberys die ersehnte Audienz zu erlangen. Diese Audienz führte aber nur zu persönlichen Auszeichnungen, doch zu keinem sachlichen Erfolg. Seitdem war Dr. Herzl mehrere Mal in Konstantinopel und unterhandelte stets mit Galip Bey. Ebenfalls ohne Erfolg. Bis heute ist die Sache des Zionismus im Jldiz-Kiosk nicht um einen Schritt vorwärts gekommen. So viele Opfer die Leiter der zionistischen Bewegung bereits gebracht haben und weiter zu bringen bereit wären, es konnte angesichts des Misstrauens und. der Aengstüchkeit des Sultans nicht die mindeste Konzession, nicht einmal die Aufhebung des Eimvanderungs-Verbotes erwirkt werden. Die Wiederherstellung verfassungsmässiger Zustände in der Türkei muss daher vom zionistischen Standpunkte mit Freuden begrüsst werden. Die Chancen der zionistischen Bewegung haben sich dadurch gebessert. An Stelle eines despotischen Herrschers, der verschiedenen Einflüsterungen zugänglich war und der auf die europäischen Mächte Rücksicht nehmen musste, tritt eine Volksvertretung, das Parlament. Die bisherige Kulissen- und Gardisten-Politik, zu der die Leiter der zionistischen Partei ihre Zuflucht zu nehmen gezwungen waren, kann jetzt durch eine offene Aussprache von Volk zu Volk abgelöst werden. Die jungtürkischen Führer, die nunmehr ans Ruder gelangen, werden überzeugenden Argumenten gewiss zugänglich sein. Sie haben durch ihre Organisation und Taktik bewiev.'n, dass sie politisch geschulte und modern denkende Männer sind. Was ihr Verhalten den Juden gegenüber betrifft, so haben sie wiederholt in ihren Organen, wie beispielsweise im ,,.\Iechveret" den Antisemitismus in den europäischen Staaten als eine Kultur-Schande gegeisselt und den Mächten das Recht abgesprochen, für die „verfolgten Christen*' einzutreten, so lange sie selbst die Juden peinigen. Vom Leiter und genialen Organisator der jungtürkischen Bewegung, dem Präsidenten des „Ottomanischen Komitees für Eintracht und Fortschritt" Ahmed Riza Bey, dem Sohne Ali Beys und einer ungarischen Mutter, ist mir bekannt, dass er ein Freund der Juden ist und nie einen Unterschied zwischen Türken und Juden betreffs der politischen Gleichberechtigung gemacht hat. Die zionistische Parteileitung muss daher zur neuen Situation Stellung nehmen und ihre Verhaltungsmassregeln derselben akkomodieren. Sie muss überhaupt ihre ganze bisherige Aktion in der Türkei WC Da sich unser Herausgeber in einen Karort begeben mnss, erscheint die nächste Nummer am 14. August. Wir werden dafür bc- «*™»»t At+ «tiefoii^-H« Wnm—> |m T.«nfa itar n**hctAn 7.*lt Anrrh Haii ümfantf nnri Inhalt nn«*rAC RUttA« in Arcat**» "™ 1