Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1908)
- Date
- 1908-06-26
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2425679-2425722-2425748--0881-2427197- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite ig. .Neue National-Zeltüng"' Nr. 26. Verhältnisse dortselbst die Ankömmlinge landen zu lassen Ein weisser Rabe. Der Landrabbiner von Hannover veicffentJicht einen seltenen Dank. Frau Major yon der Decken hat testamentarisch 2l>0 Mark für jüdische Aime ausgesetzt mit dem Bemerken, „da die Juden oft ohne Unterschied der Religio« auch christlichen "Wohltätigkeitsanstalten etwas Zuwenden, ich gerne auch ihnen eine kleine Spende geben möchte." Judische Landtagsabgeordnete in Preussen. Das endgiltige Resultat der Landtagswahlen ist folgendes: Aronsohn, Bankier — Cassel, Rechtsanwalt — Dr. Berschel, Fabrikdirektor — Peltasobn, Landgerichtsrat — Wald st ein, Rechtsanwalt — Wo 1 ff, Rechtsanwalt — Hei mann, Stadtverordneter — Hirsch, Schriftsteller. Somit neun Juden, und zwar sieben Freisinnige und zwei Sozialdemokraten. Die preussischen Juden werden an ihnen wohl keine grosse Freude erleben. Die Matrosen der amerikanischen Flotte veranstalteten "vor einigen Tagen in Los Angeles eine Preiskonkurrenz in athletischen Sportübungen. Nahezu tausend Matrosen hatten an der mehrere Tage währenden Konkurrenz teüger ommen. Als erster Sieger ging der jüdische Matrose PhilippSchlossberg hervor, der auch den ersten Preis davontrug. Schlossberg ist vor zwei Jahren aus Russland nach Amerika eingewandert und Lald darauf in die amerikanische Marine eingetreten. Die Guggenheims taufen sich? Wie der „New- York BeraJa" berichtet, sind mehrere Mitglieder der Familie Guggenheim — die reichste jüdische Familie in Amerika — im Begriffe sich zu taufen. Diese Nachricht wird jedoch von der r Jewish Gazette"* dementiert. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, dass der „New-York-Herald" das Organ der russischen Regierung ist. ^citschriftcn^^undschau. Der Friedensvertrag von Portsmouth und die amerikanischen Joden. In der letzten Nummer der bekannten Petersburger Zeit Schrift „Wjestnjk Jewropy" bespricht Professor Ko wa: e wsky, der in nahen freundschaftlichen Beziehungen zum Graten W ittc steht, das Zustandekommen und die Pourparlcrs des Friedensvertrages mit Japan. Die Einzelheiten, die hier Professor k'owalewsky zum ersten Male vor die Oeffentlichkcit bringt. :iviss grosse Sen~at;<;n;cu jedoch verdienen die Fnte Rolle, welche die amerikanidcq Vertrag.'s gespielt haben. Graf Witte die jüdischen Gross- Zweckausgenützt ha:. Prof. werden in der diplomatischen Welt erregen. Besondere Aufmerksam! lnillungen Kowaiewsky-; über < sehen f:i'len beim Absehluss sowie über che schlaue Art, wie finanziere in Amerika für sein Kowaiewsky gibt zu, dass nur die Beziehungen, die Graf Witte zu den jüdischen Finanziers unterhalten hat, es ihm ermöglichten, die anfangs japanfreundliehe amerikanische Presse umzustimmen und sohin mit deren Hilfe die japanische Diplomatie in eine solche Situation zu bringen, dass sie, um nicht vor der öffentlichen Meinung als geldgierig dazustehen, -chbe-slich auf die Kriegskontribution verziehtet hat. „Unser diplomatischer Chef" -- sehreibt Kowaiewsky — „hat bei seiner Ankunft in Amerika alles versucht, was seinen Zwecken dienlich war; er hat sogar mit jüdischen Finanziers Unterhandlungen gepflogen. Wenn man weiss, welche Kolk dieselben in Amerika spielen, so wird man es begreifen, dass Witte darauf Gewicht gelegt hat, mit Personen wie Jakob Schiff. Oskar Strau-s, A. Seligmann, A. Lcwinsohn. Adolf Kraus usw. in Berührung zu treten. In diesen Konferenzen hat Witte gar keine formellen Versprechungen gemacht: er hat aber auch die jüdische Politik Russlands nicht verteidigt. Er meinte nur, dass das jetzige System auch in den höchsten russische:. Kreisen seine Gegner hat und dass daher baldigst eine Aend-erung zu erwarten sei. Die amerikanische Presse lies-?:d. darüber aus, wie leutselig Graf Witte sei. dass er sogar deax r«l5's iscfl'en Juden, die ihn aufsuchen, die 'Hand', reiche,, wfewohl man ihn wiederholt gewarnt habe." Der Verfasser erzählt auch, wie sich Roosevelt selbst Mühe gegeben hat, die russische Regierung zu veranlassen, dass man den jüdischen Bürgern aus Nordamerika bezüglich der' Pässe keine Ausnahmsstellung einräume. I>er Präsident meinte-, 'dass dies die letzte Kluft zwischen Russkind und Amerika sei. Als der Krieg vorbei war, war alles beim Alten geblieben. Kowaiewsky erklärt, es wären die Dinge anders gekommen, wenn die jüdischen Finanziers sich nicht mit allgemeinen Versprechungen hätten. begnügt sondern bestimmt-: u sagen verlangt' feiterahir. E. Ben Jehouda, Thesaurus der ständig in 150 Lieferungen von je Bänden von je ca. 600 Seiten. Prei jedes Bandes geheftet 20 M. Zwei Band vereinigt, in Halbfranz gebunden 45 M hebräischen Sprache. Voll-- 48 — 52 Seiten oder zwölf jeder Lieferung 1.70 M., zu einem Doppelband. — Langcnscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt), Berlin-Schöneberg. Wer Gelegenheit hatte, sich mit der Ges< hichte der Hebräer, ihrer Sprache, Literatur usw. /.u heschäftigen, wird es. oft bitter empfunden haben, wie sehr es bisher an einem umfassenden Wörterbuch des Hebräischen mangelte. Wohl hat die hebräische Sprache schon früher ihre berufenen Bearbeiter gefunden, aber alle bisherigen Werke behandelten nur einen begrenzten Teil der Sprache. Diesem Mangel abzuhelfen, erscheint nach langen, mühevollen Vorarbeiten die erste Lieferung; des „Thesaurus der hebräischen Sprache". Der „Thesaurus" erstreckt sich auf sämtliche Gebiete der hebräischen Literatur, Die Terminologie der Philosophie und der exakten Wissenschaften, die Sprachblüten der alten und neuen Poesie, die Neubildungen tles in unseren Tagen zu den Rechten einer lebenden Sprache hinausstrebenden modernen Hebraismus, kurz alles ist berücksichtigt, was die innerhalb der jüdischen Gemeinschaft als Litcraridiom immer lebendgebliebene hebräische Sprach« in Wortformen und Wortbedeutungen unter den mannigfaltigsten Einflüssen aus sich heraus hervorgebracht hat. Tedem Titelkopf ist die genaue Bedeutung beigefügt und überall, wo es angebracht war, die Ueberset/.ung ins Deutsche, Englische und Französische angegeben. Dem Umfange und der Bedeutung des Werkes entsprechend, ist che Semasiologie, Phraseologie, Synonymik und Etymologie .-ingehend berücksichtigt worden. Die einzelnen Lieferungen des in grossem Stile angelegten Werkes erseiv-inen zunächst in monatlichen Zwischenräumen» so dass Für die weise y. fertigge; der erste Band gegen Fnda des weiteren Lieferungen ist eine sc Das vollständ Tab res hnellere teilt et.en. sein. Werk wird J§ücheriit.!auf. Martin Buber lag von Kütten um Zionistisches sehen Vereinigung vorliegen wird. Erscheinungsim Jahre 1914 Ver- ' Die L r g e n d v d e s B a a 1 s c h e m. I Loening in Frankfurt a. M. 1908. A-B-C Buch, herausgegeben von der Zionistiin Deutschland. Berlin-Charlottenburg 1908. Oesterreich. Regentenhalle in Bild und Wort, mit biographischer Erläuterung von Prof. Dr. S m o 11 e. Verlag G. Szelinski & Co. in Wien, 190S. Leo Einöhrl: „Ich und der Tag." Gedichte. Verlag für Literatur, Kunst und Musik. Leipzig 1008. Dr. Wilhelm Knöpf macher: J ü d i s c h e R e f o r m b e - strebungen. .Zwei Vortrüge.') Wien 1008. unserer Administra- K inkl. Porto. — J|piefl{asfen der Redaktion. Isak Sp. Es sind beide Broschüren in tkm zu haben. Preis für Abonnenten 1 R. Kl. Wir können Ihr Eingesendet, das bereits anderweitig erschien, nicht verwerten. — Taufe. Es hat sich unseres Wissens bish-er kein männliches Mitglied des Hauses Rothschild getauft. Wohl alver weibliche Mitglieder. Die Frau des Earl Roseberry ist Jüdin geblieben. Dagegen sind die beiden Töchter des Baron Meyer Karl Rothschild aus Frankfurt zum Christentum, übergetreten, i:m den Prinzen von Wagram, resp. den Fürsten von Gramont 7.u heiraten. — Bethausvorsteher. Der Fall ist für uns bis auf Weiteres erledigt. - - Seminarhörer. Wir danken. Ihnen für d;e Mitteilung. Jedenfalls hat unsere Enthüllung über die famose Eheschliessung des Dr. Bach seine Wirkung erzielt, wenn sich das Kuratorium der isr.-theol. Lehranstalt, entschlossen hat, einen Juristen für den Unterricht im österreichischen Ehcrech: am estellen. Früher w äre besser.