Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1908)
- Date
- 1908-05-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mz «ONAL-ZEiOJNS X. JAHRGANG. RÜR^y^gBER! ors.R.LANDAu:: W1EJM, 29. MAI 1908. Tiv. 22. Einaiuiel Baiimgarten. Von einem Gegner, »hl ■ de; -Kien f In a< , das- « letzten en,;U-r ahm Wiener jüdiibe gesunken, und das trau- ^s mancher bei der Kunde W ie. hat denn der Wiederum ist und nicht der schk sehen Gemeinde in < rigste an der Sache von seinem Hinsels Mann noch gelebi r Tat. als man. merkte mit seinen materiellen Verhältnissen arg abwärts ging, war er auch schon tot: denn der Arme ist, wie schon der Talmud sagt, dem Toten gleich geachtet. Emamiel Baumgarten war der richtige Kc hilla-Mami alten Schlages . im guten nnd schlechten Sinne: beseel1: von einem übermässigen Kifer für die Gemeinde, der je nach l mständen schaffend, weua er nicht von einem prävalierenden Geist gezügclt wurde, hemmend wirkor; konnte. Aber die Leitung der Gemeinde in jenen k< her gestimmten Zeiten, die jetzt schon zu den hi.-!ürischen zählen, war in stur ken Händen hochsinnigei [_____ Männer, die seine Kraft, sein Wissen und sein Streben zu würdigen und in das richtige Geleise zu bringen wussten. Sie nahmen seine eifrigen und wertvollen L'ienste gern in Anspruch und stellten ihn in den Vordergrund der Geschäfte, machten ihn zum Hüter des Gemeindeweinberges, und so kam es, dass er schliesslich mit dem I Ilohenlicde ausrufen mnssre: „Meinen Weinberg habe ich nicht gehütet." Und das war sein /Vergehen. Ks war aber auch kein Wunder, dass eine leidenschaftlich angelegte, mit Geist und Gemüt begabte und von Ehrgeiz beseelte Natur, wie Bau m g a rten war, inmitten eines so tief ernsten, seiner Verantwortung sich vollkommen bewussteh Kollegiums, an dessen Spitze Männer wie W e r t h e i m e r, Kur a nd a, K o m p c r t standen, und das von geistigen Führern wie Mannheimer und später J e 11 i n e k beraten war, sich für die Gemeinde -'Angelegenheiten so sehr begeisterte, dass er allmählig unvermerkt völlig in ihnoi aufging. Kr wuchs derart in die Gemeinde hinein, dass es bald keinen humanitären Verein g;d). in dem er nicht eine massgebende Kolle spielte. Vnd da. er ungemein gefällig war und ein tiefes Mitgefühl mit den Armen und Un glücklichen hatte, so wand- ___________J ten sich alle Bedrängten an ihn, bei ihm Hilfe suchend, so dass s' ine ganze Zeit nachgerade vom öffentlichen Leben in Anspruch genommen wurde. Freilich wurde seine reiche Geschäftigkeit oft in wohlhabenden Kreisen, die ei für Darbende und Leidende in Kontribution setzte, nicht selten schief genommen; man fragte ihn da oft, warum er sich immer und immer