Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1908)
- Date
- 1908-05-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2. „Neue Natiofläl-Zeitung" Nr. 20. bend sind, angesichts ohen. ingeführter Tatsachen {als stichhältig anzusehen ist. Ueber den Wert der Statistik 'in der Hand *-.nes voreingenommenen Beweisführenden ist In der wissenden Welt bereits längst -ntsehieden. „Wie weicher Lehm in der Hand des Töpfers" lasst sedi das Ergebnis der Statistik den Thesen adaptieren •- die im Gegensätze zur ehrlichen Forschung - n;- er st aufgestellt und dann erst durch das Ueranke der statistisch.-n Da.ten >;'d nicht begründet, aber verdert werden. Abg. ■ ci i) I s InienA-iLuion konnte sich doch nur auf «das Regime Dr. v. U r j e 1 beziehen. Dieses dauert kaum em Jahrzehn''. I >ie Jntorpellationsbeantwortung zieht 'edorh »eine zwanzigjährig-.- (iHiSS-- 19081 Statistik in-nm. Ks sollte- .oben, der .goldene Mittelweg gefunden, werden. Wäre eine vierzigjährige Statistik ht-rang<v.gen worden. dann, hätte- «-'in Aufschrei d<-r Entrüstung seitens der Antisemiten den Beratungssaai erfüllt — denn, da s aiv <cU<>v ht eine 50 perzentj^e Beteiligung der ..Nraeieen" an den Stellen des militär-ärzthehnn ' )ff(//-e'sk herausgvkenmer. Zweifelic- - die {i-nügsatukeit und < )[>fvvw illigken für eine gesicherte Lebensstellung führte eine grosse An/ahi jüdischer Aerzte U ir. Militärdienste und lies.s sie die Widenvartigkeiteu der Okkupat 1 on>ie{dzüge, .sowie der -chiechteren d: - inisonon in der Erwartung «.•m*-~ stetigen Avancement und einer auskönunliehen Altersversorgung enragen.. Alle Welt weiss da.ss ./.er Not gehorchend, nicht dem eigenen Trieb"" du- Heeresverwaltung nach -Aufhebung des Josofmums jüdische Aerzte <-n. masse aufnahm, sonst hatte .sie dasselbe debacle erlebt, daihr jetzt droht, Und den Dank dafür trug und tragt noch heute v. Uriel den jüdischen Militärärzten ab. Man nehme nur das letzte;Avanrementsverordniingsbiiatt und den Militärseheniatismus zur Hand. Wieder haben 2 Oberstabsärzte 2. Klasse ihr Festhalten a in j u d e n t 1 m - :n i t ihr e r i > e f ö r - d er un gs ü b e r g e hu n g ge Düsse. Da 4 Oberstabsärzte 2. Klasse befördert wurden. So macht das 50 Prozent der Nichtbeforderten — für die ..Israeliten" 100 Prozent aus! Unzweifelhaft war es das Recht des Herrn, FML. v. Georgi, die Beantwortung der Dr. G abel'schen Interpellation seinem Referenten anzuvertrauen — aber das unzweifelhafte "Recht des IJnterpellanten wäre es, auch zu fordern, dass FML. \. Georgi seine Beantwortung vertrete. Und es -st ganz ausgeschlossen, dass er dies in einer ''darüber eröffneten Debatte hätte tun können. Da wären die •statistischen Schleier gefallen und in lihrer ganzen Nacktheit wäre die antisemitische Brutalität Dr. ,v. Uriels' zutage getreten. Nicht, wie es seit 20 Jahren, sondern seit 8 Jahren, seit dem Zeitpunkt, da v. Uriel der alleinigie und mächtige Despot auf dem Gebiete des österreichiseh-imgarischen Militärsanitätswesens ist, mit der Aufnahme jüdischer Aspiranten und der Beförderung jüdischer Aerzte steht^ verlangten die Interpellanten!zUj wissen. Da hätten dann die im Original vorgelegten Exhibite über die Aufnahmsjgesuche und Bescheide der Aspiranten, die Beförderungscingaben über Militärärzte und die Protokolle der einzig dastehenden Beförderungskommission die Richtigkeit der in der Interpellation angeführten Behauptung, die Berechtigung der aus denselben gezogenen Schlüsse ergeben. Möglich, dass — wieder der Not gehorchend - v. Uriel in den letzten 2 lahren 5,0 'Prozent Israeliten" als Oberärzte aufnahm, was ibei ,de,mj durch Boykott reduzierten Stande dieser Chargen- Gruppe wohlgezählte 5 Manu bedeutet. 'Aber man weise mit ..Geburtsschein" die Existenz '.von 188 (18 Prozent! präsent dienenden jüdischen Militärärzten einer parlamentarischen CJtitersuehungskommission nach! 1 < >b da nicht v. Uriel in den n o tg e t a u f t e n d. h. ,itis N >t;•• >\\\ luden turne Abgefallenen — Juden ein Mittel aus, der parlamentarischen Bedräng'- nis herauszukommen g-dduuUn?! bunöglich ist es auch nicht, dass bei der k.!•:. Landwehr ein 'Not - aniehen zwe-k- Be.urwortung der Interpellation gemacht wurde. Bei vier Landwehr ist von einer J udenverfolgung kenv Rede; die jüdischen Land wejirärzte .verden s/Ue c den. ch istlirheu der weiteren mehrjährigen klinischen Ausbildung zugeführt nnd erfreuen sieh, u überhaupt das ganze Sanitätswm'I! der Landwehr, der ungesehm-ah-rten Anerkennung. An der Spitzedieses Korps, stein (ieneralstabsar/t Dr. X-uf,k.o. den der jetzige ReiehskriegsrnmisTer Sende, ai.:\\ in de- Landwehr humherr -rteie. denn für . . T ddei war dieser humane Arzt und hellsehende < )rgnnwat«»r ein ungefügiges Organ für d ts ..Tudenreinemachen" und bereits abgetan. n V> Prozent de)- gesamten zu tee.; H d! s c h e n esun/ihidts'- M'ti.dtnisse der i * a '; z i e n kennt, wird eri x, i n\ e i)! n g e f ü h r t e zustand*^ komm), darüber et-chiuss. geben, die, Juden meist .'Inhalten : „V'ertre- ■■ nuii :-,.)• C zu A.r5Uinschaft des Heei S . > i d a * e n! Wer die Juden in U n g a r n in ■erstaunt sein über di" P -rzentza IG. W'u können die Assemiisre]!>etreffend. den A'erni -.er des Heeres: ..hinreichend kraftig assentieren", ein Y'otum. das im Gegensatz«' zur Ents* henlung des sachverstandigen Arztes, steht. Doch über diese« iVerhältnisse ein andermal, wenn wir die Art der Behandlung, die die Juden beim Militär erfahren, bespreehen werden. Den Passus der iuterpeliatioiisbeatitwortung, weledier die 3.0 jierzentige Beteiligung der Juden, an der Bildung des Heeres betont, unterstreichen wir, da m ihm für denjenigen, der die Interpellationsbeantw ortung ausarbeitete, der zukünftige Vorwand zu liegen scheint, das Recht der jüdischen Aerzte auf militärische Anstellungen auf diese Ziffer zu reduzieren. Er maggetrost sein! Die reichsdeutschon jüdischen Aerzte haben das Anstreben einer Armeeanstellung jahrelang unterlassen, nachdem die Armeeverwaltung eine Zeitlang jüdischen Bewerbern die Aufnahme einengte. Als dann i'die Korpssanitätsrhefs über Weisung der Zentralstelle durch die Universitätsbehörden die jüdischen Mediziner zum Eintritte in das Heer aufforderten, meldete sich auch! nicht ein einziger. Die Entwöhnung von der fnaussichtnahme einer militär-ärztliehen Anstellung durfte auch den österreichisch-ungarischen Medizinern zu eigen geworden sein. Uni die Versorgung geht es den Juden nicht, sondern um ihr Recht, das ihnen durch die StaatsgTundgesetze gewährleistet wird, und das keine perzentuelle Aufteilung-der Staatsbürgerrechte kennt. Nach dem st.inijc. v<)m D^z-mber 1897 gab es in. der genieinsamen Armee >)§ Ob-eiaiv.te. Um den. Perzentsata von 5/i°u heraus/ii!)!ingen, hat sich endlich Heu von Uriel nach dem 1. August »907 veranlasst gesehen, zum ersten Mal seit seinem siebenjährigen antisemitischen Regime fünf jüdische Oberärzte tut zunahmen. Mit diesem Aufputz wird jetzt Staat gemacht. (Anm. d Red.)