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Neue Nationalzeitung · 1908-04-03 · Heft 14 (3.4.1908) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 14 (3.4.1908)
Date
1908-04-03
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 14. ,,Sag'n Sc 's noch c mal", : Stütze umklammernd. ,,Sic ist heiraten gegans Mädchen. [anoschefsky raffte Midi zusammen, ihr", schrie er, seine Faust schüttelnd, ihr - und sagen Sie ihr, dass ich 's; — dass — dass — ah, bah! Wos nutzt er, die Tür als wiederholte das „Sie haben zwar schon drei können Sie sich doch noch bedienen . gegessen, aber deshalb Sc, bis ich Leibovitz en , dem wer ich jagen Sie agen Sie sagt hab'! Warten 's iselber sagen. Als er nach Hause kam, erwartete ihn Eva. ,,Oh, Papa, was meinst du", begann sie, doch als sie seine Erregung bemerkte, fragte sie ihn, was vorgefallen sei. ,,Bah!" antwortete ihr Vater. ,,Lass' mich in Ruh!" Er schleuderte seinen Zylinder mit einem Krach auf den Boden, rjss die verführerische Kravattc ab und warf sie dem Hute nach. „Was gibt 's denn, Papa? Worüber bist du denn so aufgeregt?" „Aufgeregt? Ich? Ha! Ha! Ich bin nie aufgeregt! Ich mein' nur, du hast recht, mit der ETeirats-Narrischkat. Nie, nie, so lang' ich leb', wer' ich ä Frau heiraten. Aufgeregt? Ha! Ha! Geh' schlafen! Red' mix mit mir!" Und den zerquetschten Hut wieder auf den Kopf snilpend, stürzte Janoschefsky vom Hause fort in sein Cafe. Es war ein düsterer, unglücklicher Jan^- schefsky. der am nächsten Morgen in der Bank rschien und fragte, ob sein erster *r «stellter kommen sei. „Nein, er iss nicht gekommen';te der reaujunge, schickt." da Karte, die hat » (Sch)uss folg' «Jüdische Wttzt. M. X u e l's „Buch der jüdischen Witze", aus dess? lustigem Inhalte wir seinerzeit eine kleine Blütenlese gegeben hat eine Fortsetzung gefunden. Die „neue Folge", die wieder im Verlage von Gustav R i e k e's Nachfolger in Berlin erschienen ist, wird gleich dem ersten Bande Christen und Juden in gleichem Masse belustigen. Hier einige Stichproben. Ein Heiratsvermittler besucht einen jungen Bankbeamten, um ihm eine Partie anzutragen. „Herr Rosenfeld," redet er Ihm zu, ..ich weiss für Sieeine Frau, die hat 50.000 Mark Mitgift . . . dann eine mit 75.000 . . ." „Geben Sie sich doch keine Mühe," unterbricht ihn Rosenfeld, „ich habe Ihnen doch schon gesagt, ich heirate nur aus Liebe . . „. . . und dann," fährt der Schadehen unbeirrt fort, „dann habe ich eine, die kriegt 100.000 Mark Mitgift , ." Rosenfeld schweigt. „Nu," ruft der Schadehen, ..lieben Sie sie noch nicht. . ." * Bei Timbergs in Posen ist der junge Rechtsanwalt Natansohn, der sich um die Tochter des Hauses 'bewirbt, zum ersten Male zu Besuch und wird mit Kaffee und Kuchen bewirtet. ' Frau Timberg nötigt den Gast zum Zugreifen. „Wirklich, Herr Doktor, so einen mürben Kuchen können Sie noch nehmen," sagt sie und schiebt ihm den Teller hin. ,,Es geht wirklich nicht mehr," lehnt Doktor Natansohn ab, „ich habe schon zwei gegessen . . ." Und Frau Timberg mit freundlichem Lächeln: „Kennen Sic schon Bankier gefragt, als ein erregt. „Urteil des Paris"? 1 kenne ... Zu wieviel teilt worden?" das ..Urteil des Jcmälde dieses edcrholte er . st er doch Paris"? wird ein Namens Aufsehen . „Spass, ob schnell v e ich's u r- Ein junger Kaufmann bc über, dass er sich langweile. „Weisste was.*' erwiderte jahr-Akzeptc aus, da sollste vergeht." diwert sich einem älteren gegender, sehen. nur n paar Viertelschnell Dir die Zeit Im Abteil eines Eisenbahnwagens in Ungarn befinden ^;cn vier Hcrre«, die bald in eine angeregte Unterhaltung, geraten. Schliesslich stallen sie sich einander vor: „Kamory," sagt der Eine. ,,Kemeny," sagt der Zweite. „Kratvany," sagt der Dritte. Der Vierte schweigt. „Und wie heissen Sie?" fragten ihn die Anderen. „Auch Kohn . . ." antwortete er. * Ein russischer Kaufmann will seinen Aufenthalt in Berlin benutzen, um hier einen berühmten Arzt zu konsultieren und er fragte seinen Geschäftsfreund, was er dafür wohl würde ^hlen müssen. „Nun," sagt der Freund, „für den eisten Besuch werden dem Professor schon dreissig Mark geben müssen. Das o das Honorar hier. . . . Beim zweiten und dritten Mal ,men die Herren auch weniger." „Wieviel ehmen sie beim zweiten Mal?" „D^ brausen Sie nur zehn Mark zu geben." Tags drir^ '.f ist der Russe bei dem berühmten Arzte, er na~h ein .Warten dessen Sprechzimmer betritt, rp.scli i.,p. zu und fragt lebhaft: Nu, was is:en sc dazu, Herr Professorleben, dass ich *<.•■ -i da bin?" * Ein Breslau 1 Grosshändler blättert in seinen Geschäftsbüchern. „Kohn!" ruft er seinem Buchhalter zu, der ihm gegenüber sitzt, ,,da finde ich, dass uns Perl Krojanker in Kempen seit acht Monaten 325 Mark schuldet . . . Schreiben Sie ihm eine Postkarte und mahnen Sie ihn ... Es ist die höchste Zeit, dass er zahlt." „Aber Herr Schottländcr," erwiderte Kohn, ,,auf einer offenen Postkarte darf man nicht mahnen ... Er kann uns verklagen wegen Beleidigung und Geschäftsschädigung . . . Das darf man nicht." „Stuss!" ruft Schottländer. „Ich werd' Ihnen zeigen, dass man ja darf, Kohn ... Es kommt Alles auf die Form an . . Der Buchhalter reicht ihm die adressierte Postkarte hinüber und der Chef schreibt: „Herrn Perl Krojanker in Posen. Nuuu? Hochachtungsvoll G. Schottländer-. * „Spass," sagt Max Bromberger zu seinem Freunde Isidor Breslauer, „Spass, Isidor, hast Du eine schöne Frau bekommen 1" „Nicht wahr?" meint Breslauer stolz. „Ich sag' Dir, ich hab' auch noch Andere kriegen können zu dem gleichen Betrage, aber bei der hab' ich zugegriffen . . ."

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