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Neue Nationalzeitung · 1907-10-25 · Heft 46 (25.10.1907) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 46 (25.10.1907)
Date
1907-10-25
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 ,.Neue National-Zeitung" Nr. 46 »Es Leah sagen, natürlich! Ja, so; ihr möchtet den Chasen?« Er schaute durchdringend auf Linkovitz. »Sie schwören, dass ich Leah haben kann, Herr Linkovitz?« fragte er. Linkovitz nickte. »Dann sagen Sie es, Herr Linkovitz. Sagen Sie, Sie schwören, dass ich Leah haben kann, wenn ich den Chasen bringe.« Rosenstein runzelte die Stirn. »Junger Mann —« begann er, aber Abraham schüttelte eigensinnig den Kopf. »Kein Schwur — kein Chasen,« sagte er. »Ich schwöre! Ich schwöre! schrie Linkovitz ungeduldig. »Bring' den Chasen!« »Hurrah!« schrie Abraham. »Mein teurer Schwiegervater, der Sie nächste Woche oder, kann sein, die darauffolgende sein werden, ich will den Chasen in einer Stunde hier haben.« Abraham kam atemlos ins Hotel. Ohne sich mit Anklopfen aufzuhalten, stürzte er wohlgemut ins Zimmer. »Kommen Sie!« rief er, »ich habe —« Und dann hielt er inne und sah sich bestürzt um. Da war das Ränzel und da lagen die Zeitschriften, welche er heraufgeschickt hatte, aber der Chasen war verschwunden. _ (Schluss folgt.) Zcisfcbrificnrundlcbau. „Assimilation, National Judentum und Zionismus." Unter diesem Titel behandelt Erwin Kraus in der Esseger „Slavonische Presse" moderne Fragen des Judentums. Er setzt sich mit diesen drei Begriffen in recht instruktiver Weise auseinander, und besonders der Assimi- Jationsjude erfährt eine gründliche Behandlung: „Die Assimilationsjuden suchen hauptsächlich die Gleichwertigkeit dadurch zu erlangen, dass sie sich als grösste Chauvins gerieren. dass sie päpstlicher als der Papst selbst sind . j.;. Die Assimilationspolitik hat Fiasko gemacht, die Verleugnung des jüdischen Volkstums hat die Gleichwertigkeitserklärung nicht zur Folge gehabt." Kraus erbringt dann den Nachweis, wie das erwachte jüdische Selbstbewusstsein der christlichen Intelligenz Achtung abzuringen wusste, und meint: „Der Arier gewöhnt sich langsam und langsam im stolzen Nationaljuden seinesgleichen zu sehen . . Am Schlüsse seines längeren Aufsatzes erörtert Kraus die Frage, ob mit der Nationalisierung der Juden auch ihre Territorialisierung zu erfolgen habe, und erklärt, dass diese Angelegenheit die Nichtjuden erst dann anginge, wen« der Nationaljude infolge seiner zionistischen Gesinnung mit den Landesgesetzen in Konflikt käme. Juden am Internationalen sozialistischen Kongress in Stuttgart: Im Warschauer „Tagblatt" findet sich über die Beteiligung der Juden nachstehende Statistik: Unter 50 russischen Delegierten gab es kaum 4 Nichtjuden, die ungarischen Delegierten waren ausschliesslich Juden, ebenso die Delegierten aus Afrika und Argentinien. Unter den Polen waren 2 Nichtjuden. In den Couloirs und auf den Galerien war jüdisches Publikum, zumeist aus Russland, sehr zahlreich vertreten. GEM£iNüS=UNö VSRekNSNÄUrRiCMW Wien. Die Chargenwahlen der akademischen Verbindung „Libanonia" für das W. S. 1907/8 ergaben folgendes Resultat: jur. Moritz Hacke (X), med. vet. Paul Grosser (XX)>.jur. Alfred Sc haf f er (XXX). Wien. („Verein zur Hebung der Gewerbe.") Einladung zu. dem am Donnerstag, den 24. d. M. um l/s8 Uhr abends im Saale des Hotel de France 1. Schottenring 3, stattfindenden Diskussionsabend. Tagesordnung: „Die Krise im Baugewerbe und die Mittel zur Behebung derselben". Die Diskussion wird vom Herrn Stadtbaumeister und Bezirks rat Edmund'M elcher eingeleitet. — Wir machen die Herren Architekten, Baumeister, Bauunternehmer und B au g e w er b et r ei b en d en auf die Wichtigkeit der Tagesordnung aufmerksam. Hochachtungsvoll: Der Präsident Brod, der Schriftführer Binder. Wien. Das Ergebnis der Chargenwahlen für das 50. (Jubiläum) Semester der akademischen Verbindung „Kadimah" war folgendes: JUC. L. Rosen heck (X), cand. ing. Paul Flach (XX)? stud. ing. J. Baitinester (XXX)- Wien. (Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl".) Die Chargenwahlen ergaben: Präs. JUC. Max Gold,. Vizepräs. JUC. Leo G o 1 d h a m m e r, Schriftf. exp. Siegfried Löwinger, Kas. jur. Georg W ei n. er, .Bibl.. med.. Chaim. T e r n e r. Wien. Samstag, den 19. d. M. fand im Saale zum. „Goldenen Widder" eine Generalversammlung des Vereines „Schomre Hadath" statt, in'welcher gegen das bekannte Verbot der Kultusgemeinde, mit welchen! dem Vereine die Abhaltung von täglichen Betübungen :u n t e rsa gt worde.n ist, Stellung genommen wurde. Präsident Herr W e 11 e r und Referent Horn wiesen auf die Gefahr hin, welche so unerhörte Massnahmen der Kultusgenieinde in sich bergen und forderten die Vereinsmitglieder auf, alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel •gegen den Streich des Kultusvorständes anzuwenden. HerhDoktor Josef Z ip s er, der den Verein „S c h o m r e H ad ath" im Kampfe gegen die Kultusgemeinde rechtsfreundiich vertritt,' referierte über seine bisherige Tätigkeit bei den politischen Behörden in dieser Sache und entwickelte den Plan der in Zukunft vorzunehmenden Schritte. Nachdem noch Herr-Dr. R oi-h blum gesprochen hatte, wurde eine Resolution g:efasst, in welcher dem Vorstande und Dr. Zipser für ihre selbstlose Mühewaltung, gedankt und beschlossen wurde, den Kampf gegen die - Kultusgemeinde fortzusetzen und eventuell sich mit Vereinen gleicher Tendenz zu diesem Zwecke zu verbünden. Der Versammlung wohnten auch Herr Hr. O s t i 11 e r als Delegierter des Vereines der „Brodyer" und Herr B e 11 a k namens des Jüdischen Krankenvereines im IX. Bezirke bei. Brünn. (Jüd. akad. Verbindung „Veritas".) Das Ergebnis der Chargenwahlen für das W.-S. 1907/8 war : cand. ing. Richard Berger (X), cand. ing. Ignaz W i n k e 1 s b e r g (XX)r cand. ing. Emil Kien (XXX). Briefkasten der Redaktion. Dr. St. Die „Liste der Ausgetretenen" ist allerdings keine Taufliste; nicht alle, die ihren Austritt aus dem Judentum anzeigen, lassen sich gleichzeitig taufen. Wohl aber die meisten. So sind z. B. im Jahre 1905 von 577 Ausgetretenen 156 konfessionslos geblieben, während 421 zu verschiedenen christlichen Kirchen übertraten. Leibspion. Ueber die Institution der Leibspione können wir Ihnen leider keine genaueren Auskünfte geben. Doch scheint dieser Beruf einer jener zu sein, die von der „Oesterreichischen. Wochenschrift" besonders gewürdigt und gerühmt werden. In der letzten Nummer des genannten Blattes finden Sie z. B. eine Biographie des Gerson Schajer Back, eines Leibspions des Grafen H a d i k. Ob Herr Regierungsrat Dr. Heinrich S t e g e r, der ein Enkel des Gerson Schajer Back ist, über diese Konstatierung erfreut sein wird, wissen wir nicht. Jedenfalls wird es ihn ärgern, dass der Lohn des Grossvaters in alten Kleidern des- Spiegelberger Gefängnisses bestand. Schiffs naelirieliteii. Hamburg. Die Hamburg-Amerika-Linie meldet: Dienächsten Abfahrten von Post- und Passagier-Dampfern findea statt: Nach Newyork: 17. Oktober, Postdampfer „Kaiserin Auguste Viktoria"; 19. Oktober, Postdampfer „Pennsylvania" r 24. Oktober, Postdampfer „Blücher"; 26- Oktober, Postdampfer „President Grant"; 31. Oktober, Postdampfer „Amerika" r 2. November, Postdampfer „Pretoria"; 9. November, Postdampfer „Patricia"; 14 November, Postdampfer „Kaiserin Auguste Viktoria" r 16. November, Postdampfer „President Lincoln" : 21. November,. Postdampfer „Blücher". Nach Boston: 26. Oktober, Postdampfer „Bethania"; 5. November, Postdampfer „Badenia". Nach Baltimore: 26. Oktober, Postdampfer „Bethania"; 5. November, Postdampfer „Badenia". Nach Philadelphia: 18. Oktober, Postdampfer „Macedonia"; 30. Oktober, Postdampfer „Armenia"; 8. November, Postdampfer „Barcelona". Nach New Orleans: 5. November, Postdampfer „Pontos".

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