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Neue Nationalzeitung · 1907-09-20 · Heft 41 (20.9.1907) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 41 (20.9.1907)
Date
1907-09-20
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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tJMTKCTH Seite 12 «aMMg^aamt^^ »Nene National-Zeitung« Nr. 41 sich jedoch geändert. Alles ändert sich; umso besser. Mohammed bekam seine ersten Eindrücke von seinem Vetter Wuraka, der von jüdischer Herkunft war, und anfangs war Mohammed sehr freundlich gegen Israel gestimmt; ja, nicht gen Kaaba sollten sich die Gläubigen im Gebet wenden, sondern gegen Jerusalem. Es gibt auch eine Ueberlieferung, der Prophet sei Jude gewesen: und das kann man sagen, da er Araber oder Ismaelit war, was dasselbe ist." „Und Ihr wollt jetzt lieber unterm Halbmond dienen als unterm Kreuz?" „Gewiß!" „Und Simon, den Ihr Bar-Koch-Ba nennt, steht in Unterhandlung mit dem Erzbischof Oppas, um Roderich zu stürzen?'' „Das ist die Wahrheit!" „Gut, dann bin ich dabei! Aber merke genau auf das, was ich sage: Wenn unser gemeinsames Ziel der Sturz des Westgothenkönigs ist, so habe ich als Gouverneur von Ceuta auf der afrikanischen Seite mich beim Emir Mussa al Nazir und seinem Oberst Tarik, Zijads Sohn, erkundigt, ob sie uns vielleicht gegen Schadensersatz von Ceuta und Umgegend Hilfe leisten. Glaubst du, man wagt den Sturm loszulassen?" Eleazar kaute seinen Bart. „Ist er nicht los?" fragte er trocken. „Seid Ihr weiter gekommen, als ich weiß?" „Was wißt Ihr? „So, so, Ihr seid so weit? Nun gut! Mit meinem schönen Spanien ist es dann zu Ende!" „Nichts geht zu Ende; es ändert sich nur, nachdem es seine Zeit gehabt. Spanien hatte seine Zeit, als es Rom-Kaiser gab: Trajan, Hadrian, Antonius, Marc Aurel, Theodosius, die ebensogut Iberer und Phönizier sein könnten. Spanien gab Rom Gelehrte und Dichter: Seneca, Sucan, Martial. Quintilian, Pomponius Mela, Columella. Das ist fünf hundert Jahre her;--und-jetzt haben wir die Barbarei gehabt unter christlichen Nordländern von der Ostsee. Jetzt können wir etwas Morgenland gebrauchen!" „Glaubst du an die Zukunft des Islams?" „Ja. Mussa hat geschworen, daß er Hannibals Weg über Gallien und Germanien nach Eom gehen wird, um die ,Heiden und Frauenverehrer' zu dem einzigen wahren Gott zu bekehren." „Das weißt du? Dann gibt es keine Umkehr?" „Nein! Es ist zu spät! Am neunzehnten Juli geht der Halbmond auf über Spanien; und er wird wohl seinen Wechsel bis zum Vollmond aushalten. Was dann folgt, wissen wir nicht. Das geht uns auch nichts an. Denn einer herrscht: Der Herr Zebaoth." Am siebenzehnten Juli des Jahres 711, als es dunkel geworden, wurden Feuer auf der südlichen Spitze Spaniens, Punta de Europa, angezündet. Und auf der afrikanischen Küste, zwei Meilen davon, antwortete man mit ähnlichen Signalen. Ein westlicher Wind wehte vom Ozean her und führte eine sarazenische Flotte mit fünftausend Mann in Waffen und mit Pferden heran. Auf der Spitze Europas, die später Gibraltar hieß, hoch oben auf der abschüssigen Klippe, standen langbärtige Bürger und schürten die Feuer, warfen Brennholz darauf, bliesen in die Glut. Am Morgen landete die Vorhut am Fuß der Klippe. Und damit begann die Eroberung von Spanien durch die Mauren. Mussa Ibn Nassir kam am folgenden Tage mit der Hauptmacht. Der Westgotenkönig versammelte schleunigst hunderttausend Mann, und da er sich unüberwindlich glaubte, fuhr er hin, sich den Sieg anzusehen. In Seide und Gold gekleidet, wie ein byzantinischer Kaiser, lag er in einem Wagen aus Elfenbein, der mit zwei weißen Mauleseln bespannt war, und ihm folgten Mundschenke und Haremsfrauen. Drei Tage lang ging alles gut; aber am vierten geschah etwas Unerwartetes. Zwischen den Bergen und Flüssen von Andalusien eingeschlossen, vermochten sich seine Scharen kaum zu rühren. Der König hatte sich am Ufer des Guadalete gelagert. Da sah er von den Höhen sein Volk wie einen Fluß herunterstürzen, die eine Abteilung unter dem Erzbischof Oppas, die andere unter dem Grafen Julius. Eoderich, der glaubte, sie flöhen vorm Feind, brach das Lager ab, konnte aber nicht umkehren, sondern wurde in den Fluß hinuntergedrängt. Schwimmend wollte er das andere Ufer erreichen. Da aber stieß er auf Bogenschützen. Auf einem roten Klepper kam eine Amazone ans Ufer gesprengt und richtete ihren Bogen auf den Ertrinkenden, der sich mitten in der Strömung hielt. Auf dem anderen Ufer sah er seine Scharen, die Halt gemacht hatten, mit weißen Fahnen den Feinden auf der gegenüberliegenden Seite zuwinken, also das Zeichen des Friedens geben. ' Als er verstand, daß Verräterei im Spiel war, ging er auf den Grund; und mit ihm das ganze Westgotenreich. Mussa zog sofort nach Toledo, ehe eine neue Königswahl stattfinden konnte: und damit war der Islam zuhause in Europa und blieb dort bis 1492. Die Juden, die den Mauren die kräftigste Hilfe geleistet, wurden sofort befreit; und in jede einzelne Stadt Spaniens wurde ein Jude als Statthalter gesetzt. Briefkasten der Administration. Isidor B. in Dembica. Wir haben von Ihnen gar kein Abonnement erhalten. Wir ersuchen um Zusendung des Aufgabsrezepisses. D. K. in Chrzanöw. Das Buch kostet samt Zusendung 65 h. Wollen Sie uns dieselben in Marken zukommen lassen. M. G. in Luzern. Diese Verschiebung steht mit den Feiertagen im Zusammenhang. Nach Ablauf derselben werden Sie das Blatt wie gewünscht erhalten. eingesendet. SISC^BESM Erste Wiener Teppich Leih- und Verkaufs-Anstalt DG"* neu eröffnet Wien, I., Krugerstraße Nr. 13. 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