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Neue Nationalzeitung · 1907-08-09 · Heft 35 (9.8.1907) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 35 (9.8.1907)
Date
1907-08-09
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 »Neue National-Zeitung« Nr. 35 zankt... Aber im Betli-Hamidrasch war er immer der erste, der beim „Tikun" (Verteilung von Branntwein anläßlich einer Jahreszeit) das Stamperl ergriff... er kannte die Mizwoli.. „Ho. ho!* sagte der Träger. , Dreißig Jahre habe ich mit ihm in einem Beth- Hamidrasch gebetet," setzte der Totengräber fort. ,.Das hat was zu sagen," bemerkte der Träger. „Le chaim!" (Aufs Wohl!) „Le chaim! Auf Bereles Gesundheit! Möge er noch lange unter uns beten!" „No, gar so ein großer Beter war er nicht, er war ja ein „Kozker"*)!" Von Schlafen war natürlich die ganze Nacht keine Rede- Es war ein Rumoren und ein Treiben im Städtchen, wie es die Annalen von Czechnowka nicht zu verzeichnen hatten. Immer hörte man andere Stimmen. Joine, mein Wirt, kam um Mitternacht nach Hause, und schwere Nachrichten müssen es gewesen sein, die er heimbrachte, denn er legte sich samt Kleidern und Stiefeln ins Bett. Und unausgesetzt donnerte man an die Tür: „Joine, hörst, Reb' Berele schwitzt." „Joine, Rebr Berele spricht sogar," Reb' Berele hin, Reb' Berele her ... Aber vor Tagesanbruch flog die Tür mit einem Donnergepolter auf, wie wenn das ganze Haus mittels einer Dynamitbombe in die Luft gesprengt worden wäre. Einige Glassplitter fielen zu mir ins Bett. Man rief Joinen zu Rely Bereles Agonie. In der Stadt erhob sich ein unsägliches Gejammer. Es war gräßlich. Ich werde wohl an jene Nacht nie vergessen. Als ich erwachte, war bereits die Sonne im Untergange. Ich ging zu Reb' Bereles Lewajoh (Leichenbegängnis). Man brachte den Holzsarg in die Schul. Der Rabbi bestieg den Almemor und begann seinen Nekrolog. Er knüpfte an einen Bibelvers an, der zu Berele in gar keiner Beziehung stand. Nichtsdestoweniger sprach er zwei volle Stunden und die Zuhörer waren ganz gerührt. Auf dem Rückwege fragte ich meinen Wirt, ob Reb1 Berele reich war. ,A sechzig Tausend," antwortete er kurz und bündig. „Und das alles von seiner Schankbude?" „Gott fehlt es nicht an Mitteln." „Hat er was für wohltätige Zwecke legiert?" Da trat auf uns ein junger Mann, dessen blutloses Gesicht sofort den Talmudisten verriet, zu und ergrifi meinen Wirt am Kragen. „Hörst, Jojne, da werden wir einen schönen Din- Torah (Prozeß) erleben?" „Was ist geschehen?" „Hörst doch, Reb' Berele seligen Andenkens vermachte seiner verwitweten Schwester sechzig Rubel jährlich und fügte hinzu, daß man ihr je fünf Rubel monatlich auszahle." „Ich war ja dabei, nun was für einen Din-Torah?" „Dummkopf — und der Schaltmonat!i{ Briefkasten der Redaktion. Herrn Dr. Hugo Abeles, Assistent am Rothschild- Spital. Wir sind nicht in der Lage Ihre „Berichtigung" zu veröffentlichen, da in derselben Dinge bestritten werden, die wir gar nicht behaupteten. Ueberdies bezweifeln wir, ob Sie berechtigt sind, als Assistent im Namen der Verwaltung des Rothschild- Spitales.Erklärungen abzugeben. — J. K. in Zolkiew. Den Verlag der Gesamtausgabe der Gedichte von Morris Rosenfeld haben wir bereits in der Nummer 34 angegeben. — B. B. in P. Wir bedauern sehr, daß wir in Ihrer Sache nichts veranlassen können. Wenden Sie sich an die bereits angegebene Stiftung. Die P. T. Abonnenten werden gebeten, die rückständige Pränumerationsgebühr unter Verwendung der ihnen zugesandten Erlagscheine einzusenden. eingesendet. nBMs Erste Wiener Teppich-Leih- und Verkaufs-Anstalt neu eröffnet ""^ß Wien, I.. Krugerstraße Nr. 13. Es gelangen zum Verkaufe: Wirtschaftsteppiche, 200/300 ...... Persia, 200/300 . . . ........ Brüsseler Ia, 200/300 ......... Tapeatrie, Schafwolle, 200/300 ..... Yelonrsplüsch, 200/300 ........ Laufteppiche in allen Breiten..... Bettvorleger............. Wandteppiche............ Spitzenvorhänge per Fenster....... 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Preis 60 Heller. Unter jüdischen Proletariern." Preis K 1.20. Von Dr. S. R. Landau. Beide Broschüren erschienen im Verlage C.W. Stern,Wien. Die P. T. Abonnenten der »Neuen National- Zeitung« erhalten beide Broschüren zum ermäßigten Preise von zusammen Kl.— (inklus. Porto). Bestellungen und Geldsendungen, (auch Postmarken) sind zu richten an die Administration »Neue National-Zeitung«, Wien, 1., Zelinkag. 11.

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