Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- IX (1907)
- Issue
- Heft 32 (19.7.1907)
- Date
- 1907-07-19
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 »Neue National-Zeitung« Nr. 32 „Sie nicht, Herr Gerichtshof... Aber der Herr Referendar Rosenbauin .. * Der Einkassierer eines Geschäftshauses in Lemberg, Pinkus Schwarz weiß, befindet sich gegen Abend auf der Heimkehr von der Dampfmühle, wo er Geld geholt hatte, in einem Wald. Plötzlich steht ihm ein jüdischer Mann gegenüber, der ihm mit den Worten „'s Geld oder 's Leben!" einen Revolver auf die Brust setzt. Pinkus Schwarzweiß ist zu Tode erschrocken, aber er. faßt sich bald und sagt: „Wenn 's so is, werde ich Ihnen lieber das Geld geben." Während er aber in die Tasche greift, fährt er fort: „Aber einen Gefallen können Sie mir wenigstens tun für das viele Geld." „Was for a Gefallen?" fragt der Räuber ohne die Waffe abzusetzen. „Wenn ich komm' ohne Geld nach Haus, wird doch ein Geschrei sein. Man wird sagen, ich hab' mir das Geld behalten. Kein Mensch wird glauben, daß ein Räuber mit einer Pistole gekommen ist und es mir hat weggenommen. Also, daß man mir glaubt, müssen Sie mir wenigstens einmal schießen durch den Hut." Damit nimmt er seine Kopfbedeckung ab und legt sie auf die Erde. Im nächsten Augenblick knallt ein Schuß und der Hut ist durchlöchert. Pinkus Schwarzweiß betrachtet den so beschädigten Hut und schüttelt sehr unzufrieden den Kopf. „Das ist zu wenig," meint er ärgerlich. „Sie werden sagen, ich hab' mir nicht gut gewehrt. Sie müssen mir schießen auch durch den Rock." Der Räuber tut ihm den Gefallen, knallt dann noch einen dritten Schuß durch den Aermel des Rockes. „Nu, noch durch die Weste einen Schuß!" bittet Pinkus. „Kann ich nicht, du Schalksnarr," lacht der Räuber. „Warum können Sie nicht?" „Weil ich hab' ka Kugel mehr im Pistol!" Im nächsten Augenblick hat Pinkus Schwarzweiß seinen Rock wieder an, seinen Hut aufgesetzt und sagt ruhig: „Haste ka Kugel, hab' ich ka Geld!" * Nehemias Willichfort aus Tarnopol besucht seinen Sohn, der in Wien Medizin studiert und ein moderner, deutscher Mensch geworden ist. Der Student zeigt seinem Vater alles, was schön ist in der Kaiserstadt, schleppt ihn in die Museen, in die Galerien, in die Theater und macht schließlich auch einen Ausflug auf den Kahlenberg. Dort besteigen sie die Stephaniewarte, von wo aus man Wien und das Donautal in all ihren Herrlichkeiten überschauen kann. Von dem wunderbaren Anblick hingerissen, sagt der junge Mann entzückt: „Sieh nur Vater, wie's da unten ist so schön. . Darauf brummt Nehemias Willichfort: „Nu. wenn's so schön ist da u n t e n, was schleppste mir da herauf? ..." Zeitschriften-Rundschau. Die judische Sterblichkeit in Wien. Im 1. und 2. Heft des Jahrganges 1907 der »Archiv für Rassen und Gesellschaftsbiologie« behandelt Dr. S. Rose nf e 1 d sehr eingehend die Ursachen der jüdischen Mindersterblichkeit in Wien. Seine Ausführungen gipfeln in folgenden Thesen: »Die Juden haben die geringste Sterblichkeit an allen genauer spezifizierten, das Kindesalter betreffenden Todesursachen. Es sind dies Masern, Keuchhusten, Diphtheritis, Syphilis, akute Bronchitis, Durchfall und Darmkatarrh der Kinder, Angeborene Bildungsfehler, Lebensschwäche, Krankheiten, welche dem frühesten Alter eigen sind. Auch Scharlach ist anzuführen, wenn auch die Sterblichkeitsdifferenz nur gering ist, bei weitem nicht so groß, wie bei Masern, Diphtheritis oder Keuchhusten. Keine einzige der für das Kind es alter wichtigen Todesursachen zeigt eine höhere Frequenz bei den Juden. Diese Tatsache fällt um so mehr ins Gewicht, als die Altersbesetzung das Gegenteil hätte erwarten lassen. Schon die Summe der genannten Krankheiten ergibt eine ganz erkleckliche Mindersterblichkeit bei den Juden. Denn an ihnen starben von je 100.000 Lebenden Männer Weiber Beide Geschl. römisch-katholisch 572 416 491 evangelisch 423 317 372mosaisch 192 185 188 Damit ist aber erst etwas mehr als der dritte Teil der Mindersterblichkeit der Juden erklärt.« »Am ausschlaggebendsten für die Mindersterblichkeit der Juden ist die Tu b erkul os est er b 1 i ch ke i t. Diese ist bei den Juden am geringsten, mag es sich um welche Form oder Lokalisation der Tuberkulose immer handeln, sei es um Lungentuberkulose, zu welcher die Erwachsenen das Hauptkontingent stellen, sei es um Gehirn- und Gehirnhauttuberkulose, an welcher die Kinder am meisten beteiligt sind.« »Ferner sind »Erkältungskrankheiten« bei den Juden seltener. Hierher gehört der akute Gelenksrheumatismus. Da derselbe zumeist Ursache der organischen Herzkrankheiten ist, begreifen wir auch deren Seltenheit bei den Juden. Es gehören ferner zu den Erkältungskrankheiten akute Bronchialkatarrhe und deren Folgen (Chronische Bronchitis, Sonstige Krankheiten der Atmungsorgane und Lungen- und Lungen-Rippenfellentzündung). Alle diese Todesursachen weisen bei den Juden eine geringere Frequenz auf. Gehen wir nun zu den bei den Juden häufigeren Todesursachen über. Die Häufigkeit der Altersschwäche als Todesursache gibt uns diesbezüglich einen deutlichen Wink. Sie ist bei den Juden am häufigsten. Dementsprechend können wir auch ein häufigeres Vorkommen aller jener Todesursachen erwarten, welche erst oder wenigstens zumeist im vorgerückteren Alter zur Beobachtung kommen. In erster Linie sind hier Krebse und sonstige bösartige Neubildungen zu nennen, bei denen jedoch die Sterblic.hkeitsdifferenz der Konfession nur minimal ist. Dann wäre die Gehirnblutung zu nennen, deren Frequenz zum Teile wegen Verquickung mit anderen Krankheiten bei den Juden niedriger als bei den Christen ist. Es gehört ferner hierher die Arterienverkalkung, welche einen großenAnteil an den bei den Juden häufigeren sonstigen Krankheiten der Kreislauforgane hat. Wenn wir wiederum das Resultat der obigen Untersuchung zusammenfassen wollen, so müssen wir sagen, daß alle im Kindes- und Mannesalter vorkommenden Todesursachen bei den Juden seltener, alle im Greisenalter vorkommenden jedoch häufiger oder wenigstens gleich häufig sind.« Eingesendet. Erste Wiener Teppich-Leih- und Verkaufs-Anstalt ÜJ^T" neu eröffnet "^fi Wien, I., Krugerstraße Nr. 13. Es gelangen zum Verkaufe: Wirtschaftsteppiche, 200/300 ...... Persia, 200/300 ........... Brüsseler Ia, 200/300 ......... Tapestrie, Schafwolle, 200/300 ..... Veloursplüsch, 200/300 ........ Laufteppiche in allen Breiten..... Bettvorleger............. Wandteppiche..........., Spitzenvorhänge per Fenster..... Tüllstores mit Applikation....... Portieren............. Tnchvorhänge, gestickt........ Plüschtischdecke, gestickt...... 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