Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- IX (1907)
- Issue
- Heft 25 (31.5.1907)
- Date
- 1907-05-31
- Page
- Seite 12 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite M »Neue Nattonal-Zeltung« ffr. 2$ Sie sah wieder erschrocken aus. „Aber was sollen wir denn dort machen? Wir können doch nicht den ganzen Tag beten." „Freilich nicht," sagte er eifrig. „Dort ist aber die neue Generation für ihre herrliche Zukunft zu erziehen. Ich werde in der Kunst- und Gewerbeschule unterrichten. „Bezalel" wild sie geDannt — ist das nicht ein wunderschöner Name? Nach Bezalel, dem ersten in der Bibel genannten Mann, der mit göttlicher Weisheit erfüllt und für alle Arten von Arbeit Verständniß hatte." Sie schüttelte den Kopf. „Du wirst exkommuniziert werden. Die Palästiner Rabbiner exkommunizierten stets alles und jeden." Er lachte. „Was weißt du von Palästina?" (Fortsetzung folgt). ZcitschriftcnRundschau. In der letzten Nummer der in Agram erscheinenden jüdischen Monatschrift »Zidowska Smotra«, die schon durch ihre äußere Ausstattung sich sehr vorteilhaft präsentiert, finden wir einen originellen, lesenswerten Artikel über »Jüdische Kulturarbeit in Kroatien«. Die Bilanz, die der Verfasser aufstellt, führt wohl zu einem Defizit, allein er gibt vorzügliche Ratschläge und zeigt den Weg, der aus der bisherigen Passivität der maßgebenden Faktoren zu einer kräftigen und erfolgreichen Kulturarbeit führt. »Ueberblicken wir einmal die bisherige Tätigkeit der Juden in Kroatien — die der Juden in den übrigen südslavischen Ländern entzieht sich meiner Beobachtung — auf dem Gebiete kultureller Arbeit und der Verbreitung jüdischer Bildung und der Kenntnisse über Judentum und Judenheit. Nehmen wir vor allem das für uns Naheliegendste, die religiöse Erziehung, in Betracht. Was wurde in dieser Richtung getan? Abgesehen davon, daß ja auch die Religion nur eine Teilerscheinung des jüdischen Volkswesens ist, die zu pflegen namentlich die Rabbiner — auch die Verneiner jüdischen Volkstumes unter ihnen — als ihre vorzügliche Aufgabe betrachten müssen, wurde daran nicht jene Sorgfalt verwendet, deren sie sich beispielsweise gleich in unmittelbarer Nachbarschaft — in Ungarn — erfreut Der Religionsunterricht in unseren Schulen beschränkt sich meistenteils auf das Formale, in den Geist der Religion wird nicht gar tief gedrungen. Dadurch aber vermißt man die Vermittlung aller jener Schönheit und des erhabenen ethischen Geistes, die unser Schrifttum durchwehen. Daher kommt es auch, daß die ursprüngliche jüdische Religion so leicht in eine gänzlich indifferente übergeht... Wenden wir uns der Geschichte und der Literatur zu. Was wissen wir davon? Ist es im besten Falle mehr, als Aufzählung von Begebenheiten und Erscheinungen, die einander ablösen in chronologischer Folge und lehrte man uns denn jemals mehr über den Geist der jüdischen Geschichte, als daß er im Scheiterhaufen und dem »Schema Jsrael« seinen einzigen Ausdruck finde? Lernten wir eines Maimonides, Jehuda Halevys, Gabirols, Abrabanels, des Hiob, Jesaias, Jeremias und des Schir Haschirim Pracht zumindest so kennen, wie Ciceros, Vergils und Ovids Werke? Und doch stehen sie uns näher, und doch stehen sie den Römern nicht nach! Wir kennen aber nicht viel mehr als ihre Namen und die es nicht bis zur Matura an einer Mittelschule brachten, die wissen zumeist nichts von ihnen.« Als das beste Mittel jüdische Kulturarbeit zu leisten, betrachtet der Verfasser die Gründung von literarischen Vereinen. »Die Gründungen solcher literarischer Vereinigungen reichen nicht weit zurück. Die älteste in Kroatien ist die »Vereinigung jüdischer Mittelschüler in Zagreb«, die auch erst zehn Jahre besteht und das Werk des Oberrabbiners Dr. Jacobi ist. Was dieser Jugendzirkel leistet, das zeigt uns ihr strammes, selbstbewußtes und begeistertes Wirken. Viel weitere Grenzen, als sie dieser rein internen Schülervereinigung gestattet sind, sind dem »Isr.-kroat. literarischen Verein in Zagreb« gezogen, der erst drei Jahre besteht und keine Opfer scheut, um seine Veranstaltungen je gehaltvoller zu gestalten. Da zeigt sich aber leider schon, daß die in Kroatien vorhandenen Kräfte für seine Veranstaltungen nicht ausreichen, sondern auch von auswärts berufen werden müssen. — Sehen wir von dem Vinkovacer zionistischen Vereine ab, der in rühmenswertem Eifer sein Bestes leistet, sind die übrigen Vereinigungen, — es gibt deren noch fünf, — Schöpfungen der allerletzten Zeit und es verdient hervorgehoben zu werden, daß sie alle unter dem Einflüsse der im August vorigen Jahres veranstalteten zionistischen Versammlungen entstanden sind. Der befruchtende Einfluß dieser Bewegung kommt überhaupt immer stärker zur Geltung, was sich auch darin offenbart, daß auch die nichtzionistischen Vereinigungen nicht bloß unter seinem Einfluß entstehen, sondern auch in erster Reihe Zionisten ihr Inslebentreten verdanken. Und wenn trotzdem ein gedeihliches Zusammenwirken möglich ist, so ist das ein günstiges Zeichen, daß die ursprüngliche Angst vor dem Zionismus und den Zionisten schwindet, während das jüdische Bewußtsein immer kräftiger wird«. Eingesendet. Erste Wiener Teppich-Leih- und Verkaufs-Anstalt neu eröffnet *"^6 Wien, I., Krugerstraße Nr. 13. Es gelangen zum Verkaufe: Wirtschaftsteppiche, 200/300 ...... Persia, 200/300 ........... Brüsseler Ia, 200/300 ......... Tapestrie, Schafwolle, 200/300 ..... Veloursplüsch, 200/300 ........ Laufteppiche in allen Breiten..... Bettvorleger............. Wandteppiche............ Spitzenvorhänge per Fenster ...... Tüllstores mit Applikation....... Portieren.............. Tuchvorhänge, gestickt........ Plüschtischdecke, gestickt...... Tuehtischdecke............ Garnitur: 2 Bett-, 1 Tischdecke .... Diwanüberwurf............ Flanelldecken............ Steppdecken.......-..... Perser TJeberwürfe garantiert echt . . . Perser Verbindungsteppiche...... 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