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Neue Nationalzeitung · 1907-05-24 · Heft 24 (24.5.1907) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 24 (24.5.1907)
Date
1907-05-24
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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w~,Mra~™~~e*™x**-*ti.-*M*::>ra*si)Mi m Seite 12 »Neue National-Zeitung« Nr. ,24 Bosen umwundenen Nische saßen, von Walzertönen umrauscht und dem Entzücken eingestandener Liebe. „Nun, ich bin nicht mehr so sündhaft, wie ich einmal gewesen", und er lächelte. „Aber du rauchst am Sabbath, Leo, — du hast mir's gesagt". „Und du mir, daß dein Bruder Julius dasselbe tut". „Ja, aber Papa weiß es nicht. Wenn Julius Freitag Abend,rauchen will, geht er immer in sein Zimmer". „Und ich werde nicht rauchen in dem Zimmer deines Vaters". „Nein, aber du wirst's ihm sagen. Da bist so aufrichtig." „Nun, ieh werde ihm's nicht sagen — wenn er mich nicht fragt." Sie setzte eine traurige Miene auf. „Er wird dich nicht fragen — es wird nie so weit kommen." Er lächelte zuversichtlich. „Du bist nicht sehr ermutigend, Liebchen; was ist denn an mir auszusetzen?" „Alles. Du bist ein Künstler mit allerlei kuriosen Ideen. Und du bist nicht so" — sie errötete und stoekte — „nicht so reich." Er drückte ihre Hand. „0 doch; ich bin der reichste Mann hier." Ein kleines entzücktes Lachen kam von ihren Lippen, obwohl sie fortfuhren: „Aber du sagtest mir, daß deine Gewinnste gering sind — der Marmor ist so kostspielig." „Der ledige Stand ist es auch. Ich werde in der Ehe sehr sparen." Sie schmollte; seine Leichfertigkeit schien der Situation nicht angepaßt, und er schien kaum darauf Bedacht zu nehmen, daß sie eine Erbin sei. Er fuhr aber fort, ihre Befürchtungen lachend zu widerlegen. Sie war so schön und er so stark — was konnte hindernd zwischen ihnen stehen? Ganz gewiß nicht der Palästina- Patriarch, mit dessen innere Psychologie er — glücklicherweise — nun so herzlich sympathisierte. Allein Mabels Pessimismus konnte nicht einmal der Champagner beim Souper vertreiben. Sie hatten einen kleinen Tisch für zwei Personen erobert und waren sorglos in einander vertieft. „Wenn es zum Schlimmsten kommen sollte, können wir nach Palästina durchgehen," sagte er endlich, lustig ernst. Mabel schauderte es. „Ganz unter Juden leben!" rief sie. (Portsetzung folgt). Zeitschriften Rundschau. Die Wochenschrift der russischen Zionisten, „Razswiet", nimmt bei Besprechung der „Reichsduma" sehr energisch Stellung gegen die jüdischen Abgeordneten und die Kadetten. Von den ersteren heißt es: „Je länger die Duma tagt, um somehr zeigt sich in ihr der vollständige Mangel jüdischer Repräsentanten. Wir sagen, der vollständige, denn wir können doch die drei jüdischen Abgeordneten, die in die Duma gelangt sind, nicht einmal als das Surrogat jüdischer Repräsentanz ansehen. Die Last der großen Aufgabe hat unsere drei Abgeordneten zermalmt und sie sind nicht da".....Die Kadetten werden ebenfalls scharf apostrophiert: „ . . . Was ist denn im Laufe der anderthalb Monate seit der Eröffnung der Duma geschehen, um für die Judenfrage im Volksbewußtsein wenigstens ein Winkelchen ausfindig zu machen, um im Volksbewußtsein das Interesse des für seine Rechte kämpfenden jüdischen Volkes mit den Interessen der anderen kämpfenden Gruppen zu verbinden? Die Linke hat die Budgetdebatte reichlich ausgenützt, um das ganze Regierungssystem eine scharfen Kritik zu unterziehen. Aber an Eines hat sie doch vergessen — an die wilden Greuel und die schamlosen Erpressungen, die an den Juden verübt werden". Briefkasten der Redaktion. M. F. in B. Wie Sie sehen, hat die energische Sprache des »Jewish Express« gegen »Die Welt« doch einen Erfolg erzielt. Nach Wochen läßt sie sich endlich herbei, die Interviews von Max Nordau mit unserem Mitarbeiter Herrn R. Brainin und mit dem Korrespondenten des »Jewish Express« abzudrucken. Natürlich ohne Kommentar. - - - Notizen. (Zirkus Busch.) Im Zirkus Busch im Prater erregt die wahrhaft prächtige Ausstattungsfeerie in sechs Akten „Katharina II." allahendlich großen Beifall. Ungeteilten Beifall finden die Flammentänze der Frau Baronin Hoebert, der Champagnerakt Mlle. Leris Loyais, die graziösen Reiterkünste des Fräuleins Martha Molmke. Die Dressuren Ernst Schumanns sowie die Vorführnngen der zahlreichen Schnl-, Freiheits- und Springpferde und das übrige großartige Programm fesseln das Interesse der Kenner. Eingesendet. Erste Wiener Teppich-Leih- und Verkaufs-Anstalt D^"~ neu eröffnet *"M Wien, I., Krugerstraße Nr. 13. 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