Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- IX (1907)
- Issue
- Heft 14 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 »Nene National-Zeltuiig« Nr. 14 Der Morgen war erstanden, die Sonne stieg am Firmamente auf. Rosa war müde und erschöpft . . . Aber ihr Geist war wach, und es schien, als ob sie mir noch nicht alles berichtet hätte. — Die Geschichte war noch nicht zu Ende . . . — Und er kümmerte sich nicht um das Kind? fragte ich auf einmal. — Gewiß, er wollte es nicht bei mir lassen Aber mein Streben ging dahin, meinen Moses zu retten. Er, ein Atheist, ein Gegner aller Gesetze, alles Glaubens — er hätte gewiß aus dem Kinde einen Rumänen, einen Christen gemacht . . — Und Sie, Rosa, wollten, daß Ihr Sohu sein Lebtag ein Fremdling in allen Ländern, ein Unsteter bleibe? — Gewiss wollte ich, daß mein Moses ein Jude sei, ein voller Jude, unstet in allen Ländern, wie die Väter seiner Mutter und ihre Vätersväter, bis er fände — nein — bis ihm aus dem Winter seiner t-'eele jenes heilige Land erblühe, dessen Samen ich ihm dort pflanzen will. Martin wollte an die Brust des Kindes ein Kreuz hängen, ich umkleidete es mit einem kleinen Talis *) — bei meinem Leben mit einem kleinen Talis und Schaufäden . . . Das Kind erwachte und öffnete die großen Augen sah sich erstaunt und furchtsam um . . . — Mama, Mama, wer ist der Onkel? fragte das Kind und zitterte vor Furcht am ganzen Körper. — Der Onkel, der vor dir steht, ist ein guter Onkel, er liebt dich . . . Fürchte dich nicht vor ihm, mein Kind, mein Seelchen . . . — Aber der Onkel ist groß und hat soviel Haare? Nein, nein, fort mit ihm .... stammelte das Kind, und seine Blicke irrten umher. — Komm, mein Seelchen, komm, lasse ihn, ich gebe dich nicht dem Herrn. Das Kind umfing die Mutter mit seinen Händchen, küßte sie und schmiegte sich an ihr Herz. (Fortsetzung folgt.) sfciT&ftÄTUR' Private Mitteilungen, Die große Teuerung wird gemildert durch die Einführung des „C e r e s" - S p e i s e f e 11, das halb so billig ist als anderes Fett. „Ceresa-Speisefett ist kein Surrogat, sondern das reine Fett von Kokosnüssen, die frisch an der Sonne getrocknet, nach Aussig a. d. Elbe verschifft werden. Dort werden sie in den Nährmittelwerken „Ceres" der Schicht-Aktiengesellschaft gepreßt und za Speisefett verarbeitet. Dadurch unterscheidet sich „Ceres"-Speisefett von den anderen Pflanzenfetten. Eingesendet. Zehn Jahre Zionismus,'Flugschrift, herausgegeben vom Zionistischen Zentralburean in Köln (deutsch und jüdisch). Zehn Jahre Zionismus. Vortrag von Dr. Markus Ehre npreis, Großrabbiner von Bulgarien. Beide Broschüren geben einen Ueberblick über den Werdegang der zionistischen Bewegung seit den letzten zehn Jahren. Sie sind sehr populär gehalten und vorwiegend für Kreise bestimmt, die dem Zionismus noch fremd gegenüberstehen. Der Zionist erfährt aus beiden nichts neues. Dem zionistischen Programm, seiner Beleuchtung und Erläuterung, ist in beiden Broschüren sehr wenig Raum gewidmet. Die Arbeiten sind skizzenhaft. Und doch täte gerade eine Untersuchung des Basler Programms not, das nur als zeitweiliges Programmgerippe geschaffen, nunmehr wie mit einem Glorienschein des Heiligtums umgeben wird Alle Parteien wissen ihr Programm zu ergänzen, auszugestalten, den Zeitbednrfnissen zu akkomuiodieren; das zionistische Programm allein wird seit diesen zehn Jahren nicht angetastet, wenn es auch dringend nach einem Ausbau schreit. So fehlt im Basler Programm jede Stellungnahme zu Gegenwartsfragen. Es steht also '~ faktischen Widerspruch zum Parteigetriebe. Moderne Parteien pöegen aber stets ihr Programm mit ihrem Parteileben in Einklang zu bringen. Briefkasten der Redaktion. Dr. J. K. in S. Wir danken sehr für Ihre Zuschriften. Ju der nächsten Nummer. B. A. in L. Ihr Inserat wird von der Administration nächstens erledigt. Dr. R. B. in L. Sie erhalten nächstens ausführlichen Brief. Erste Wiener Tßicli-Li- Mi Maiifs-Aostalt neu eröffnet fT- Wien, L, Krugerstraße 13. 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