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Neue Nationalzeitung · 1907-03-01 · Heft 12 (1.3.1907) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 12 (1.3.1907)
Date
1907-03-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 »Neue National-Zeitung« Nr. 12 Ihre Stimme erschien mir schön. Ja es war Rosa. — Rosa?! — Mittags erkannten Sie mich nicht? — Nein. —??? — Wie haben Sie sich verändert! Ich hätte Sie nicht wiedererkannt; ich hoffte auch nicht, Ihnen hier zu begegnen . . . Ich betrachtete ihr Gesicht; ihre Augen waren groß, die Wangen mager und eingefallen. — Mein Kind erkrankte heute abends, ich bin allein, kein Menscli um mich . . . Ich weiß nicht, was ich beginnen soll . . . Schrecklich ist es, allein beim Krankenbette die gaüze Nacht zu sitzen . . . — Wenn Sie erlauben gehe ich mit Ihnen und will Ihnen behilflich sein. Die Krankheit des Kindes freute mich beinahe, denn damals kannte ich seinen Vater noch nicht. — Und im Dunkel der Nacht ging ich über die schlummernde Dorfstraße nach ihrer Wohnung. * * * Ich hatte Rosa kennen gelernt, als sie Studentin an der Universität in N. war. In einer bestimmten Gestalt sah ich ihr Gesicht seit der ersten Begegnung. Es war also gekommen: Ich saß auf der Bank eines Hörsaales und lauschte den Worten des Vortragenden, der über die Venus von Milo sprach. Die Worte, die im Verhältnis zu ihrer Schönheit ein wenig trocken klangen, waren zumeist der folgenden Untersuchung gewidmet: Wie schlank ihr Hals, wie ebenmäßig die Schenkel seien und wie das Modell der abgehauenen Hand aussehe. Das Resultat war: Venus ist die vollendetste Verkörperung alles Schönen. In dieser Minute erhob ich unwillkürlich den Kopf und bemerkte, daß neben mir eine jüdische Studentin saß. Das war Rosa. Wie ein Blitz rührte mich ihre Schönheit, wie die Offenbarung einer fernen Welt, die ich nur erfühlt, und deren Nähe ich nicht bemerkt hatte. Alle die geistreichen Worte des Dozierenden schienen mir wie ödes Geschwätz und im Vergleiche mit der Schönheit, die ich geschaut wie tote, mumienhafte Pracht, Ich sagte mir: Venus und was damit zusammenhängt — mag der Teufel holen. Hier sehe ich mit eigenen Augen, hier fühle ich mit allen Fasern lebendig pulsierende Schönheit, jene Schönheit, die ich erfühlte und die mich umfing — das war die Schönheit der jüdischen Sulaniith. Als die Hörer aufbrachen, beschäftigten mich nicht die Worte des Lehrers der griechischen Kunst, ich betrachtete nur Rosas Antlitz von der Seite. Mein Blick verlor sich in ihrer Pracht. Die großen Augen waren wie zwei kostbare Steine, zart und gelenkig schien ihr Hals, der wie aus Elfenbein gegossen war, lieblich und schön. Ihr ganzes Wesen glich einem lebenssüchtigen, keuschen Leben, wie eine der Rosen des Tales, voller Wonne und Glanz. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der Redaktion. Auf mehrere Aufragreu aus Krakau: Die Gesetzesvorlage wider den unlauteren Wettbewerb hat noch keine Gesetzeskraft erlangt, da sie das Herrenhaus ablehnte. Private Mitteilungen. (Der Magen ist konservativ.) Kein Organ des Menschen hängt so sehr am Hergebrachten wie der Magpn. Die Bäckereien der Heimat, die köstlichen Speisen des mütterlichen Herdes ergötzten Gaumen und Magen noch in späten Jahren und nur mit Mühe entschließen wir uns za Neuerangen in der gewohnten Nahrungsweise. Um so interessanter ist die Wahrnehmung, daß man das köstliche „Ceres" Speise-Fett in jüdischen Kreisen schon so sehr verbreitet findet. Der Grund ist übrigens einleuchtend. „Ceres" Speise-Fett sieht appetitlich aus und hat einen vollkommen reinen, haselnußkernähnlichen Geschmack. Es ist auch kein Kunstprodukt, sondern das. reine Fett der Kokosnüsse, die in den „Ceres"-Werken in Aussig a. d. Elbe gepreßt werden. Die rituelle und hygienische Reinheit ist daher garantiert. Viele Speisen schmecken mit „Ceres" sogar viel delikater als mit tierischen Fetten. Da „Ceres" Speise-Fett außerdem leicht verdaulich ist und faßt die Hälfte von dem kostet, was man für Butter zahlen muß, so ist es leicht verständlich, daß es selbst den verwöhntesten Gaumen und Magen befriedigt, und rasch in alle Haushalte eindringt. — Krapfen mit „Ceres" Speise-Fett zubereitet, sind wohlschmeckender und leichter verdaulich als alle anderen. Eingesendet. Erste Wiener iifl Yerkaufs-Anstalt neu eröffnet 3£ Wien, I., Krugerstraße 13. Es gelangen zum Verkaufe: Wirtschaftsteppiche, 200/300 ........von fl. 4.25 aufwärts Persia, 200/300 .............„ „ 6.50 Brüsseler Ia, 200/300 ............„ „ 12. — „ Tapestrie, Schafwolle, 200/300 ....... , 16- „ Veloursplüsch, 200/300 ........... „ 17.— Laufteppiche in allen Breiten......., - .18 „ Bettvorleger............... „ —.45 „ Wandteppiche..............„ „ 1.50 ,. Spiizenvorhänge per Fenster......... „ 1.80 Tüllstores mit Applikation.........„ „ 4.— „ Portieren................. 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