Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 9 (7.1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Es ist an der Zeit, daß nun die jüngere Generation zu verantwortlichen Aufgaben gelangt, Aufgaben, in denen sie frei von der Vormundschaft der älteren Führer den gemäßen Ort für die Auswirkung ihrer Kräfte finde. Es ist allmählich offenbar geworden, daß die äftere Führergeneration im Bunde ein Hindernis für das Freiwerden frjscher Kräfte darstellt und daß nur deren Trennung vom \V»nderbund eine Lösung zuwege bringt Am Tage, da diese Bemerkungen niedergeschrieben werden, hat der größte Einzelbund aus Erkenntnis dieser Tatsachen die bislang stärkste Veränderung erfahren, die sein Werdegang kennt. Indem seine Führerschaft sich von Grund auf neuordnet, wird mit der in Leipzig eingeleiteten Verjüngung des Wanderbundes Ernst gernacht, wird zugleich die damals geforderte Ausweitung des Gesamtbundes durch Schaffung des Älterenbundes verwirklicht werden. Man hat sich in Forchtenberg — freilich nur in einer Nebenbemerkung — über die Älferenbünde unterhalten. Es muß ausgedrückt werden, daß die Bedeutung dieser Formationen immer stärker wird, wenn fast die gesamte Nadelträgerschaft in Korporationen vereint sein wird. Die Nadelträgerschaft wird jetzt beginnen können, als solche den Bund der älteren Menschen neu zu gestalten. Außer den Jungführern und wenigen Altern werden künftighin im Wanderbund nur wenig Nadelträger sein; damit bildet sich von selbst ein Zustand heraus, der die Bedeutung der Nadel noch strenger faßt, als es oft im Strudel der Geschehnisse zu sein schien. Eine Stunde Weges von Forchtenberg liegt Berlichingen. Man hat auf diese Nachbarschaft hinweisend sich der Zeiten von 1918 und 1919 erinnern müssen, wo die heute den Wanderbund verlassende Führergeneration ihren Weg zu aktiven Aufgaben fand. Damals waren alle Kräfte ausschließlich an ein Leben der Fahrt, in Zug und Einzelbund, hingegeben. Fehlte auch die Straffheit, so war doch das Gefühl des Zusammenschlusses überall' lebendig. Persönliche Beziehungen zwischen Einzelnen waren noch über den ganzen Blau-Weiß ausgespannt. Unwillkürlich verglich man die Stagnation des Wanderbundes von gestern mit dem Aufblühen des Bundes von damals. Heute möchte man — weil man froh sein darf über eine klare Entscheidung und gesunde Lösung — noch hinzufügen; daß die neue Führergeneration unter günstigen und ungünstigen Voraussetzungen den Wanderbund übernimmt, daß ihre Aufgabe leichter und doch zugleich schwerer geworden ist als sie damals den im gleichen Aliter stehenden gestellt war: Leichter, weil vieles im Blau-Weiß seitdem klarer geworden ist, weil das Ziel deuUichetvor uns liegt als in der Verwirrung der Revolutioszeit schwerer, weil nicht ufie damals die Achtzehnjährigen die älteste Generation des Bundes bilden. Aber in einem gleicht die Situationen heute den Ereignissen, die sich damals abspielten, daß wieder Menschen sich finden, die verantwortungsfroh und voll von Plänen sich an ihr Werk machen. Berlin Erich Cahn 133