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Blau-Weiss-Blätter · 1924-04-01 · 8 (4.1924) · page 42

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1923-1924) Neue Folge
Issue
8 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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das Große, das einmal da war, jedenfalls einmal möglich war und deshalb auch wohl wieder einmal möglich sein wird; er geht mutiger seinen Gang, denn jetzt ist der Zweifel, der ihn in schwächlichen Stunden erfüllt, ob er nicht vielleicht das Unmögliche wolle, aus dem Felde geschlagen." (Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen,. über den Nutzen und Nachteil der Historie.) Breslau Martin Braun. Zur Kunstform der Erzählung in der Bibel Es ist für die Erzählungen der Genesis, wie überhaupt für alle Erzählungen des Alten Testaments bezeichnend, daß sie keinen gehobenen, schwungvollen Stil haben, sondern auf jeden Schmuck der Rede verzichten: die Erzähler sind bemüht, die Dinge mit den einfachsten Ausdrücken klar und deutlich zu bezeichnen; alles Pathetische und Leidenschaftliche tritt in der eigentlichen Erzählung ganz zurück und wagt sich auch in den mitgeteilten Reden nur schüchtern hervor. In dieser Stille und Kargheit des erzählenden Stils besteht zum großen Teil die Schönheit der alten Geschichten. Nur an bestimmten Stellen, an den Höhepunkten der Erzählung, besonders wenn die Sage von wunderwirkenden Worten berichtet, erhebt sich die Sprache zum schwungvollen, poetischen Stil, so wie auch im Märchen die Zauberworte poetische Form zu haben pflegen. Die Charakteristik ist meist völlig der Handlung untergeordnet. Es wird diejenige Eigenschaft der Personen geschildert, die für den Fortgang der Handlung notwendig ist; alle übrigen werden ausgelassen. Wo der gegenwärtige Erzähler eine psychologische Auseinandersetzung - geben würde, bringt der Antike eine Handlung. Zu reflektieren hat er nicht verstanden, aber er war Meister darin, anzuschauen; die bewunderungswürdige Kunst der indirekten Schilderung der Menschen durch ihre Handlungen ist es vor allem, welche die Sagen so anschaulich macht. (H. Gunkel, Genesis-Kommentar) 126

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