Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1924-04-01 · 8 (4.1924) · page 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1923-1924) Neue Folge
Issue
8 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2425321-2425322-2425329--1361-2425625
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Preise für den Photographie-Wettbewerb: 1. Preis: Kunstdruckpapier, Gelbscheibe, Filter. 2. Preis: Gegenstände für die Dunkelkammer. Preisrichter: Bundesleitung, Heinz Nagler, Erich Cahn, Anneliese Strauß, Berta Cohn, Käthe Gerson. Das Handwerksamt des Blau-Weiß. Bibliographie. (Dritter Teil) Der dritte Teil der Blau-Weiß-Bibliographie umfaßt die wichtigsten Werke und Spezialarbeiten zur jüdischen Geschichte. Wie schwer bereits vom wissenschaftlichen Standpunkt aus es ist, eine Auswahl zu treffen, weiß jeder Kundige auf diesem Gebiet. Wir, die wir alles andere als rein erkennfnismäßig zu den Fragen und Werten unserer Vergangenheit stehen, sind noch vor besondere Schwierigkeiten gesetzt, die durch das Tastende und Unfeste unserer Stellungnahme überdies vermehrt werden. Wir stehen als Zionisten vor unserer Vergangenheit mit Gesichtspunkten, die sich bisher noch nicht zu zünftiger Geltung erhoben haben. Und auch im Zionismus selbst stehen wir mit unserer Abwehr reklamehafter und kurzsichtiger nationalistischer Umdeutungen der kulturellen Ganzheit des Judentums zwar nicht allein, aber doch besonders da. Eine Geschichte des jüdischen Volkes für das Bewußtsein und die lebendige Anschauung unserer Generation ist noch ungeschrieben. Solange das Volk- Sein der Juden in ihrer eigenen Gemeinschaft unangefochten blieb, hat es eine jüdische Wissenschaft im modernen Sinn aus der Anschauungsart des völlig unhistorisch lebenden alten Judentums heraus nicht geben können. Die Entstehung einer Wissenschaft des Judentums fällt erst in eine Zeit, in der das Volksbewußtsein im Westen durch die Emanzipation stark unterhöhlt worden war und die Neigung, eine „rein geistige Natur der Volkstümlichkeit Jisroels" (S. R. Hirsch, Neunzehn Briefe etc. S. 94) anzunehmen, aller jüdischen Selbstbetrachtung die beherrschende Signatur gab. Die innere Brüchigkeit, die damit in die Wirklichkeit des Lebens selbst einbrach, hat die Wissenschaft des Judentums zu einem fragwürdigen Gebilde gemacht, dem mit der Unfähigkeit aus einem immer neu sich belebenden Born des Volkstums zu schöpfen, auch jede wesentlichere Rückwirkung fehlen mußte. Ganz im Gegenteil, die unfruchtbare Einsamkeit, zu der das neue Gewächs von vornherein verurteilt, war, hat ihm jene Zweige von apologetischem, propagandistischem und homiletischem Geiste angesetzt, die es in seiner Freiheit stark behindert und für uns nicht mehr erträglich gemacht haben. Auch das Auftreten von bedeutenderen Gestalten gleich im Anfang, der Geiger, Zunz usw. hat das 105

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.