Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 8 (4.1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2425321-2425322-2425329--1358-2425622- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Blick und Freude des Entdeckers, Unbekannt ist die Glut und Kühle des Hohenliedes, unbekannt die schwerfällig drohende, doch demütige Sprache der Gesefze, unbekannt die Starrheit und furchtbare Beweglickeit der alten Heldengeschichten, unbekannt die ganz menschliche Leidenschaft, in der wir bei Arnos; Jesaiah, Jeremiah, den Herrn aller Welten — nicht die menschlichen Götter Homers — fluchen, segnen, trüsten und bitten hören. Nicht ein Echo unser selbst dürfen wir aus der Bibel erwarten und schwerlich ein neues Anknüpfen der zerrissenen Fäden in unsere Vergangenheit. Was wir erwarten dürfen, finde ich mit einiger Beschämung von dem nichtjüdischen Führer gesagt, dem wir soviel verdanken. Es steht im west-östlichen Diwan: „Und so dürfte Buch für Buch das Buch alier Bücher dartun, daß es uns deshalb gegeben sei, damit wir uns daran, wie an einer zweiten Welt, versuchen, uns darin verirren, anf klären und ausbilden mögen." Breslau Stefan Cohn-Vossen Nachbemerkung der Schriftleitung. Nicht zuletzt an die nisstarim im Blau-Weiß, die das Hebräische tiefer zu durchdringen begonnen haben, ist dieser Aufsatz gerichtet: als Aufruf zur Mitarbeit. Eine ernsthafte Beschäftigung des Bundes mit dem Hebräischen ist nur möglich, wenn die wenigen von uns, die dem Bezirk der jüdischen Kultur bereits nähergerückt sind, sich dafür ganz einsetzen. Der Nachdruck soll dabei weniger auf der prinzipiellen Auseinandersetzung als auf Hinweisen und Lernen liegen. „Sein Urteil befreit nur wer sich willig ergibt." 102