Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 6 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Transportwesen usw. unterbringt. Die Kosten für die Ansiediung eines Landwirts sind infolge der gesunkenen Preise für Baumaterialen, Vieh und, Geräte sehr heruntergegangen und belaufen sich heute, falls der ameliorierte Boden im Werte von 3- 400 £ vom jüdischen Nationalfonds in Erbpacht zur Verfügung gestellt wird auf etwa 500 £. In Handwerk und Industrie kann die Summe, welche von langjährigen Krediten für die Schaffung neuerlndustrien oder neuer Handwerke gewährt werden muß, auf ungefähr 200 £ pro Familie geschätzt werden. Es lassen sich also mit efnem Aufwand von etwa 700 £ zwei Familien in Landwirtschaft und Industrie unterbringen, und unter Berücksichtigung des oben Gesagten ergibt dies, daß damit gleichzeitig auch zwei Familien ohne materielle Hilfe unsererseits Beschäftigung finden können. Es folgt daraus, daß wir für jede Familie, die in Palästina eine dauernde Existenz finden soll, zur Zeit etwa 175 £ benötigen.........." Seite 154-155. II. Mosch wei-Owdim. ......Die Gründung der Moschwei-Owdim hat ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Kolonisation in Palästina eröffnet. Hier wurden alle die Erfahrungen, welche man in der palästinensischen Kolonisation bis dahin gesammelt hatte, planmäßig benutzt. Der grundlegende Unterschied zwischen der Methode der Moschwei- Owdim und den landwirtschaftlichen kooperativen Gruppen liegt in der Arbeitsform. Während die Anordnung der Arbeit in der Gruppe kooperativ ist, ist die Art der Arbeitsordnung im Moschaw individuell. In dem Streit, welcher von beiden Wirtschaftsformen der Vorzug zu geben sei, hat sich jetzt ein Teil unserer Siedler für die Form der individuellen Wirtschaft in dem Moschaw Owdim entschieden. Die Träger der Idee des Moschaw Owdim streben nach individueller Lebensweise, wollen ihre Kräfte auf ihrem individuellen Bodenteile konzentrieren und die Ergebnisse ihres persönlichen Fleißes sehen. Aber auch diese Anhänger einer individuellen Wirtschaftsform übernahmen von der kooperativen Wirtschaft das Bestreben nach Kooperation in allen Arbeiten und in allen Zweigen auf, in welchen sie, aller Voraussicht nach, Nutzen bringen' kann. So werden auch in den Moschwei-Owdim der Kauf der notwendigen Materialien und der Verkauf der Erträge in kooperativer Weise arrangiert. Außerdem vereinigen sich in vielen Fällen kleine Gruppen aus der Mitte der Mitglieder der Siedlung zur Durchführung bestimmter Arbeiten in einem bestimmten Zweig. So wurden z. B. in den Arbeitersiedlungen in kooperativer Weise Gebäude errichtet. So wurde auch das tiefe Pflügen und die Pflanzung von Waldbäumen usw. gemeinschaftlich vorgenommen. Die gemeinsame charakteristische Linie des Moschaw, die sich hauptsächlich auf individuelle Arbeit stützt, wie auch der kooperativen Gruppe ist der Gedanke der Eigenarbeit. Dadurch, daß in der Wirtschaft kein Bedürfnis nach Lohnarbeit sein wird, wird man voraussichtlich der prinzipiellen Schwierigkeiten Herr werden, auf welche die Wirtschaften der ersten Kolonisten stießen. Dementsprechend soll die Wirtschaftsmethode den Kräften der Familie entsprechen und der Typus soll vielgestaltig sein, damit 29