Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 6 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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sondern in bestimmten sehr verständlichen und als solchen sehr berechtigten grundlegenden Stimmungen. Immerhin sollte man diese Zusammenhänge einmal gesehen haben. — III. Das Bild des Bundes von gestern ist also durch eine Haltung seiner Menschen gekennzeichnet, die einseitig bestimmt wird durch das, was ich das Prinzip der Kraft nennen möchte, jene stimmungsmäßig fundierte Einstellung auf den seelischen Bezirk des Irrationalen und der unbedingten Tat. Und ausgehend von diesem Bilde des Bundes wäre nun zu zeigen, welche Aufgaben sich daraus für die Korporation ergaben, und dabei handelt es sich um dieselbe Fragestellung» die bereits dem gesamten dargestellten Bilde des Bundes zur Grundlage gedient hat: die Frage der geistigen Haltung unserer Menschen. Aus dem Gesagten geht bereits hervor, wie außerordentlich problematisch es um diese Dinge bestellt ist. Demnach erscheint es unumgänglich notwendig, hier übier ein mehr oder minder deutliches Empfinden der Unzulänglichkeit des Bestehenden hinaus zu eindeutig und klar formulierten Erkenntnissen zu gelangen von dem, was not tut. Und es muß nun versucht werden, hierüber etwas zu sagen. Es muß unser Ziel sein, die Haltung unserer Menschen der bewußten oder unbewußten Herrschaft eines bestimmten persönlichen Ideals zu unterwerfen, des der politischen Persönlichkeit. Gemeint sind also Menschen» die bei aller Einstellung auf Dinge der Gemeinschaft ihren Schwerpunkt in sich haben, in einem bestimmten seelischen Bezirk, worin sie frei und sicher ruhen (in den übrigen Verknüpfungen zur Gemeinschaft stärkstens rrüt einbezogen sein können, also nicht etwa dasselbe, was man „nationalfreie Sphäre" genannt hat). Diese Menschen werden die Kraft haben, von sich aus den Dingen in Handeln und Erkennen beherrschend gegenüberzutreten, und dies umso stärker, je mehr sie durch die Macht großer transzendenter Gewalten gebunden sind. Diese Menschen werden wissen, was sie wollen, und fähig sein, klar und entschieden ihren Weg zu gehen. Sie werden die Kraft haben, neue Erkenntnisse verarbeitend in sich aufzunehmen, ohne ihnen zu erliegen, und so wird es ihnen überhaupt erst möglich sein, in Wahrheit eine einheitliche Entwicklung zu erfahren. Sie werden auch ein sicheres Verhältnis gewinnen jtum Wert der Erkenntnis als solchem: sie werden wissen, daß zwar alle Erkenntnis bestenfalls wertlos ist, wenn sie nicht aus einer Kraft kommt, daß aber ebenso alle Kraft ihren Sinn verliert, ohne die Richtung, die ihr Wert verleibt. — Persönlichkeit 1 Es ist klar, daß mit diesem Wort im Sinne einer Weitanschauung kein letztes Ziel gewesen ist, aber man sollte doch einmal erkennen, daß hier immerhin auch so etwas gegeben ist, wie ein Maßstab, für die Bewertung von Menschen, während es manchmal scheint, als ob unsern Leuten jedes Gefühl hierfür überhaupt fehlt. Ober all dieses wäre noch viel zu sagen (z. B. über den Wert des Persönlichkeitsgedankens im Sinne des humanistischen Bildungsideals im Zusammenhang mit dem Vorigen), und hoffentlich wird das auch von „berufnerer 11