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Blau-Weiss-Blätter · 1925-01-01 · Editorial · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
Editorial
Date
1925-01-01
Page
Seite 35 (sequence 38)
Language
German
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so könnte auch unser ganzes Volk gesunden. Es ist nicht genug, daß wir das Land kaufen, mit Geld kann man ein Land nicht erwerben. Nur die Arbeit kann es zu unserem Lande machen, und solange das Land nicht durch unsere Arbeit zu dem unsrigen gemacht worden ist, gibt es kein nationales Leben. Wenn wir auf diese Weise das Land erworben hätten, so würden wir auch ein anderes Verhältnis zu den Arabern haben, denn mit Recht sagen jene, daß das Land nicht uns gehört, solange ihre Söhne es bearbeiten. Die ersten schwachen Gruppen jüdischer Arbeiter waren es, die uns ein Recht auf das Land erworben haben. Dies ist der Gedanke der Arbeit, der uns leitet und es ist ein tiefer Gedanke, der zu tiefen Folgerungen führt. In der ganzen Welt gibt es einen Kampf zwischen Arbeit und Kapital; bei uns gibt es einen viel tieferen Kampf, den schonungslosen Krieg zwischen schöpferischer Arbeit und parasitärem Leben. Nicht nur in Erez-Israel, sondern auch im Galuth müssen wir uns selbst alle umwandeln, damit ein neues, arbeitendes Volk entsteht. Jeder muß dafür sorgen, daß er nicht als Parasit lebe, sondern ein produktives Leben führe. Auch im Galuth müssen wir das Volk umwandeln, damit es aus dem Parasiten zum Schaffenden wird. Ich fürchte nicht, daß dann das Volk im Galuth bleiben wird. Zwischen den Arbeitenden gibt es immer Verständnis, und dies Verständnis führt nach Erez-Israel. Das Volk wird mit Erez Israel verbunden bleiben, auch wenn es über die Erde verstreut ist, und auch mit den anderen Völkern werden wir uns besser verstehen, wenn wir ein individuelles Leben führen; wenn wir keine Parasiten mehr sind, dann können wir wieder Segen bringen. Nicht im Wesenlosen, sondern in dem Geiste, der aus der Erde herauswächst, müssen wir leben. Wie im Christentum und im Islam muß auch in uns wieder eine Kraft lebendig werden, die aus dem Boden strömt. Wir haben ein neues Volk zu schaffen, das wieder menschlich lebt, dessen Menschen neue Menschen sind, erfüllt von einem neuen Weltgefühl. Ein Mensch — Volk] („Am-Adam"). Wenn ihr dies versteht und diesen Zustand ändert, dann werden wir in unserem Lande leben können und werden es uns erwerben, nicht durch die Gnade der^Völker, sondern durch uns selbst.. Ich bin nicht so einseitig zu sagen, wir brauchen nur die Arbeit zu tun und können auf Ideen verzichten. Wir haben 35

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