Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 1 (9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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tägliche Mitarbeit der Zionisten zu gewinnen. In den verschiedenen Ländern sind die Möglichkeiten für die Hauptprodukte genau zu prüfen. Die beteiligten Branchen sind in ihren zu werbenden Mitgliedern zu organisieren. Gruppen von Händlern, Restaurateuren oder Zigarettenfabrikanten, Importeuren etc. müßten auf diese Weise als Aufbaukörper unseres Landes gebildet werden. Die Presse muß ebenfalls erfaßt werden. Dauernde redaktionc-üe Notizen wirken reklametechnisch weit besser als Annoncen. Diese ganze Arbeit kann nur von offizieller Seite her geschehen und auch nur dann, wenn sämtliche Beteiligten die Bedeutung der Arbeit begreifen. II. Die zionistische Organisation als Jewish Agency muß eine offizielle Wirtschaftspolitik führen. Die Wirtschaftspolitik hat erstens mit Staaten und zweitens mit der Wirtschaft der einzelnen Länder zu rechnen. Zum ersten Gebiet gehören die sehr wichtigen Zollfragen. Palästina ist heute als Mandatsgebiet in einer sehr schwierigen Situation. Die Vorzugszölle, die England seinen Dominions gewährt, finden auf Palästina noch keine Anwendung, weil nach dem Mandatsvertrage in ihnen vielleicht eine Benachteiligung der anderen Mächte gesehen werden kann. Wenn die letztere Entscheidung feststeht, fällt Palästina eine sehr ungünstige Rolle zu. Abhängig von Englands Wirtschaftspolitik und seinen Interessen, ohne die Vorteile eines Dominions zu besitzen, und ohne die effektive Möglichkeit zu haben, eigene Verträge mit fremden Staaten zum gemeinsamen Vorteil zu schließen, ergibt sich kein Weg für eine dem Aufbau dienende, auswärtige Handelspolitik. III. Mit einzelnen Ländern müssen Austauschverträge geschlossen werden. Für viele Produkte sind keine Absatzmärkte vorhanden, obwohl der Import weit größer ist als der Export. 1922 23 betrug der Import £ 5 569 000,— und der Export £ 1 314 000, -. Dieser viermal so große Import muß für den Export national ausgenutzt werden, selbst wenn private Händlerinteressen hierbei geschädigt werden. So wie Rußland und andere Länder Austauschverträge geschlossen haben, bei denen durch Im- und Exportgesellschaf len in" Verbindung mit ausländischen Konzernen ein Warenaustausch stattfindet, müssen wir auch vorgehen, d. h. der Im- und Export muß im Interesse des Absatzes der Palästina-Produkte national organisiert und geführt werden. *) Neben den staatlichen und privaten Austauschverträgen gibt es auch noch finanzielle Mittel zur Absatzeroffnung. Wenn Italien an die polnische Tabaksregie einen verhältnismäßig geringen Kredit gegeben und dabei verlangt hat, daß Polen 40% seines Tabakbedarfes durch italienischen Tabak deckt, so kann man hier die finanziellen Wege begreifen, mit denen Staaten ihre Produkte absetzen. Solche Kreditverhandlungen können auch von *) Anmerkung: Zum Verständnis dieses Vorganges ein Beispiel: Deutschland soll für £ i ooo ooo:—:— Baumaterial, Eisen, Zement importieren. Es muss dafür als Zahlung für £ I ooo ooo:—:— Palästina-Produkte nehmen. 19