Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 1 (9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Bundesidee. I»ic*er Auf-ntr und der nachfolgende sind urvprünguVh (ür ein Run<i<chrriben in kleinerem Krct* bestimmt pewcsen. Kinen» «olchrn Umstand sind Mängel in drr rnrmulienm«.' und Betmio^uncr für dvn Zwrck jeiriijer Venvenm'n? ruoine zu hellen. Der Verf;;=«er. I. Bundesidee und Zionismus. Um eine Bundes-luee zu eni wickeln, muß man von der zionistischen Lage und ihren herrschenden Id..-er. anstehen. Die zionistische Organisation war das Erbe Herzls. Alle po^li^en Hinrichtungen derselben, angefangen vom Aufbau der Organisation, bis zur Presse, Hank, Kongress, politischen Auftreten, nationaler Geste stammen, bis ins Lachet liehe gehend, von ihrem ersten Führer. Auch Weizmann hat mir die politische Arbeit Herzls fortgesetzt und zwar voll kommen in seinem Stile. Das bedeutet keine Verkleinerung dieses genialen A\annes. Denn ohne ihn wäre die tfüentlidi rechtlich gesicherte Heimstätte nicht verkündet worden. Als S c h fi I e r Herzh hatten die Zionisten zweiiellos Eriolg. Als Neuheginner eines großen Werkes, des Aufbaus Palästinas, muß man denselben bestreiten. Herzl hatte ein bestimmtes Bild von der Kolonisation. Sein Roman Alt-Neuland» seine Tagebücher, sein .Ittdenstaat sind voll von eigenen Ideen. Auch sein innenpolitischer Wille trat klar hervor. Er wollte eine aristokratische Republik. Vielleicht träumte er von einrr Monarchie, lehnte sie jedoch aus Vernunftgt*inden ab. Sein Vorbild war Venedig, diese wunderbar wirkende, macht- und kultnrreichc Stadt mit ihrem Senat, ihren Dogen und ihrer kraftvollen inneren Einheit Aus dieser lebendigen Vorstellung ergab sich der überzeugende Einfluß seines PIaiu-5. Die heutige zionistische Bewegung entbehrt jedes klaren Bildes. Soll Palästina sozialistisch sein, soll es kapitalistisch werden? Bisher gibt es keine Entscheidung. Ernst zu nehmende Beobachtet; wie Dr. Felix Ptnner vom B. T. haben den Eindruck, daß die Zionisten ein sozialdemokratisches Palästina wollen, jedoch aus Rücksicht auf die bürgerlichen Geldgeber eine solche Absicht verschleiern. Kein Zweifel, daß die gesamte ta:i:tchiiche Kolonisalionsnrbeit der Zionisten sozialistisch ist. Aber es ist sicher, daß selbst die große Mehrheit der deutschen Zionisten einen so!ch«:ti Beschluß ablehnen wird. Richtig ist ferner, daß man bisher keine Kapitalisten für Palästina geworben hat, sondern nur Chaluzim und daß man die Bürger zwar als Geldgeber schätzt und hofiert, aber sie als schaffende Menschen für den Aufbau nicht gesucht hat. Wenn in der letzten Zeit die Zahl der vermögenden Einwanderer weit über- 4