Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 4 (6.1923)
- Date
- 1923-06-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ratsraum (cä- 13,5 qm) und Rauin für eine Werkstatt (ca. 23 qm). (Dieser Raum ist ganz hell, da der Abhang: richtige Fenster ermöglicht), im Parterre: Veranda (ca. 8,5 qm), durch diese Eingang; in Küche (ca. 13,5 qm) und Wohnzimmer (23 qm); im Obergeschoß Schlafräume für Jungen und Mädels (zusammen ca. 46 qm). Geplant wurde ein Fachwerkhaus (in fränkischem Stil), und man machte sich daran. Pläne zu entwerfen, zu verwerfen und wieder zu entwerfen. Man besprach, wie man das Haus bauen wollte, wieviel Geld man brauchte, wie es aufzubringen sei. und was derigl. Dinge mehr sind. Darüber sollen hier nicht viel Worte verloren werden. Wirklich begonnen wurde im Spätherbst 1921 mir der Bauhütte (um die Werkzeuge und Baumaterialien aufzuheben). Sie wurde aus Schwarten gezimmert, stürzte zwar zunächst in einem Srurm wieder zusammen, als sie jedoch am 2. Sonntag fest und sicher stand, waren wir recht stolz auf unser erstes Werk. Dann wurde derBauplatz abgesteckt und abgegrenzt, und man begann, die Baugrube auszuheben. Das war eine recht anstrengende Arbeit, und bis zum Winter wurden wir mit unseren paar Leuten damit nicht fertig. Der Winter unterbrach die Arbeiten. Zwar nicht so, daß man gar nichts tat: man fuhr auf kleinen Steinkarren große Quadern bei, ja man grub sogar im Uebereifer an der Baugrube weiter, so schwer es auch ging- Richtig vorwärts kam man indes nicht. Das Frühjahr brachte Schwung in die Sache: man machte die Baugrube fertig, man fuhr vom nahen Sägewerk das Holz bei, man legte einen Abbruch nieder, um billiges Material zu bekommen, man grub zum gleichen Zwecke in einer verfallenen Ziegelei Segel aus und fuhr sie bei, und man machte den Zaun. Dieser Zaun, der den oberen Teil des Platzes (Garten) samt dem Hause umschließt, hat viel Mühe und viel Spaß gemacht. Man lernte das Nageln dabei, das Sägen und bekam einen Vorgeschmack von Zimmerei (Zapflöcher stemmen, Zapfen schneiden). Während noch am Zaun gearbeitet wurde, wurde der Kalk angefahren und mußte von einigen Jungen gelöscht werden, was etwas beschwerlich war, da wir kein eigenes Wasser hatten. So begann man, den Brunnen zu graben. Er mußte 6 m tief werden, Zementring auf Zementring aufgesetzt werden, und endlich nach vieler Mühe gab der Brunnen Wasser. Zunächst zwar von kakaoähnlicher Färbung, aber immerhin unser Wasser. Schließlich wurde es sogar trinkklar. _ All diese Arbeiten nahmen Vorfrühling und Beginn des Frühlings in Anspruch. Ostern wurde schon mit der Grundmauer begonnen. Säe wurde zunächst betoniert, dann mit Steinblöcken und Quadern hochgemauert (wobei wir fremde Hilfe brauchten). Bis zum Sommer waren Grundmauer und Sockel so weit, daß man das Fachwerk nur hätte daraufzustellen brauchen. Das allerdings war noch lange nicht fertig. Im Frühjahr wurde damit 33