Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 3 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2425321-2425322-2425324--1208-2425382- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Außerdem wird es die Aufgabe der Mädchen sein, die Küche einzurichten, d. h. die Ausstattungder ^Wirtschaft zu übernehmen. Die einzelnen Mädchenbünde sollen sich selbst Materialien verschaffen, und wir nehmen an. daß die angeforderten Gegenstände aus bestem Material hergestellt und tadellos gearbeitet werden. Ebenso ist bei der Beschaffung der Wirtschaftsgegenstände beste Ware Bedingung. Die fertiggestellten Bekleidungsstücke und die gesammelten Wirtschaftsgegenstände sind an Hanna Strauß, Karlsruhe, Moltkestr. 19, zu senden. Auch alle Anfragen sind an dieselbe Adresse zu richten. Schalom! Die Mädchen des Karlsruher Kreises. Palästina Aus dem Brief eines palästinensischen Blau-Weißen. Tel Awiw. den 27. 3. 23. „. . . Am letzten Mittwoch früh bei strahlender Sonne und ganz stiller See kam das Schiff an die Reede von Jaffa. Jaffa liegt ganz herrlich: terrassenförmig steigt die Altstadt auf und die Minaretts, die beherrschend herausragen, erhöhen die malerische Geschlossenheit des Bildes in seiner bunten Abwechslung und Farbenpracht: ein Bild, dessen Gegenpol etwa die strengen Konturen der Ansicht von Wismar oder Danzig (vom Meere aus) sind. Die Schönheit von .Jaffa empfand ich besonders im wohltuenden Gegensatz zu Port Said, das öde, einförmig und trostlos im Meeressande liegt und trotz europäischer Levantinertünche ein trostloses Nest ist. Uebrigens war es uns zwei Tage vorher gelungen, am Abend spät und trotz des Verbots nach Alexandrien hineinzuschleichen, das als erste orientalische Stadt und besonders am Abend dazu einen märchenhaften Eindruck auf uns machte. Das ganze Leben spielt sich auf der Straße ab. der Schuster hat dort seine Werkstatt, der Wäschehändler seinen Laden usw. Die ganze Stadt ist ein großer Markt, wobei aber nicht nur die Händler -dort ihre Stände haben. Da sieht man einen Kesselmacher Kupferkessel hämmern, einen Teppichweber-bei der Arbeit usw. Und dazu Unmassen Menschen, die aber nicht wie bei uns in der Leipziger Straße ihrem Beruf nachgehen, sondern schwatzen. So ein Überangebot an Menschen wie im Orient und so eine Verschwendung von Menschen ist nicht vorstellbar. Da laufen gleichzeitig ein Dutzend Gebäck- oder Orangeverkäufer, Stiefelputzer und Geldwechsler herum, die mit einer Rolle von zehn Piasterstücken in der Hand ein großes Klappern machen. Als 41