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Jüdische Weltrundschau · 1940-05-20 · 20 (20.5.1940) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
20 (20.5.1940)
Date
1940-05-20
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU 20. Mai 1940 sich die Menschen und die Geister bewegen, ohne dass nun wirklich verantwortlich handeln muss. Auch die menschlichen Werte, die feineren Beziehungen von Mensch zu Mensch werden bei uns oft genug vergessen. Vielleicht sollte man auf diesem Gebiet vom Organisatorischen her eine Besserung an- -■■ . streben... Unser , Le b en ist voll von Ressentiments gegen alles Fremde, was verständlich ist aus den Erlebnissen in der Golah, aber schwere Nachteile bringt. In unseren inneren Verhältnissen unterliegen wir dem Prozess der „V e r m a s s u n g", durch den die Wertmassstäbe in Kultur und Politik gedrückt werden; wir haben nicht die Kraft, sogenannten radikalen Parolen zu widerstehen, mögen sie auch noch so unsinnig sein, und bürgerlicher Mut ist in breiten Schichten ein seltenes Gut geworden. Wir brauchen im Lande einen in sich ^„gelockerten" Zionismus, der allen Fragen unvoreingenommen gegenübertritt und sie nicht nach einem Schema beurteilt. Ein solcher Zionismus würde im Leben als stärkere Menschlichkeit sichtbar werden und sich durchsetzen. Wir brauchen aber auch eine Gruppe verantwortlicher Menschen, die nicht im Scheinleben - des Parteistreites elegant fechten können, sondern denen man wirklich zutraut, dass sie auf ihrem Posten ausharren werden, wenn es einmal hart auf hart geht. Obwohl es gewiss einzelne hervorragende Persönlichkeiten in unserem öffentlichen Leben gibt, besteht dieses Vertrauen zu den führenden Schichten als ganzen vielfach nicht mehr. Solche Kritik übersieht nicht* dass es im Jischuv auch heute der guten Kräfte genug gibt, aber sie sind zum Teil verschüttet. Wenn wir Palästina zu einem starken Zentrum für das Leben der Golah machen wollen, auf das sich der Zionismus berufen kann, wie immer die politische und wirtschaftliche Lage des Landes ist, wird vieles gewandelt werden müssen, was uns heute entkräftet, und, wir sollten offen feststellen, was einer Besserung bedarf, um einen Weg zur Heilung zu^ suchen.. _ Schlußbemerkung Es konnte nicht die Aufgabe dieser Bemerkungen sein, ein umfassendes Programm der Neuorientierung des Zionismus zu geben. / Auch die hier gewählten Beispiele können die Einzelfragen nur andeuten. .._P^Ziomsrnus sollte geistig ebenso sehr in seiner ei- ^^enen Substanz wurzeln, wie er weltmännisch gerich* tet seih muss. Er soll auf die unverlierbaren Wrerte unseres Volkes gerichtet sein, aber freier werden von o!en Schlacken des Tages, überlegener und frei von Hysterie. Wenn ihm dies gelingt, dannwird er sich in den Herzen unserer Jugend wie einst .seinen Platz erobern, er wird sich in einer sich wandelnden Welt gegenüber echten und falschen Idealen behaupten, die sich unser Volk so gern vorgaukelt, i»nd er wird d„ä£^iisehen bei den Besten der a n- .4eren Völker erlangen oder behaupten, das ihm meinem innersten Wesen nach zukommt. Kolonien des Judenstaates Beifrag zur Diskussion Der Artikel „Judenstaat und Kolonien" von Dr. Mayer Ebner in Nr. 12 der „Jw'R" ist darum zu begrüssen, weil er sich bemüht, das zum Ausdruck zu bringen, was zahlreiche Zionisten heute bewegt, und einen Ausweg aufzuzeigen. Wir stehen heute vor der Situation, dass zwar das jüdische Nationalheim in Palästina bereits ein lebensfähiges Gemeinwesen darstellt, das viele Tausende von Juden aus den Ländern der Diaspora aufnehmen konnte und weiterhin wird aufnehmen können, dass aber die Katastrophen, die über die Zentren der jüdischen Massensiedlung in Europa gekommen sind, Hunderttausende von Juden in eine kritische Situation gebracht hrben, die Abhilfe verlangt. Bei der Auflösung der deutschen Judenheit hat sicli gezeigt, dass die chaotische, nur der Linie des geringsten Widerstandes folgende Emigration, soweit sie nicht Palästina zum Ziele hatte, eine Gefahr für den Bestand des jüdischen Volkes wurde. Assimilation, Verschleppung der Judenfrage, Demoralisierung des Volkes mussten vielfach die Folgen sein. Nathann Birnbaum's „Volksamt für jüdische Wanderung" hätte, wenn es rechtzeitig' verwirklicht wäre, viel Fehlleitung vermeiden können. Seit einigen Jahren nun wird als Ausweg die Bildung jüdischer Kolonien ausserhalb Palästinas propagiert. Schon früher schrieb ich an anderer Stelle (Jüdische Revue, November 1937, S. 658)1 „Es gilt, Übersee-Kolonien des Judenstaates zu bilden, die diejenigen Juden aufnehmen sollen, die weder in Erez Israel noch in den alten Siedlungsländern Lebensraum haben... Man kann wohl erwarten, dass der Judenstaat in Palästina — in welcher Form auch — künftig in einen engeren Zusammenhang mit dem Britischen Empire kommen wird. Die Leiter des Empire haben — wie man auch die britische Politik beurteilen mag — stets mehr Sympathie und mehr Verständnis für das jüdische Volk gezeigt als irgendeine andere Grossmacht (die Vereinigten Staaten und Frankreich vielleicht ausgenommen). In den Dominien und Kronkolonien ist noch viel garnicht oder wenig erschlossener Grund und Boden vorhanden, der fürsystematische Grosskolonisation geeignet ist." Die Schwierigkeiten innerhalb der Judenheit (die äusseren Schwierigkeiten der Beschaffung des geeigneten Gebiets etc. liegen auf der Hand und sollen hier nicht erörtert .werden) beruhen vor allem darauf, dass den alten ideologischen Grundlagen der in den letzten Jahren eingetretenen Evolution kaum Rechnung getragen wird und damit eine Verständigung über die Erfordernisse praktischer nationaler Politik unmöglich gemacht wird. Neben dem Judenstaat in Palästina, den autonomen Kolonien mit jüdischer Massensiedlung muss die Sicherung der Gleichberechtigung als Verbreitet Familiennachrichten durch die „Jüdische „Welt-Rundschau"! %ukaiul^ VrSk« ViMUt A.O. tarfkl 3U-jhriir.eKaksiiHH.5tt2 Wofcm«fcm»nt gcicMftllcfiaff prfv«»«f lmff*m* ¥»r»SQ«Mv«rwaltuit|«* lUIrflnff •••(UeHtlta* Information«« OwUcMo» BEZUGSPREISE d. "J.W.R.": Jährl. Halbjährig Viertel/. Gross-Britannien, British Emjpire und Skandinav. Länder (Sh) U.S.A., Ganada und Latein-Amerika Holland Schweiz Frankreich freien Lettiaistu Jugoslavien Ungarn Rumänien ($) (hfl) (Frcs) (Fr.) (Fr.) (Lat) (Din.) <Pengö) CÄi) 15/- 8/- 4/- 4.— 2.2» 1.10 6.50 3.50 1.80 15.— &— 4.— 120.— 70.— 35.- 100.— 60.— 30.— 18.— 10.— 5.— 180.— 100.— 50.- 18.— 10,— 5.— 500.- 280.— 140.- Fir alle anderen Länder der Gegenwert des englischen Bezugspreises 20 BESTELLSCHEIN An die „JÜDISCHE WELTRUNDSCHAU" JERUSALEM P. O. B. 689 Hierdurch bestelle ich die Jüdische Welt- Rundschau für die Dauer 1 Jahres / % Jahres / Yk Jahres (Nichtgewünschtes bitte durchzustreichen) Den Betrag von........übersende ich gleichzeitig durch Banknoten — Internationale Post-Anweisung (Postal Order) — durch die Bank...........zahle ich auf Ihr Postscheckkonto .........überweise ich heute an Unterschrift:.................................................................. (Bitte sehr deutlich!) Genaue Adresse:......•............................................. (Ort / Land / Strasse / Nummer) dritte grundlegende Forderung jüdischer nationaler Gesamtpolitik postuliert werden. Es sollte möglich sein, auf dieser Grundlage alle verantwortlichen jüdischen Instanzen zu vereinigen, damit nach Beendigung dieses Krieges das jüdische Volk die notwendigen Schritte für Sicherung seines Lebens in Einigkeit unternehmen kann. Dr. RUDOLF LEVY (Den Haag). .... Die 40. Jahreskonferenz der Englisch Zionist Federation ist für den 23. Juni nach Manchester einberufen. Die Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten findet vom 30. Juni bis 2. Juli in Pittsburgh statt. Im faschistischen Parlament hielt der Stellvertreter des Innenministers Buffarini eine Rede, in der er die antisemitische Haltung des Faschismus rechtfertigte. Er erklärte, in der Rassenpolitik Italiens werde sich nichts ändern. Die glückliche Geburt ihees Sohnes DANIEL zeigen hocherfreut an Luis Schydlowsky und Frau Trudi geb. Rosenberg Lima (Peru), Caeilla 2146, 20. 4. 40 Zahlungen für die ypja W« R» erfolgen am besten an unsere Adresse--f\O.B. 68Ö Jerusalem ' durch ' internationale 'Postanweisung^ Postal (Money) Order — Scheck auf palästinensische Banken — Banknoten usw. Ferner bestehen folgende Zahlstellen: AMERIKA: (Siehe unter U.S.A.) BELGIEN: F. M. Philipson & Co., Brüssel, ~ zu Gunsten von Jacob Japhet & Co., Ltd., Bankers, Jerusalem, für „Jüd. Welt-Rundschau". CAN ADA: Royal Bank of Canada, Montreal, zu Gunsten von Jacob Japhet Co., Ltd., Bankers, Jerusalem, für „Jüd. Welt-Rundschau". ENGLAND: Westminster Bank Ltd., Foreign Branch Office, 41 Lothbtiry, London, zu Gunsten von J. L. Feuchtwanger Bank, Jerusalem, für „Jüd. Welt- Rundschau". FRANKREICH: Westminster Foreign Bank Ltd., Paris, zu Gunsten von Jacob Japhet & Co., Jerusalem, für „Jüdische Welt-Rundschau". JUGOSLAVIEN: An Agentie AvaJa A. G. Beograd, Frankopanova 23, Postscheckkonto Beograd Nr. 56.506. LETTLAND: Postscheckkonto Riga Nr. 6828 der Jewish. Newspaper Ltd. Jerusalem. RUMÄNIEN: Postscheckkonto Bucharest Nr. 24917 der Jewish Newspaper Ltd., Jerusalem. SCANDIN AVIEN: Skandinavska Banken A/B, Stockholm, zu Gunsten von J. L. Feuchtwanger, Jerusalem, für „Jüd. Welt-Rundschau". SCHWEIZ: Julius Bär & Co., Zürich, zu Gunsten von Jacob Japhet & Co., Ltd., Bankers, Jerusalem, für „Jüd. Welt- Rundschau". UNGARN: An Kunstaedters Zeitungsexpeditions-Bureau, Budapest, VI, Lisztferenc-te> 10.1.18. (Postscheckkonto: Budapest, Nr. 43.023) für Rechnung „Weltrundschau". U.S.A. und ganz AMERIKA: Guaranty Trust Co. of New York, 140 Broadway, New York, zu Gunsten von J. L. Feuchtwanger Bank Ltd., Jerusalem, für „Jüd. Welt-Rundschau", oder: Anglo-Oaliförnia National Bank of San BYancisco, San Francisco, zu Gunsten von Jacob Japhet & Co., Ltd., Bankers, Jerusalem, für „Jüdische Welt-Rundschau". Editor and Publisher: Dr. Robert Weltsch, Jerusalem. Printed by Gesher Printing, Press, Jerusalem. x& ' D~

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