Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 19 (13.5.1940)
- Date
- 1940-05-13
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU 13. Mai 1940 Jüdische Kolonien? Ein Beitrag zur Diskussion Dr. Mayer Ebner hat in seinem Artikel „Judenstaat und Kolonien" („JWR" Nr. 12) den Vorschlag gemacht, dass man, da doch ein jüdischer Staat in Palästina begrenzt — er hat sogar aU Grenzen die durch die vorgeschlagene Teilung genannt—wäre und nicht alle Juden aufnehmen könnte, Kolonien dieses jüdischen Staates gründen soll. Er meint es wäre verhältnismässig leicht, Juden in verschiedenen ausserpalastinensischen Ländern anzusiedeln. Meiner Ansicht nach ist dies wohl ein sehr origineller, jedoch ein kaum praktischer Vorschlag. Er selbst gibt zu, dass dort wo Juden sich in Massen aufhalten, der Antisemitismus kommen wird. Was bietet dann sein Vorschlag neues, wenn er mit den Juden auch die Antisemiten verpflanzt? Etwa die Garantie der Grossmächte? Aber daran kann ja kaum der eingefleischteste Optimist glauben. Die Well hat andere Sorgen als uns Juden und wird sich nie ernst mit uns beschäftigen. Ausserdem glaube ich nicht, dass nach diesem Kriege, obwohl viele das Gegenteil laut proklamieren, sich irgend etwas bessern wird. So lange sich die fundamentalen Weltanschauungen unserer verantwortlichen Staatsmänner nicht umstellen, können wir nicht etwas Neues, etwas Revolutionäres von ihnen erwarten. Unsere „Führer" stecken immer noch viel zu sehr unter ihren konservativen Hüten und tragen immer noch ihre alten school ties, und so lange sie nicht weit ausgreifende Reformen billigen, so lange wird es weder der Welt noch uns Juden irgendwo besser gehen. Es redet zwar ein jeder über diese kommende Verwandlung, man schreibt darüber und liest darüber in den Zeitungen, aber bis jetzt hat man kein konkretes Zeichen gesihen, dass es kommen wird oder sogar nur von y rantwortlichen Kreisen gewünscht wird. Wenn nicht etwas Ungeheures geschieht — vielleicht passiert so ein „Wunder", wer weiss — wird sich nichts ändern und es wird alles beim alten bleiben. Es wird ein zweites Versailles — nicht ganz genau so, aber im Grunde genommen genau so — geben und in 20 Jahren wird die Welt den dritten Weltkrieg erleben. Wohlgemerkt, es muss nicht sein, und es wird nicht sein, wenn sich die Politiker in ihren Anschauungen umstellen, aber so lange kein Zeichen der kommenden Änderung zu sehen, ist, muss man mit der Tatsache rechnen, dass dieser Krieg nicht der letzte sein wird. Wenn wir das auf uns Juden anwenden und uns fragen, was wir tun sollen, dann lautet die Antwort: Die Geburt einer Tochter zeigen an Ernst Nussbaum u. Frau Lore geb. Ollendorff Tel Aniv, 2. 5. 40 Kib. Galuyoth St. 1, P.O.B. 1197 „Arbeit und Schaffen". Keine Theorien. Anstatt uns zu übeflegen, was wir in der Zukunft am Besten machen können, um das Judenpröblem zu lösen, sollten wir uns überlegen, wie wir die Arbeitsnot lindern können, wie wir unser Verhältnis mit den Arabern endlich in geregelte Bahnen leiten können und wie unsere Erziehung in Erez Israel und in der Gola einen etwas mehr jüdischen Anstrich bekommen kann. Ich gebe gerne zu, dass wir Juden sehr gerne diskutieren und uns die Köpfe einschlagen über Probleme ganz abstrakter Art, aber wir wollen nicht die Welt erlösen; was wir wollen, ist ganz einfach ein Land aufbauen. Wenn wir immer wieder neue und bessere Fundamentallösungen vorschlagen, versäumen wir die Zeit des Handelns, und wenn wir dann langsam aufwachen, sind wir zu spät dran. Das ist schon immer unser Fehler gewesen. Wir kamen immer zu spät mit einigen Ausnahmen. Doch mit diesen Ausnahmen haben wir Ungeheures geleistet. Wir können der Welt aber nur imponieren, wenn wir handeln und nicht reden und diskutieren. JOSEF LEVIN (London) Der CSR^fransfer Anlässlich der Auszahlung des Restes des für den Transfer jüdischen Kapitals aus der Tschechoslovakei nach Palästina bestimmten Betrages des Czech Refugee Fund in London erhielt Leo Herrmann, Generalsekretär des Keren Hajessod, dem die Durchführung dieser Aktion zu verdanken ist, einen Brief von den britischen Trustees des Fonds, worin es heisst: „Ihr gestriger Besuch und die Uebergabe des Schecks auf L 201:496 auf den Rest der L 500.000.— war der Gipfelpunkt einer gewaltigen Aufgabe, die .Sie vor 1% Jahren in Prag auf sich genommen haben und trotz fast unüberwindlichen Schwierigkeiten nun zum Abschluss brachten. Ihre Arbeit hat die Auswanderung von -2500 Juden aus der Tschechoslovakei, wo sie unter dem Joch der Nazis lebten, in die Freiheit Palästinas bewirkt. Nach meinen eigenen Erfahrungen seit ich Ihnen vor 18 Monaten zum ersten Mal in dieser Angelegenheit begegnete, ist dieser Erfolg weitgehend Ihrer persönlichen Energie, Zähigkeit und Geschicklichkeit zu danken. Sie werden einen Lohn für diese unermüdliche Arbeit in der Dankbarkeit dieser 2500 Juden finden, denen Sie ermöglicht haben, aus einer Hölle in die glückliche Atmosphäre des gelobten Landes zu entkommen. Zum Andenken an das Ereignis der Übergabe des Rest-Schecks an Sie bitte ich Sie die Füllfeder anzunehmen, mit welcher ich den Scheck in meiner Eigenschaft als einer der Trustees des Czech Refugee Trust Fund unterschrieben habe und mit dem Sie auch die vorläufige Bestätigung namens der Jewish Agency unterschrieben haben" gez. E. Türk Editor and Publisher: Dr. Robert Weltsch, Jerusalem. Printed by Gesher Printing Press. Jerusalem. Verbreitet Familiennachrichten durch die „Jüdische „Welt-Rundschau"! %ufanJlfa tfrwlMf T/.uha«d«f A.O, t«W!?4l-Jvur,ftaJc*u*iS/i2 Wah<««fcmunt g«ichahttclk«ff »rfvaUr UMrum V*rt»8g«n»v«rwal»unf «H M«!rftrtgt«t«Aae!li«Ü«* Information«« OuUcht«« BEZUGSPREISE d. "J.W.R.": Jährl. Halbjährl. Viertel/. Gross-Britannien, British Empire und Skandinav. Länder (Sh) U.S.A., Canada und Latein-Amerika . ($) Holland (hfl) Schweiz (Frcs) Frankreich (Fr.) Belgien (Fr.), Lettland Jugoslavien 15/- 8/- 4/- Ungarn Rumänien 4.— 2.20 1.10 6.50 3.50 1.80 15.— 8.— 4.— 120.— 70.— 35.— 100.— 60.— 30.— (Latr 18.— 10.— 5.— (Din.) 180.— 100.— 50.— (Pengö) (Lei) 18.— 10.- 500.— 280.- 5.— 140.— Für alle anderen Länder der Gegenwert des englischen Bezugspreises _ „ «s " BESTELLSCHEIN Au die „JÜDISCHE WELTRUNDSCHAU" JERUSALEM P.O.B. 689 Hierdurch bestelle ich die Jüdische Welt- Rundschau für die Dauer 1 Jahres / Jahres / XA Jahres (Nichtgewünschtes bitte durchzustreichen) Den Betrag von........übersende ich gleichzeitig durch Banknoten — Internationale Post-Anweisung (Postal Order) — durch die Bank...........zahle ich auf Ihr Postscheckkonto .........überweise ich heute an Unterschrift: ....................................................................... (Bitte sehr deutlich!) Genaue Adresse: .................................................... (Ort / Land / Strasse / Nummer) Bei Unregelmässigkeit der Zustellung bitten wir unsere Abonnenten zu berücksichtigen, dass nicht der Verlag der „J.W.R." die Schuld trägt. Die Postverhältnisse und Verbindungswege sind in Kriegszeiten natürlich unsicher und Verspätungen unvermeidlich. Im allgemeinen hören wir, dass in den wichtigsten europäischen Ländern die Zustellung verhältnismässig pünktlich vonstatten geht. Wir tun unser Möglichstes, um die richtige Zustellung zu erreichen; wir bitten unsere Leser, die Geduld nicht zu verlieren, falls es einmal nicht klappt. VERLAG UND REDAKTION „JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU" P.O.B. 689, Jerusalem. Zahlungen für die HJ> W« KL" erfolgen am besten an unsere Adresse P.O.B. 689 Jerusalem; durch internationale Postanweisung — Postal (Money) Order — Scheck auf palästinensische Banken — Banknoten usw. Ferner (bestehen folgende Zahlstellen: AMERIKA: (Siehe unter U.S.A.) BELGIEN: F. M. 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