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Jüdische Weltrundschau · 1940-04-01 · 13 (1.4.1940) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
13 (1.4.1940)
Date
1940-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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1, April 1940 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Seit« 7 Briefe an die Redaktion DIE „JÜDISCHE WFXT-BIND8CHAIJ" Von den zahlreichen dauernd bei »in.« einlaufenden Zuschriften und Sympathie-Kundgebungen aus aller Welt veröffentlichen wir die nachstehende, weil sie uns nicht nur die Beziehung hunderter Leiter zu der .Jüdischen Wrlt-Rundschau" in einer besonders rührenden Form auszusprechen scheint, sondern weil sie auch — wie in ähnlicher Weise andere Briefe aus den entlegensten Orten — in charakteristischer Weise das Bedürfnis des durch die Länder getriebenen Juden nach einer Verbindung mit dem jüdischen Zentrum demonstriert.—Red. Ommen (Holland) 23 2.40. An die Jüdische Welt-Rundschau Jerusalem POB. 99» AI* Ihre Zeitung noch „Jüdische Rundschau" hiess, habe ich sie in Italien mehrere Jahre lang gelesen. Einmal wurde sie in Berlin auf einen Monat verboten, war aber auch danach noch in Italien Im Strassen verkauf erhältlich. Dann nahm ich ein Abonnement, Kurs darauf verschwand sie in Italien von den Klosken. Ungefähr ein viertel Jahr bekam ich sie regel massig Woche um Woche. Seiten habe ich so gespannt die Post erwartet als an jenen Taxen, an welchen ich wusate, dass sie eintreffen müsste. Dann kam die Katastrophe, der 10. November. Die Hundschau erschien nicht mehr. Inzwischen kam ich nach Holland. Bs ist stets mein Loa gewesen, in fast ausschliesslich nichtjüdische Umgebung zu gelangen. Um so mehr empfand ich das Fehlen der Rundschau. Sie war meine hauptsächlichste jüdische Verbindung gewesen, und diese war nicht mehr. (! Das blieb so bis April vorigen Jahres. Eines Tages entdeckte ich in der grossen holländischen Tageszeitung „Nieuwe Rotterdammer Courant" einen Artikel, übernommen von dem Organ des niederl. Zionistenbundes „Joodsche Wächter" : „Ein Sprachenstreit in Palästina". Dieser Streit entstand anlasslich de« Erscheinens Ihrer Zeltung die nun „Jüdische Welt-Rundschau" hiess. Wie ein Freudenblitz schlug diese Nachricht bei mir ein. Sofort sandte ich einen Brief an Freunde im Land und bat um Angabe.Ihrer Adresse, welche ich prompt erhielt. Nach einer Probenumnier, welche aus Paris kam, habe ich sofort ein Abonnement genommen. Mit der selben Spannung erwartete ich Woche um Woche Ihre Zeitung. Langsam aber sicher sah ich sie sich entwickeln. Es kamen die ersten Bilder. Es kam der 21. Zio- , nistenkongress, und mit grosser Spannung sah ich der Roach-ha-schanah-Nummer entgegen. Die erste Wirtschaft* bei läge „Exportrundschau" erschien. Da mein Abonnement abgelaufen wäre, habe ich es noch in den letzten gespannten Augusttagen erneuert. Wieder kam eine Katastrophe. Der Krieg brach aus. Wieder musste ich die Rundschau missen. Wochenlang blieb ich im Dunkeln über das Schicksal der jungen Welt-Rundschau. Schliesslich kam der erste Lichtblick. Anfang November bekam ich die Sondernummer. Ich begann wieder zu hoffen. Lange Zeit sah ich diese Hoffnung nicht in Erfüllung gehen. Ich wollte sie aber nicht aufgeben. Und Wochen um Wochen vergingen. Endlich nach langem Warten erschien wieder das bekannte Streifband in meinem Postfach. Es war schon Anfang Januar. Meine Freude war unbeschreiblich. Es waren nicht eine, es waren gleich vier Nummern. Und seitdem warte ich wieder Sonnabend um Sonnabend gespannt auf die Post, und Sonnabend um Sonnabend erscheint das bekannte Streifband in meinem Fach, All diese Jahre bin ich Ihrem Blatte treu geblieben, und so lange es mir möglich ist, werde ich dies stets weiter bleiben. Das Wagnis der Kriegsausgabe ist bestimmt nicht vergeblich gewesen. Das wird sich umso stärker nach dem Kriege zeigen. Da mein Abonnement im Juni abläuft, werde ich es schon im April erneuern, damit keine Verzögerung in der Bestellung eintritt. Ich hoffe zuversichtlich, dass die Tage, an welchen ich Ihre Zeitung erhalt«, nicht iu zählen sein werden. Sie haben eine grosse Aufgabe auf sich genommen. Ich werde stets versuchen, so lange es mir möglich ist, Ihnen dabei su helfen. Hochachtungsvoll K. A. Warschauer Ostasiatische-Ausstellung in Jerusalem Im .,Jüdischen National-Museum Betaler In Jerusalem, das in letaler Zeit unter der Leitung seines Direktors M. NarkiM durch seine Ausstellungen und Kammermusik-Konzerte su einem der bedeutendsten Faktoren des Kulturlebens in Jerusalem geworden ist, hat nunmehr eine „Ausstellung ostasiatischer Kunst" eröffnet, die bisher wohl im ganzen Vorderen Orient kaum Ihresgleichen gehabt haben dürfte. Vielleicht das Erstaunlichste daran ist, dass alle diese Bilder, Plastiken und kunstgewerblichen Gegenständ« nur aus dem jüdischen Primtberits des Landes stammen, vornehmlich natürlich aus dem der letzten Einwanderungen, zum Teil aber auch au»englischen Häusern. Sogar die Malerei, die selbst in den grossen europäischen Museen keineswegs so häufig ist, konnte in Rollbildern, die bis in das 19 Jahrhundert zurückgehen, gecelgt werden, sodass man einen guten Oberblick Uber die verschiedenen Stile sowohl der chinesischen wie der Japanischen Malerei erhält. Unter den Plastiken bemerkt man schöne Buddha-Statuen aus Holz, Elsen, Bronze und sogar «ine der seltenen japanischen Arbeiten aus Pappmach#, vor allem aber einige besonders schöne Exemplare der glasierten und farbigen Tang-Keramik, eine wundervolle Kwannon aus Porzellan, sowie Holzschnitzereien, darunter eine höchst lebendig dargestellte Gerichtsszene. In den Vitrinen befinden sich Arbeiten in Elfenbein, Brome, Elsen, Japanische Netskes, Schwerter, Schwertblätter. No-Masken und gestickte Htnatsgewänder von Mandarinen Den grftssten Teil der Ausstellung aber nimmt die Sammlung japanischer IloUschnitte ein, die sowohl, was die Quantität wie die Qualität angeht, den Vergleich mit den besten europäischen Ausstellungen Ihrer Art aushalten kann. Von dem Beginn des japanischen Holzschnittes im 17 Jahrhundert an bis zu seinem Ende in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert* kann man hier die gante Entwicklung verfolgen. Moronobu, Morikuni. Harortobu, Shunsho, Utamaro, Toyokuni, Kunlsada, Hokusai, Hiroshigh«, nicht su reden von den kleineren Meistern dazwischen, sind hier vertreten, und zwar nicht nur in den üblichen kleineren Blättern, sondern auch mit grossen Pfostenbildern. Die Ausstellung, die von Herrn Kodaki, dem eigens zu diesem Zwecke aus Beyrouth herbelgebetenen japanischen Konsul eröffnet wurde, hat sowohl beim Publikum wie in der Presse berechtigtes Aufsehen erregt und zeugt Im übrigen für die starken kulturellen Kräfte, die trotz Krieg und Krise ihre Arbeit unbeirrt fortsetzen. Allerdings wäre diese ganse Ausstellung, die nach den Pessach-Feiertagen vom Museum Tel-Avlv übernommen werden wird, wohl kaum ohne die Unterstützung der „Gesellschaft der Freunde des Bezalel-Museums" zustande gekommen. l>r. Fritz Schiff (Jerusalem) BIE „JÜDISCHE WELT RUHDSCHIIT ist seit Ihrem Bestehen ein unentbehrliche«! Instrument jüdischer Information und Willensbildung für Tausend* von Juden auf der ganzen Welt geworden. Unzählig« Zuschriften beweinen uns, da*» unsere Zeitung für viele In entfernteste 1 Ander verschlagene Juden die einzige Verbindung mit dem Judentum und dem jüdischen Geschehen Ist. Die technischen Schwierigkelten der Herausgabe und Versendung der Zeltung In 50 Linder sind besonder* In Kriegszeiten ausserordentlich gross. Wir können unsere Arbelt nur mit aktiver Hilfe aller unserer Freunde durchfuhren.! Wir appellieren daher an alle Leser und bitten Sie dringend 1. alle rückständigen Abonnementsgebühren sofort zu bezahlen. 2. das Abonnement mindestens 4—6 Wochen vor Ablauf zu erneuern und die Gebühren einzusenden. $. Womöglich das Abonnement für ein ganzes Jahr ton Voraus zu bezahlen, um uns die Arbelt und Kosten der Buchhaltung und Mahnung zu ersparen. 4. in allen Ihren Bekanntenkreisen für die „JWR" zu werben, da viele Interessenten noch nichts von der Existenz der Zeltung wissen. 5. uns standig Adressen einzusende n, an die wir mit Aussicht auf Erfolg Pr^briituumrm der „JWft" senden könicn. Vergessen Sie nicht, welche Bedeutung die JWR" für das In alle Welt zerstreute Judentum hat. und wie dringend wir gerade m dieser Zelt ein Sprachrohr des jüdischen Lebens* willens und innerer Aufrichtung trotz aller Not brauchen. Verlag und Redaktion der „JÜDISCHEN WKLT-BLNDrit'HAL" Beachten Sie die an anderer Stelle abgedruckten Zahlstellen! 10. Abonnementakonsert dea Palästina Orchesters. Die Zusammenstellung Brahma-TschaJkowsky war sehr anregend, da zwei Naehromantiker der gkichen Epoche, aber verschiedener Kasse und Uberhaupt gegensätzlichsten Kaliber» in charakteristischen, wortvollen Werken gezeigt wurden; nicht besonders gunstig für Brahma: da sowohl seine Haydn-Variationen (Werk der mittleren Periode) als auch «ein Doppelkonzert für Cello und Violine (spates Werk) trotz ungleich strengerer und gediegenerer Konstruktion und viel durchsichtigerer Partitur-Verarbeitung neben dem wenn auch rhapaodi.se h-nonchalant komponierten - thematischen Reichtum und gegenüber dieser sprühenden slawischen Vi Lall tut häufig dürftig und akademisch anmutet« Dazu kam dass in der 4. Tschaikowsky-Syniphonie — die man gern öfter und an Stelle der abgeklapperten „Pathetique" hören würde ~- der Dirigent Neu mark sowie da« Grchewter geradezu brillierten, während die Haydn-Variationen dringend notwendiger Kontraste und Steigerungen entbehrten und der konventionell-klaasizi.<uische Stil des Doppelkonzerts durch den schönen Ton des Cellisten Abraham Katz und dea Geigers Joi*»t Bernstein leider nicht viel, anziehender gestaltet werden konnte. A. J.-L. Die „Gesellschaft der Freunde des Judlachen Natloiuü-Muaeum* Bezaler hat soeben das erste Heft der Zeitschrift „Omanuth", der neuen Vierteljahrszeitachrifi des* Bezalel-Museums, veröffentlicht. Diese Nummer enthält nach einem Vorwort der Herausgeber ein Geleitwort von Jizchak: Grünbaum, dem Curator des Museums seitens der Zionistischen Organisation, einen Aufsatz von M. Narkiss über das Kunsthandwerk der jemenitischen Juden, eine Beschreibung der Sammlung moderner jüdischer Künstler von F. Schiff, der ProseUansammlung von fl. Hermann, Notizen über das Archiv, die Bibliothek und die Tätigkeit dea Museums sowie der ,.Gesellschaft der Freunde" u.a, Die SGeltachrlft, .die in einer hebräischen und einer englischen Auagabe erscheint, soll ebenso wissenschaftlichen Zwecken wie der Verbindung des Museums mit seinen Freunden und Mitgliedern dienen. Die Zeitschrift wird den Mitgliedern der „Gesellschaft der Freunde d*.s MuaeunW' gratis» geliefert Der Mindestmitgliedsb«:trag beträgt in Palästina LP. 1, im Auslande $ 6 Felix von W « i n g a r t n « r, der In Ruropa bekannte Dirigent, der nach dem Tode Gustav Mahlers sein Nachfolger als Direktor der Wiener Hofoper war, ist in Palästina eingetroffen und dirigiert die nächste Serie der Konzerte des Palästina-Ochesters. Kr Ist 77 Jahre alt. Edltür and Publisher: Dr. Robert WelUch. Jerusalem. Printed at Tb« Jerusalem Press Ltd Jerusalem.

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