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Jüdische Weltrundschau · 1940-03-11 · 10 (11.3.1940) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
10 (11.3.1940)
Date
1940-03-11
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU 11. Min 1940 Tharaud und die Süden Von GEORGES DUHAMEL Die Brüder Jlrome und Jean Tharaud, berühmte französische Romanschriftsteller, haben ein Reihe von Büchern auch der Judenfrage gewidmet. Auf ihren umfangreichen Reisen im europäischen Outen und in Palästina haben sie da« Judentum kennen gelernt und eingehend beschrieben. Ihre Darstellungen haben ihnen vielfach den Vorwurf des Antisemitismus eingetragen. Besonders nach dem 1921 erschienenen Buch „Quand Israel est roi" war das dar Kall, das unter diesem Titel „Wenn Israel König ist" die Knmmuniftenherrschaft in Ungarn 1919 beschreibt. (Inzwischen ist ja - Mit einem Jahr - die Identifizierung von Bolschewismus und Judentum aus der Mode gekommen.- A.d.R.) Tharaud wurde von jüdischer und nlchtjüdischer Seite heftig angegriffen und durch diese Polemik immer mehr auf die Seite der Antisemiten gedrängt. Auf diese Vorgänge nahm Georges Duhamel in einer Rede bezug, die er kürzlich bei der Aufnahme von Jeromc Tharaud in die französische Akademie hielt, Bei diesem feierlichen Anlas* würdigte Duhamel die schriftstellerische Leistung der beiden Tharauds; er pries die menschlichen Qualitäten des neuen Mitgliedes und fuhr dann fort: „...Ich muss nun sagen, wozu Sie diese schönen menschlichen Eigenschaften verwenden. Und hier wird meine Aufgabe plötzlich sehr schwierig. Ks scheint immer gerade die brennendste, die unfruchtbarste, die bitterste Frage zu sein, an die Sie mit einer Freimütigkeit herangehen, die man in vielen Fällen als Unerschrockenheit bezeichnen könnte. Sie haben zum Beispiel sieben oder acht Bücher den verschiedenen Seiten dessen gewidmet, was man das jüdische Phänomen nennen könnte. Wiederholt kommen Sie auf diese Untersuchung zurück. In Ihrem Werk „Fez oder die Bürger des Islam" erklären Sie gelegentlich: „Ich werde von dem geheimnisvollen Reiz, den das jüdische Leben auf mich ausübt, hingerissen". Während Sic in Syrien sind, um Völker und Politik dieses Landes eingehend zu untersuchen, kommt plötzlich ein Augenblick, wo Sie es nicht länger aushalten und sich nach Jerusalem aufmachen, um die Klagemauer - - ursprünglich nicht Ziel Ihrer Reise — und dieses jüdische Volk, ohne dos nach Ihrem Urteil die Welt vielleicht düster wäre, wiederzusehen. Man fühlt in allen Ihren Büchern, das Sie von diesen seltsamen Problemen geradezu besessen sind. Uber diese — inzwischen so verworren und brennend gewordenen — Probleme, denen selbst innerlich ausgeglichene Männer einen Oedanken oder ein Wort zu widmen «Mi scheuen, aus Angst sich damit in unabsehbare Komplikationen zu verstricken, über diese Probleme haben Sie lange mit viel gesundem Verstand und sympathischer Anteilnahme — oder besser gesagt: mit Grosnmut — gesprochen. Das ist eine stolze Leistung. Gott selbst muss sich mit seinen Engeln streiten, wenn er im himmlischen Rat diese so schmerzlichen und, man möchte fast sagen, künftig unlöslichen Angelegenheiton berät Ist Unparteilichkeit möglich unter den Umstanden, in denen unsere grausame Weit sich windet? Die Empfindlichkeit der Urbilder Ihrer Dichtung (d. h. der Juden—A.d.R.) ist sprichwörtlich aus tausend Gründen, die wir nicht anzuführen brauchen, da diese Gründe nur allzu augenfällig sind. Weniger zufrieden mit ihren Erfolgen als erregt und zermürbt von ihrer Not und ihrem Unglück haben diese Urbilder deshalb bisweilen reagiert. Sie (M. Tharaud) haben nicht verfehlt, auf diese Reaktionen Ihrerseits zu reagieren. Mehr ist nicht erforderlich, um die Gefahr heraufzubeschwören, dass die ganz« ursprüngliche Situation sich verschiebt. Sie haben bei dieser Schlägerei notwendigerweise Püffe davongetragen. Sie haben vielleicht auch gewissen Kämpfern Munition geliefert, woran Ihnen jedoch nicht gelegen war. Und so ist es gekommen, dass Sic, ein Mann der Mässigung, der die Kühnheit beaass, die Bundeslade zu berühren, lediglich in der Absicht sie zu beschreiben, troU aller Ihrer Bemühungen dennoch für einen Parteigänger gehalten werden konnten..." Dr. Rudolf Levy Pitty Levy geb. Lion Vermählte Den Haag (Haltend) Jacob van der Doesttraat 80 Heute verstarb nach kurzer Krankheit unser lieber Mann und Vater Max Goitoin Olga Ooltein geb. Epler Ernftt Den Haag (Holland), 3. Adar 5700 12. Februar 1940 Oude Schevcningsche Weg 70 b Vmtbtelimt FamUimnnachtichtin „JüdUche WeU-Rundtchau"! Ssljhür. 3Mcmm 3AJt Wahr*«*»««« f•tcMMlUka« e»t*«t«r Ut«r«M«e v«»a>st«M««»««it«M«« MeUi»ta«teflMfcafiea U»*»*«ti»»«« ••t««M«* BEZUGSPREISE d. "J.W.B.": Jährt Halb) Viertelj. CJross-BrlUnnlen, British Empire und 8kandinav. Länder (Shi U S A , Canada und La¬ 15/- §/— 47— tein-Amerika <$) 2.20 1.10 Holland <h«> 5.50 5.50 1^5 Schweis (Fros) 15.— g— 4 — Frankreich <Fr.) 120 — 70.— 85— Belgien «FtJ 100 — ao— SO.— Lettland (Lat) 18.™ 10 — 5.— Jugualavlen (Dln.) 180.— 100 — 50.— Ungarn (Pengo) lg- 10— 5.— Rumänien (Lei) 500— wo.— 140— Für all» mmderen Lest 4er der 4 04f«MM ri des mgiischen irfatttf lareisai >ö BESTELLSCHEIN An die „JUOISCHC WILT-tUNOSCHAU JUUMUM Hierdurch bestelle ich die Rundachau für die Dauer P.O.*. 689 Jüdische Welt l Jahre* / | Jahre« / * Jährt« itaa hltta durchaustraic (NichtfawUnafihtaa Den Betrag von........................... ubersende ich gleichzeitig durch Banknoten — Internationalt Pos! Anweisung (Postal Ordar) -• durch die Bank ............................. zahle loh auf Ihr Poetscheck Konto........................... Überwelse Ich heute an Unterschrift ft I Pr. Simon UrtihW | Im Alter von über 8ö Jahren starb in Berlin der Senior der hebräischen Literatur und Wissenschaft Dr. Simon B e r n f e I d. Seit 20 Jähren erblindet, führte er ein zurückgezogene» Leben; in Jen letzten Jahren litt auch er wie alle unter den neuen Verhältnissen. Gr erhielt einan Khrensold der Jüdischen Gemeinde Berlin. Bern* feld, der 1*94 in Stanislau (Galizlen) geboren war und seit 18&4 in Berlin lebt, hat nicht nur sehr viele historische und religionsphilosophische Werke in hebräischer Sprache veröffentlicht, sondern auch eine grosse Anzahl Bücher in deutscher Sprache, über Bibel. Talmud Monographien jüdischer Schriftsteller etc. Auch ein« Bibelübcrseuung stammt von ihm. Unübersehbar ist die Zahl der von ihm In allen möglichen jüdischen und anderen Zeitschriften veröffentlichten Aufsätze. Mit Bernfeld ist eine der letzten grossen Gestalten der früheren literarischen Knoche dahingegangen. Er wird in der ganzen jüdischen Welt tief betrauert. Genaue Adresse : / Ori/Ltmä/Etr—mJEm Zahlungen für die „J.tV.R." Konto-Bezeichnung: JEWI8H NEWSPAPEB LTD.» JERUSALEM (Verla* „Jttdleche Welt-Rundschau") IN AMERIKA ™a> IN NEUNEN t Postaeheckkonto Brnaeel Nr. 6092.87. IN NULNARIEN s Poetecheckkonto Soft» Nr. 5047. IN FRANKREICH i Peatsefceekkoato Parte 1700.10, IN DÄNEMARK Poatachechhonto Kopenhagen Nr. 140.45 IN NOLUNO: Poatax*eckkonto De« Haag Nr. 328.107. IN JUaOSLAVIEN: An Agentie Avala A. G., Beograd. Frankopanova 23 (PMtacheekkoato Beograd Nr. 56.506). IN LETTLAND i Poetecheckkonto Riga Nr. 6828. IN RUMÄNIEN i Poetecheckkoato Bnkareet Nr. 24017. IN SKANDINAVIEN i An AkUebolaget Svenaka Handelsbanken für Rechnung J. L. Peuchtwangor Bank Jerusalem. Poetbox 1280, Stockholm 16, IN OER SCHWEIZ i Poatw&eekkonto Zürich Nr. VTH 27.850. IN UN8ARN t An Kunstädters Zeitungaexpeditions- Bursau Budapest VL, Uazt-fereae-tec 10.1.18. (PmrtaeBeckkoato Bodapeat Nr. 43.023) IN USA UND NANZ AMERIKA i An Qoaranty Traat Co. of New York 140 Broadway, New York, für Rechnung J L Feuchtwanger Bank Jerusalem. Zahlungen aus anderen Landarn erfolgen durch internationale Postanweisung—Postal (Moaay) Order — Scheck auf palästinensische Banken - Banknoten usw. An die Jewfch Newepaaer Lto\. Jeruaalem. P.O.R68Ö Editor aad PubUaher: Dr. Robert Weltoeh, Jerusalem. Printed at The Jerusalem

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