Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 10 (11.3.1940)
- Date
- 1940-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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E*4**tioo, Varls« aa« Assats^VeiwsJtasg: Jetasslssi * O. B. 61»; 5. B«n JeSuSa-Hlr.. TVIfphon 107». Pftr uBT»rlMft» MannakrlpU «IN h«la« Oereatle Ubarnommfn. Jeder KlaM«Caac ©«•» Aaltet« IM «In l»l«r- MtlOMUr Aatworta<a«la bt>iinfa««a. Cnachrlft*» far 41« KfxUktto» w«rd*n aieftl aa EiaMlf«rM>a«a. aondtra aa Sir Radaktloa. Jeruialam. P O. B. «SS arbataa tIBIlIJSAlJBM tili, »nsliluul t z. eeschiodenioi An?!^rdnm •|m' HRGANG II / Nr. 10 11. MARZ 1940 vwrm'* SCHAU frach«lut «ittaul «ockantllck: — AnwUgananoaaaw ftr all« Linear: a>iMr,hl|««alicb /eratalaaa F.O.B. ist. ~~ Aa*ri«»m«<\l« p*r I.uftpoal «rbutaa. -~ M« AnH«i«« ••rfaill ia Hpalt-n, j« 9.« cm brvil. Oruadpr«!« 1 laek T=2fc en »h »/. j» »)>*U». — MtnünalfttaM l| la«k (3.75 em). B«e««asr«iae vnrgl. t.Ut« am AchluM 4. fltetu*. STREIFLICHTER „Es bfeibf noch genug zutun •EMEftKUMEN ZUM BOOENiESETZ / Von Dr. k. Cranovsky (Jerusalem) (Gekürzte Wiedergabe nach Des Q«mu zur Beechränkung dee Bodcnverkaufe, du jetzt veröffentlicht wurde, iet der schwerst« Schlag gegen die Rechte der Jude« In Palästina Mit Beetehen de* Mandatareglmei. Seinem Inhalte, «einer Formulierung und «einem Geiste nach widerspricht ee dem Oedanken de« jüdischen Nationalheim««, der dem Palästina- Mandat« zugrunde liegt. In menschlicher und nationaler Hinsicht sind die Juden schwer betroffen, wirtschaftlich gesehen Jedoch schadigt das Gesets besonder« die Interessen der arabischen Bevölkerung. Vier Jahre Unruhen führten tu einer katastrophalen Lag« der arabischen Bevölkerung. Einer dar Hauptwege sur Wiedergesundung disssr Wirtschaft ist der Zufluss von Kapital au« dem jüdischen Sektor der Wirtschaft. Und von allen Einfiussmöglichkeiten, di« die Jüdische Wirtschaft auf dl« geschlagene und xurückgebliebene arabische Wirtschaft hat, ist di« wichtigste der Weg des Bodenkaufs, Der Verkauf eine« Talles des Besitses sur Rettung des übriggebliebenen vor der Last dar Schulden - da» ist der einsig« W«g sur Rettung vieler Araber. Diese Worte sind nicht «in« blosse Vermutung. Dl« Wahrhaft dieser Tatsach« beseugen die vielen Bodenverkauf avorsch läge, die in der totsten Zelt auf die Juden niederregneten, seitdem der Druck des Terrors etwas nachgelassen hatte. In allen Zonen des Landes haben kleine oder grosse Bodenbesitaer ihr Land zum Verkauf angeboten. Da« Kauf-Verbot wird «In schwerer Schlag für di« Wiederaufrichtung der zerstörten arabischen Wirtschaft sein. Der Erfolg dieses Gesetses wird die Entstehung von Orossgrundbeaiu durch Konzentration der Boden In den Händen der arabischen Kapitalisten sein. Der grösste Teil der Boden derer. Verkauf verboten ist, bleibt dadurch unbearbeitet, oder wird In einer dürftigen und primitiven Weise durch ein paar unglückliche Pachter bearbeitet werden. Das Jüdisch« Volk wird und kann «ich mit diesem Zustand nicht abfinden. Es gibt aber, trotz der Erwägungen, Möglichkeiten zur Fortsetzung des Werke«. Es gibt zwei Zonen, in denen das Gesetz Bodenübertragungen von Arabern auf Juden erlaubt. Die Fläche der erlaubten Zone beträgt 1.300.000 Dunam. Davon sind 700.000 Dunam in Jüdischem Beeitz; in nichtjüdischem Besitz sind also in dieser Zone 600.000 Dunam. Die Fläche der Zone, wo ein« besondere Erlaubnis erforderlich ist, umfaaet (abgesehen vom Negev) 1470.000 Dunam, davon befinden «loh in jüdischem Besitz 690.000 Dunam; in nichtjüdischem Besitz also 10*0.000 Dunam. Dias« Zonen sind sehr beschrankt, aber gerade m ihnen waren die Juden bieher tätig und hi«r sind di« Möglichkeiten, Boden zu kaufen, gross. Auch wenn wir annehmen, daas es uns gelingen wird, nur die Hälfte der Booen in diesen Zonen die in nichtjüdischem Besitz sind, zu «rwerben, so steht vor uns die Aufgabe, nicht weniger als 790.000 Dunam su kaufen. Jsfaa isatm «**•« nicht von einem eofortigtn Abbruch der Arbeit auf dem Gebiete des Bodenkmu/ee epreehen. Wir woUan nicht vergessen, das« wir ia den ganaen SO Jahr«n der Jüdischen Kolonisation im Land« nicht mehr als 1,5 Millionen Dunam gekauft haben — was «in Doppelt«« dieser Zahl bedeutet — und das» d«r K«r«n Kajemeth seihet Ma totst «twa «00000 Du. nam gekauft hat Et gl«* also In dag« mwebiUMm Mdkmm dem hebräiechen Original! noch s«kr viel «■ tan. Die freie Zone and die Zone B, bei der ehe Zwettaunnng der Regtenmg notwendig Ist, «lad reich na Wasser «ad an vorzttgfehetn Boden. Sie scltlieeaen la aka ein: den Stfelfen am Meer, In dem wir seit Anfang unseres Anfbaa» tan Lande arbeiten, daa Emek Jeareel, die Wiege der iiatfeauüktt Kolaalaalaon, daa Emek 8ebnlon, daa Hinteriaad oaaerer grossen Hafenatadt, und daa nördliche Hole-Cieblet, ein Laadatrlch, deaaen Entwfcklung erat vor ein»- gen Jahren begann. Die ernte Auf gäbe, die wir In dleaer Staude haben, laL daa Werk la dienen Zonen auszubreiten, anaeren Bodenbe alts dort in vergroaeera und die Bödea dort an einer jkdieeaea Kette sn einen. Es gibt viel« Gründe für eine Beschleunigung unserer Tätigkeit: In der erlaubten Zone wird e« Sach« d«r Juden sein, einem Ansteigen der Preise zuvorzukommen. In der Zone, in der der Erwerb von einer Erlaubnis abhängig ist, werden wir uns besonders auf die wichtige Aufgabe konzentrieren müssen, unseren Besitz im nördlichen Hulegebiet zu vergröaasrn. um ein« rentable Basis für das grosse Werk der Konzeäaion zu schaffen, die groess Investierungen erfordert, welche lediglich durch eine gross* An- Siedlung gerechtfertigt werden. Gleichzeitig werden wir nicht aufhören, auch um Arbeitsmöglichkelten in der Zone A zu kämpfen, die in dem neuen Gesetz als „verbotene Zone" gekennzeichnet ist. Die Erfahrung der nahen Zukunft wird une zeigen, was In dieser Richtung su tun möglich sein wird. Dt» Aufgabe den Karen abjemeth Lejtarasl In diesem hartnäckigen Kampfe um unser Recht auf Boden wird die Aufgabe in der Hauptsach« auf die Schultern dee Keren Kajemeth falton. Auch in der Vergangenheit, In den schwären Jahren der Unruhen und das Weise- Buches war es der Keren Kajemeth allein, der all« seine Kräfte ansträngte, in neue Zonen einzudringen, um so di« Käuf« auszuweiten. Ea ist su hoffen, daas auch daa private Kapital Boden kauten wird, ab«r ohn« Zweifel wird e« steh nur auf di« «räumte Zon« konzentrieren, wo die Übernahme dea Bodens nicht mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist In der Zone, da «in« Erlaubnis notwendig ist, wird praktisch der K.KJ* allein es eein, dem es obliegen wird, tätig su ••in, weil er darauf alle Kräfte konzentrieren kann. Daa nationale Kapital, das schon Immer eine Pioniertätigkeit erfüllte, wird vor den neuen Hindernissen nicht zurückschrecken. Zussjnmeateassnd ist su sagen: Dieses Gesetz rauss sich schli««slioh selber aufheben, well ee nicht vor den Forderungen dee Leben» und der Wirklichkeit In Palästina bestehen kann. Die Regierung wird vor sin Dilemma geateUt sein: Entweder von sich aus viel Kapital In dl« arabisch» Wirtschaft hineinzustecken oder das Wirtschaftsleben durch Aufhebung des Gesetzes in seinen normalen Gang zurüeaaufUhren. Sonst wurde das neu» Bodengeseu da» Bad dar Geschichte guruekdrehen and Palästiaa auf einem aich entwickelnden WUHachafteraum In «ine zurückgebliebene und verkommene Provinz verwandeln. In dem Sturm der Entrüstung, die anlässlich der Verkündung des Bodengesetzes In Palästina durch die jüdische Welt gegangen tot, sind einige Worte gefallen, die ~ obwohl sie leider von autoritativer zionistischer Heile kamen nicht unwidersprochen bleiben dürfen, weil sonst unsere jüdische Position nach innen und nach aussen noch prekärer würde als sie ohnedies schon iat. Wir meinen die Behauptung, daas durch das Verbot dea Verkaufe» bestimmter Boden an „Personen, die nicht palästinensische Araber sind", d.h. also praktisch an Juden, in Palästina ein „Ghetto" entstanden »ei, daa nur vergleichbar sei mit dem zaristischen Kussland oder mit Nazi- Deutachland. Ein besonders eifriger Sprecher verglich das neue palästinensische Gesetz sogar mit den „Nürnberger Gesetzen". Man muas den Leuten, die solche Bemerkungen machen, sicherlich die Erregung dea Moments und die schmerzliche Enttäuschung zu gute halten, aber man muas sie aufmerksam machen, das» sie offenbar noch keine rechte Vorstellung von Nazi-Deutschland und von den „Nürnberger Gesetzen" haben. Solche Vergleiche, die zur Verteidigung des jüdischen Standpunktes vollständig Uberflussig sind, sollte man auch in der Erregung nicht gebrauchen. Weder die Welt noch vor allem die Juden sollen meinen, daas wir in Palästina unter solchen Verhältnissen oder Gesetzen leben wie in Nazi-Deutschland. Die Juden in Palästina leben so frei und selbst» bewusst wie in keinem anderen Lande der Welt, und sogar die Kritik, die sie an Regierungamsssnahmen äussern, wäre völlig unmöglich in einem Lande mit Nazi-Regime. Gewiss gibt es in Palästina viel« Schwierigkeiten, auch solche politischer und ökonomischer Natur, auch ist die hier vor den Juden stehende Aufgabe höchst kompliziert und ohne Präzedenzfall; auch werden manche Massnahmen der Mandatarmacbt von den Juden angefochten, am schärfsten jetzt die Politik des Weissbuches vom Mai 1930 und deren Tochter, daa Bodengesetz; aber dennoch sollen die Juden Uberall in der Welt wissen, dass ea lohnt, für Palästina und für das Jüdische Nationalheim zu arbeiten, weil hier tatsächlich eine neue jüdische Lebensform im Entstehen ist und die Höhe der inneren Entwicklung im wesentlichen von den Juden selbst abhängt. e Solche rhetorische Übertreibungen können uns Juden mehr schaden als wir gerast wissen. Denn schliesslich beobachtet uns unsere Umwelt und bildet skh ein Urteil über unser Verhalten in kleinen wie in grossen Dingen. — sin Urteil, das oft erst viel später su unserer Kenntnis gelangt. Die Einstellung