Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 2 (1940)
- Issue
- 8 (26.2.1940)
- Date
- 1940-02-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Satt*)* jodbche wnjtwummauLV as. rttewur 1940 Brief am 4m Sckwlz (Von unterem Berichterstatter) Die Schweixer Öffentlichkeit und Presse befasst «ich nach wie vor mit der Krapc der Emigranten. In der nationalsozialistischen Schweixer Presse finden eich fortgesetzt demagogische Angriffe gegen die Emigranten, die natürlich «Urk antisemitische Färbung haben. Auf der andern Seite wird besonders von religiösen Christen und Liberalen die humanitäre Pflicht gegenüber den Opfern der Verfolgungen hervorgehoben. Zahlreiche Äusserungen xeigen In charakteristischer Weise den Unwillen darüber, dass dieses Weltproblem auch die friedlichen und ruheliebenden LAnder nicht verschont. So schreibt kürtlich In der Berner Zeitung „Das Aufgebot" ein Einsender Uber die Emigranten folgendes: „Sie diskutieren ohne Scheu unsere staatlichen Einrichtungen, die sie nicht kennen und deshalb auch nicht su verstehen vermögen. Sie verwirren unsere Bürger mit tendenziösen Berichten über angebliche Erlebnisse in ihren Herkunftsländern, ohne sich zu vergegenwärtigen, dass sie sich damit gegen unser Neutral! tätsprtnzip Verstössen und uns unter Umstanden grosse Unannehmlichkeiten bereiten können." (Hervorhebung von uns. — J.W.R.). Man versteht den Unwillen, abe.r das Wort „angebliche Erlebnisse" läset tief blicken. Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig. Aber wir müssen auoh die ander« Seite der Sache sehen. Derselbe Einsender schreibt unter Besugnahme auf die Klagen der Emigranten über ihre Lebensbedingungen; „Dass Tausende und Abertausende von Bürgern im Wehrkleid sich viel einschneidendere Eingriffe gefallen lassen müssen, scheint diese unentwegten Individualisten nicht su kümmern". Tatsächlich vergessen viele manchmal, wie sehr auch andere von den Folgen der Hitler-Katastrophe betroffen sind. Das sollte freilich dazu führen, eine gemeinsame Front gegen Hitler zu schaffen, oft aber ist die gefühlsmässige Reaktion gerade umgekehrt. Das Emigrantenproblem hat Uberall Komplikationen geschaffen, die nur mit grösster Tolerant und psychologischer Einfühlung auf beiden Selten sowie standige Selbstbeherrschung der Emigranten zu losen wären. Aber gerade diese Eigenschaften kann man in der Zelt wie der unsrigen am allerwenigsten von den zermürtten Menschen erwarten Die allgemeinen Diskussionen über die Emigranten hat kürzlich auch den Leiter der eidgenössischen Fremdenpolizei, Dr. Rothmund, su einer Darstellung In einem Vortrag veranlasst, die in allen Zeitungen ausführlich wiedergegeben war. Dr. RoUimund sprachjdohyL ■ hwfjilet JpjnJei a. lobend -.her das Hilfswerk der scnwfÄet Jaden sus; er erklärte, dass die von allen Hilfsorganisationen unterstützten Flüchtlinge in der Schweis etwa »600 Personen sählen, Er sprach die Hoffnung uuh, das» die Weitcrwanderung nach Übersee und auch nach Palästina beschleunigt werden könne. Es bestehe aber vielleicht die Möglichkeit, im Frühjahr die Emigranten in der Land* Wirtschaft oder hinter der Front bei Strassenbauten su beschäftigen. Die in einzelnen Fällen erfolgte Zurückschaffung in das Land ihrer Her kunft sei als Strafe gegen neutralitätswidrige Tätigkeit oder unerlaubte Erwerbstätlgkeit Aufzufassen. Den grössten Nachdruck legte der Redner auf die Erklärung, dass in Zukunft keine Emigranten in die Schweiz hereingelassen werden können. In den letzten Wochen hat die Tätigkeit für Palästina einen starken Aufschwung genom mcn. In vielen Versammlungen wurden die Probieme des Aufbaus dss jüdischen Palästina besprochen. In Basel und Lusern sprach Dr, Ellas Auerbach, der bekannt« Am, der schon seit Jahrzehnten in Haifa wohnt und das berühmte Werk „Wüste und Gelobtes Land" geschrieben hat. Seine Vorträge lehrten das Auditorium, das Palästinaproblem von ganz neuen Aspekten zu sehen. In Zürich sprach Dr. Siegfried Kunowitz, Kinderarzt in Tel-Aviv, im Keren Majessod, im Kulturbund der Frauen, bei den Akademikern und in der Zionistischen Ortsgruppe. Kürzlich behandelte er die Araberfrage, die er in den Zusammenhang der internationalen Ereignisse der letzten Jahre stellte. Vor einem geladenen Kreise berichtete Leo Hermann Uber die Verhandlungen in England sur Erlangung der halben Million Pfund aus dem von der englischen Regierung nach München zur Verfügung gestellten Tschechen fonds. Seine Mittellungen über die Besprechungen In Prag, in London, Rom und Jerusalem wegen Ausreise von 2500 Juden aua Prag waren ein anschaulicher Beitrag sur Geschichte der Gegenwart. In nächster Zelt wird der D e 1 e g 1 e r t e n t a g des Schweizer Zionlktenverbandes stattfinden, an dem auch Fragen der Umschichtung und der Jugenderziehung sur Sprache kommen sollen. Die Flüchtlinge »um Deutschland und der Tschechoslowakei, die mit dem Dampfer „Hilde" hier ankamen und im Lager AUH unUrgebracht worden waren, wurden diese Woche aus dem Lager entlassen. Wie offiziell mitgeteilt wird, i*t in Palästina vorige Woche ein Schiff mit vielen Flüchtlingen angekommen. Die Flüchtlinge wurden ans Land gebracht und im Lager in Atiit Interniert. Verbreitet Famillennachrichf«* „Jtidjsche Welt-Rundschau" J ••••ktlilNSe» e. »rlveiet Immmmi v«»*«t«M<**««it»*»*« •)eieii»se«««ttMMH«e laletaatieeee •«•eesiee BEZUGSPBEISE d. "J.W.B.": Jährl Halft/. Viertali. 3 rose-Britannien, British Empire und Skandlnav. Linder <Sh> U.8.A., Can* is> und La« 15/— i/~ \t— teln-Amerika (1) ISO 1.10 Holland ihm 6.50 3.50 1J0 Schwell (fres) 15.— S- 4.— Frankreich (fr.) 110.— 70.- 35.- Belglea (Fr.) 100.— «0 — Lettland (Lat) IS.— 10 — ä.— Jugoalavton (Dln.) 180.— 100 — 80.— Ungarn <Psnge) In.— 10.— f.— Rumänien (Lei) 500.— M0let,— des englischen Betugsnreiees BESTELLSCHEIN Ab die „JÜDISCH! WHT^fJNOSCMAtr" JllUfALIM ■».O.B. <** Hlerdureh bestelle ich die Jödlschs Welt- Rundschau für die Dauer I Jafcrea / v Mktm / Den Betrag von gleichseitig dureh Banknoten - Interaattonele Post-Anweisung (Postal Order) - dureh dl« Baak ..............................sahle Ich auf Ihr Postscheck- Konto.......................... überweise Ich haute an Unterschrift:.......................................................-......... 'Wtteei (OeVbeWtVL AN ALU JÜDIN OER WUT Die Zionistische Exekutive veröffentlicht einen Aufruf rar Schekelsammlung, worin sie die Juden in allen Ländern der Welt auffordert, in die Zionistische Organisation einzutreten, um damit gerade In diesem Moment die Solidarität mit Palästina zu dokumentieren. In dem Aufruf helsst es: „Der Krieg hat erst begonnen und es besteht die Oefahr, dass er sich noch auf andere Volker und Länder ausbreitet. Wir müssen uns vorbereiten für den Tag, an dem das Sotdcksal unseres Volkes und unseres Landes entschieden werden. Wir müssen In Palästina und allen Landern der Diaspora uns su einer entschlossenen Tätigkeit zusammenfinden, um jene Kraft su bilden, ohne die unser Ziel nicht erreicht werden kann. Und su dieser Tätigkeit gehört vor allem auch esae straffe Organisation und die Verbreitung «er Monistischen Erkenntnis." Alle die dies einsehen, werden aufgefordert, den Schekel tu Zahlungen Mir die „XIV.lt." Konto-Beieichnung: JEWI8H NEWgPAPER LTD., JEBVBALEM (Vertag „Jüdische Wc4t»Baj»aschta") IN AMERIKA <•«•»• «»*«" uba) Hl lELilEN i Poe*acJ*ckkonto BrthsMl Nr. «Ott J7. IN IUUARIEN t Poatechetkkonto Soft» Nr. 5047. Hl FRANKREICH i PoatsrAeohkoats Paria 170Q.lt. IN DÄNEMARK psahsfra Nr. 14M6 IN HOLLAND i > Des Haag Nr. t*S.l«7. IN JU00SLAVIEH I An AgenUe Avale A. Beograd, Frankopanova 23 (l\MtecheekkoaU> Beograd Nr. 8&NS). IN LETTLAND i Poatachechhoato Blga Nr. tttft. Poatachfclrs-o fcNr. IN 10AN0HUMEN i An AJttlehosaget Svenslra für Rechnung J. L Feucbtwanger Baak Jerusalem. Poatboz ltSO, Stockholm lt, IN OER SCHWEIZ I INsrtaftterhsinato ZeWek Nr. VUl 17Jü. IN UNOARN l Aa Kunstädters ZeituJtga**4pditione~ (Pot VL, Uset-fereaw-e*r ltXLltv cJseekkeate Budapest Nr. IN USA UND OANI AMERIKAI La Qmevewti Trat* Co. of New Yerk li*Bree4way, New Yerk, far Rschauag J. L. Peuchtwaager Baak folgen dureh inU aaweieuag— Posta! (Moaey) Order— AiidJ« JewfakN«________ Jerusalem, P. O. B. 689 Editor aad Puallahar: Dr. Robert WeJtech, Jerusalem. Priated at The Jerusalem