Mannheim
Compact Memory

Jüdische Weltrundschau · 1940-02-26 · 8 (26.2.1940) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
2 (1940)
Issue
8 (26.2.1940)
Date
1940-02-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2424658-2424686-2424694--440-2425197
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

VP A W*fPl| IFSPI JAimOANG n Nr. § JUDISCMUDSCHAU JTi\«*"4,.Mi A«»t^«.V»w^»wif: *n«*B Cr.efc.Uil .ü»Ml «SeMatUca: - «■»U-—»Hr» «t ftr uaw'AVu LSJ.*Ä'ili.lffl2SL •»>• •««rtll^llfH Jen»*» F.OJ. SS». - SLä^5iXW.^aÄ.W£ &5 tiERUSAUEM l^« - im. aa*^-*»-.- aati«a«l«r AntwomchH» b-!esf•«<■«». ZusctsrifiM fttr 41« «nffilii i« « HpAilw. )• 9,9 tm br«ll. Owii»rib 1 «MB K«UkMo« w«d« tickt ti«Mlp.rMa«L «M4.ni <M VRORffAD 10UA WM «hm t.« cln •» »/•!• »S*1«« — MialMSisjSaai t| ta«a ea 4lr KmUktloa, J.m P.O.B. MS itkHM. «P. F&IUtUAK lMv VT! M TW K» o,75 cm). JMtagspttlM v.rgl. List. BcaluM 4. Blattes* Lord Samuel in Palästina roK« tln/i*r^v?if*n Nummer der,zionistischen Debatten der Jahre 1920—25 ,.™e WM die™.., .jrWR' gemeldet, ist Lord Samuel (nach »einem ,iml ...„u nM.h an man.ti<> .natlkrn nöK_»f__ mengen frage, was uieamui Be.uch in Half« und im Oalil) In J e r u . a 1 m ™dJS^L^™ ^^Ll^iL^ ^l mn' * *enc» «nwöse Dtfmn, eingetroffen, wo er im Hauae aeinea Sohne« IU *ri™tTn' Um ,fU erkinne.n' mitSn- - wohnt«. irauela Namen viele prinzipielle Auseinander-- Am Sonrtag begab «ch Lord Samuel nach «nd auch achmerxliche Enttäu- T»l-Aviv, wo er ein umfangreiches Programm 8Cnun«Cil verbunden sind. Fraglos ist er einer (Beatich im Reading-Elektrlxitätswerk, im Hafen,! von denen gewesen, die der englischen Nachin swet Schulen etc.) erledigte und nahm abend« ■ kriegspolitik in Bezug auf Palästina die Richan dem Hubermann-Konsert iugunaten der noti tung gegeben haben. Zwischen dem Frühleidenden Studenten «eil. Nach dem Kontert jähr 1920 (San Remo) und dem Frühjahr war er Out eines Empfangs im Hause von Ober- 1921 vollzog sich in dieser Hinsicht eine ent¬ Lord Samuel empfang in Je- «.neidende Wandlung. Sir Herbert Samuel (wie «r damals hiessj hat nach seiner An richter Frumkln. Lord Samuel empfing in Jeruaalem eine Delegation der „Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden" („Deutschen Abteilung" der Jewish Agency) bestehend aus Dr. Ruppin und Dr. Kreutsber g « r. Bekanntlich war Lord Samuel bU vor kurxem in London Präsident des Council for German Jewry, der einen grossen Teil der Gelder für die Fluchtlingahitfe aufbrachte und auch grosse Summen für die Einordnung von jüdischen Flüchtlingen in Palästina zur Verfugung stellt« Die Abordnung gab Lord Samuel ein Bild der Verwendung dieser Gelder und von dem ganzen System der der Einwanderer im Lande sowie der gegenwartigen Schwierigkeiten. Lord Samuel nahm alle Berichte mit grossem Interesse entgegen. Lord Samuel besucht« In Jerusalem das Gebäude des Jüdischen National-Fonds, wo er von Utsischkin empfangen wurde, und die Jewish Agency, wo er eine einstundige Besprechung mit den Mitgliedern der Exekutive hatte. Dann begab er sich in den Waad Leumi und wurde dort von Rutenberg empfangen, der ihn im Namen der palästinensischen Judenheit begrüasu. Lord Samuel speiste bei dem Rektor der Universität, Professor Fraenkel, su Mittag und besuchte dann mit ihm den Neubau der Hadassah und des Medizinischen Zentrums auf dem Skopusberg. Der Vortrag von Lord Samuel in der Universität am 1». Februar gestaltete sich su einem glansvollen Ereignis. An dem Praaidententisch hat der High Commlssioner neben kunft in Palästina und nach der Berührung mit der Wirklichkeit des Landes manche seiner früheren Anschauungen geändert. Viele haben damals in Samuels Haltung eine Zerstörung der jüdischen Hoffnungen ge- Gerechter Weist wird man aber zugeben müssen, daat man die Dinge auch anders betrachten kann, besonders im Lichte der jetzigen Weltereignisse, die uns gezeigt h*hetv w*» «• ssaweae Väeksr, eze> 4*vasr Krieg die volle Erfüllung ihrer Forderungen erreicht zu haben glaubten, nicht so gesichert waren wie sie meinten. Im Jahr« 1937 hat Lord Samuel nach dein Peel-Bericht im Oberhaus eine grossangelegte Rede gehalten, in der er die Teilung des Landes als undurchführbar bezeichnete und statt dessen Vorschläge machte, die im Jischuw nicht sehr freundlich aufgenommen worden DER MÄRZ Jeder in Europa ist jetzt erfüllt von der bangen Frage, was üieamui die „iden de» uns bescheren wird. Irgendjemand — wir wissen nicht wer— hat daa Gerücht in Umlauf gesetzt, dass Hitler auch diesmal, wie in allen letzten Jahren, für diesen Monat eine „Überraschung4' auagewählt hat; wahrscheinlich ist auch dies) eine Drohung der deutschen Propaganda im Nervenkrieg, vielleicht aber wird mit Beginn dea Frühlings wirklich eine grossere militärische Aktion Deutschlands einsetzen. Die letzten Märze haben alle» vorbereitet, am einschneidendsten der März 1936, als Deutschland den Loc&mo-Vertrag zerriss und ins Rheinland einmarschierte — sicherlich daa entscheidende Ereignis in der ganzen Kette, denn erst hierdurch ist alles folgende möglich geworden. Die Befestigung des Rheinland« erst hat Hitler freie Hand in Österreich, in der Tschechoslovakei und in Polen gegeben. Es wurde jene Mauer im Westen autgerichtet, hinter deren ScJuiU Jetzt - wie Herr Küxher von der „Frankfurter Zeitung" es so schon ausdrückt — „die Neuordnung des Ostens in vollem Gange ist". Noch jetzt ist es unverständlich, dass damals die Tragweite des Ereignisses anscheinend nicht begriffen worden ist. Die lärmende Beschuldigung der deutschen Propaganda, dass die Westmächte den „Präventivkrieg" wollen, hatte den Erfolg, den Präventivkrieg, durch den viel Not und Leid erspart worden wäre, wirklich als „unsind, obwohi schon ein Jahr apäter, nachdem moralisch" erscheinen zu lassen, die Woodhead-Conuniasion die Vorschläge Aliea waa jeUt w PoJejl vorgeht, ist eine Peels abgeändert hatte, wahrscheinUch viele Fol dea mrz im, r*. haoe„ freiikh auch auch im Jischuw über diese Frage anders ^1^^ Regierer von damals nicht gedachtes. Lord Samuel hat immer den Mut gehabt, auch auf die Gefahr der Unpopulär! tät seine Meinung su vertreten. Die Auiwänderer ans Deutschland dem Redner und den Repräsentanten. Präsident ~,_»nUhAr i^-j e-muiii heaonder» Dan. Magnes und Rektor Frankel. Platt genommen.?c**n™r »»»««1 eine besondere Dan Zahlreiche hohe englische Beamte einschliesslich des Distrikt Commissioners von Jerusalem, Keith Roach, waren anwesend, ferner der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Chaldi, sowie der ehemalig« Bürgermeister Ragheb Bey Naschaschlbi, ferner die führenden Persönlichkeiten der Judenheit Jerusalems und selbstverständlich Senat. Verwaltung und Profeasorenschaft der Universität sowie zahlreiche Studenten. Lord Samuel gab in einer sehr fesselnden mit grossem persönlichen Charme und gelegentlichen humoristischen Bemerkungen vorgetragenen Rede eine Darstellung der fundamentalen Tatsachen im Aufbau de« Britischen Weltreiche«. Am 30. Februar l*\ Lord Samuel nach Ägypten und von da nach England abgereist. Der Besuch von Lord Samuel bedeutet für Palästina das Wiedersehen mit einem Mai dessen Name unlösbar mit der Geschichte des Landes verknüpft ist. Samuel ist als Per- •imäckkmt in allen Kreisen Palästinaa geachtet usd beliebt, und alle drei Völker — Engländer, Araber und Juden — haben ihn hier bsffrüsst. Als PoMücer ist Samuel umstritten. Man braucht nur an die scharfen innerkespflicht. ahnt. Im Moment kann niemand verhindern, dass in Polen über einem Trümmerhaufen ein Experimentierfeld mit ganzen Bevölkerungsgruppen etabliert wird, dasa uralte Ordnungen blindwütig zerstört und die Herrschaft einer Als nach der Machtergreifung 8ich für besser haltenden Herrenrasse zu Hitlers sich zeigte, dass die Katastrophe des deutschen Judentums unübersehbar su werden droht und eine umfassende Hilfsaktion erforderlich ist, stellte sieh Lord Samuel an die Spitze dieser Bestrebungen. Um das amerikanische Judentum dafür zu gewinnen, hat er die Reise nach Amerika angetreten, die leider nicht das gewünschte Resultat brachte, aus Gründen, die im Wesentlichen In den amerikanischen Verhältnissen lagen. Nichtsdestoweniger hat Lord Samuel mit unverminderter Energie die Arbeit in England fortgesetzt und als Präsident des Council for German Jewry alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sine wirklich gresssügige Hilfe seitens der englischen Juden zu sichern. Lord Samuel hat in Palästina eindrucksvolle Worte über die Notwendigkeit der Niederringung dar hitlerischen Barbarei gesprochen. Wir sind überzeugt, da« seine ebgekttrta Weisheit und reiche--- seinem Vaterlande ebenso wie Volk zugute k< hemmungsloser Willkür wird. Polen und Juden leiden dort gemeinsam, und man müaste hoffen, dass diese Notgemeinschaft verbindet, wenn man nicht wüsste, dass das Los der Juden überall ein spezifisches ist. Die Spekulation wendet akh natürlich der Frage zu, an welchem Punkt die März-Überraschung diesmal erfolgen kann. An einen Groasangriff im Westen glauben wenige. Am wahrscheinlichsten erscheint ein deutscher Angriff auf einen der schwächeren Neutralen, um von dort aus vorwärtMuluenmen. Die Neutralen wissen, dass sie neutral nur auf Kündigung Deutschlands sind, und daher die begreifliche Furcht, auch nur den geringsten Vorwand su liefern. Erst nach dem Kriege wird man die Rolle der Neutralea vollständig verstehen und beurteilen können. Wir Juden wünschen, dass die neutralen Staaten von Angriffen verschont bleiben, denn gerade das Los dar dort wohnenden Juden wäre im Fall einer Invasion das schwerste. Gegen die unbegrenzte Bedrohung des Ostens wird jetzt ein Sehutswall der Alliierten aufgerichtet,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.