Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 24 (25.8.1939)
- Date
- 1939-08-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JUPWCME WELT fWlfPgCBAÜ tt Ein allgemein« München' Del. Serubawl (Unke Poolc Zion) führt die Gr rinde an, Helene ueine PartH?tir Teilnahme r*ftt Kongress bewogen haben, Sir.* inats war e« m klar wie Jetzt, «las» - F.re* Fraei ein«? internnUoiialc Kr»£p ist, Ks i.r-t nülig zu sagen, »Jus» wir nicht iso llert tri der WYH sichert, weder In unseren l^tdeb, noch In unseren HoffnuHgi-n und Perspektiven Wir durften nie unser Schicksal mit jener imperialistischen Macht verbinden, die ihrem ganzen West» utio ihrer Natur nach oul die Fnlef drückung von Völkern und dos F.istkk<n jeder Freiheitsbewegung gerichtet ist t'nserc .Schuld Itegl dnrirr, dass wir die Träger der Freiheitsbewegung den jüdiscrVvi' Volkes sein WOÜlen und uns auf Kräfte .ynenü«>rt halten, welche die Freiheit d>r Volker der ganzen Welt unterdrücken Diene Orientierung auf die englische Mnndatarmnchl musste früher oder spater hnnkerotliercn, In der heutigen Zeil, die ah du» System eines „allgemeinen München" bezeichnet wird, konnte der englische Imperialismus gegen hl »er dem jüdischen Leben keine andere Antwort finden «ls das Weissbuch, das Jüdische München. Die engtisebe öffentliche Meinung, die einen Chiimbetinin geduldet hat, iiueh nach 4er Vernichtung oer Tschechoslowakei, mich Albanien und nach Spanien, wird nichts anderes unternehmen, fitich niiah dem Weissbuch. jenem schändlichen Attentat auf die Hechte des jüdischen Lehens in Erez Israel. Wenn es nun dm um gehl, den Kampf gegen dos Weissbuch tu führen, .00 dürfen wir nicht vergessen, das» wir schwach 'sind und dass gegen die stärkeren Kräfte nueh die besten Leistungen unzulänglich sind. Daher müssen wir un3 in diesem 'Kamp'« um Bu it d e s g e n 0 s h e n in oer Umwelt umsehen und Faktoren Buchen, auf die wir im* orientieren können Auch die starken Positionen, welHie die jüdische Arbeit geschaffen hnt, werden uns nicht helfen, wenn unsere Arfoci'. nicht von einem bestimmten Geist dunbdrungen Ist, In einer bestimmten fttchtung geführt werden wird Unsere Orientierung muss <!as grosse menschliche soziale Ideal «ein, mit dem nueh unsere nationale- Freiheitsbewegung verbunden ist. ist unrichtig, Erc* Israel als den einzigen Lichtpunkt im jüdischen Leben zu betrachten. Es darf ntehl die dynamisclie Kraft überneben werden, welche In den jüdischen Maasen steckt. Die Judische (ialuih ist nicht bloss eine Reserve. Ks handelt sieh nicht bloss um den Aufhau des ümdes, sondern um die Wiederbelebung des ganzen Volkes, um die Heguliernng des Kampfes Millionen Jüdischer Massen in allen!/indem für ihr Hecht auf ein l.chen als freie Bürger in freien Länder n. Der llcdner kommt sodann mit das Vet hfillnis zwischen Juden und Ära b « r ri In Palästina zu sprechen und tritt dafür ein, die Grundlage für ein positives Verhältnis zu schaffen, zumal heute nach dem Weissbuch die jüdischen und arabischen Interessen gegen das britische Imperium sich ireffen. Mehrfach von Zwischenrufen unterbrochen, erörtert der Redner die Parab leb Ißt der arabisch-jüdischen Interessen in Pnlfislirm iwd seh Messt; ebenso wie wir nicht gegen das arabische Volk sondern gegen den Mufti und seine Banden sind, ebenso erkläre ich mir diesem Kongress, das« wir auf das schärfst« auch gcg<j« alle Jfidlsehcn Randen in Erez Israel auftreten werden, -die denselben Weg gehen werden. [ Eine Erklärung Weizmanns Am Schlus» der Sittung gab WEIEMANN lo|y>ndc Erklärung *b: Ich wil| «in Mißverständnis aufklären. Ich glaube, das* Meir Qroumaa in «einer sonst in der Form korrekten Bede mir etwttt in den Mund gelegt hat, was er glaubt, wovon ich aber glauba, da»i ich es nicht gesagt habe. Wer meine Antrittsrede und die iMiiden kurzen Ansprachen in der englischen und amerikanischen Delegation gehört hat, wird mir bestätigen, das* ich dort richtig den Auadruck nebraucht habe, den nachher Rems* als Erklärung tu seinem heutigen Aultreten gebrauchte: „Sogar in der Zwangsjacke des heutigen Weissbuches gibt es gewisse Möglichkeiten." (In the »irungejacket o( the present White Paper there are certain posNibiiitie.s."} Ich will nur iunsutuacu: das Weissbuch Mn» bekan^p!» werden von innen und von aussen. Von au^üen durch Methoden, über die wir uns einigen werden, von innen mit Arbeit. Will man einen Rahmen sprengen, so mus« man ihn ausiulilen, bis er so eng wird, das» er springt. (Lebhafter Beifall). Hierauf wurde die Silzungum 1*3.15 Uhr geschlossen. eher bestimmt, was mit Palästina 7.11 geschehen hat; dass seine Tore fur die jüdische Km Wanderung geschlossen sein Köllen, das« der freie Roden det Landes der jüdischen Aufbauarbeit verschlossen sein >o\l, das? die Juden in Em!>rnel der arabischer, Mehrheil auf (inade \tiu\ Ungnade ausgeliefert sein sollen. Diese L)ekrr-tc können nur wir allein mit unserem Willen und unserer Kraft zuniebta rnaheti. denn wir verfugen ül^cr zwei Kräfte, die viel Marker «ind als die Kraft, welche hinter den Verordnungen de* Werbliches »lebt: diese Krftfle sind oer Drang des jüdischen Voll;*-s mich i;re? Israel und c.ie Macht d^»s lisch 11 w in Krez Israel,! Dazu lumimt vtetiee-fii t)f,n( eine dritte Kraft, die der zionistischen j Bewegung. Der Jlschuw in Cret Israel nimmt das Todesurteil dea WeisstMjehes nicht an er wiiil sich ihm nicht unterwerfen, solange er lebt, 'ctiensc Ist I f-s nid der 7«eilen Kraft es gibt Juden, die keine Wahl haben, j ob nun ein Weissbuch existiert oder nicht, ob die Tore versehlos-; sen sind oder nicht! Das Weissbuch kann vielleicht für die englische Regierung, für I da« englische Parlament gelten, aber für uns existiert es nicht und kuim metd existieren, mde keinen InlernrehjRunen, i-iir un.s Mandat und d»eses Vakuum mus! lurch uns allein Wir selbst mtisi keinen t'mständen und mit beoeufet es bloss Vakuum im durch uns ausgefüllt werden, so handeln, als ob wir der Ben Gurion : „ Am Scheidewege " In der- VomiiRagssiti'.ung von Freitag den i8. AiigusL welche um 10,20 Utir begann und unter dem \ orstU von Präsident Usslsclikin eröffnet wurde, sprach zunächst in der Reneraldebalte das Mitgliec: <icr F.xekntive, D. Ben-Gurion, der in zweistündiger Rede (Olgendes ausführte* Durch Ereignisse und l'mstliride, Ober welche das jüdisch»; Volk keine Macht hat, wurde die zionistische Bewegung nn einen gefahrvollen S c h eitle w e g gestellt, an den Scheideweg zwischen Mandah'ionismus und selbständigem Zionismus. Die LinieriMrechung der Kooperation zwischen England und dem jüdischen Volk in Palästina ist keine absolute und keine dauermle. Auf der grossen W 0 I t a r c n a stehen w';r wie früher und worden «uch weiter stehen in dem Lager, in welchem sich i.fu angelsÄchsische Well und das nritische Imperium tveimden. An «lern Oft aber, welcher der Nerv, ja das Her/, des jüdischen Volkes und der jüdischen (Jes.ohiehte ist, in Krcz Israel, sind wir bei einem Bmich angelangt. Diesen tragischen Fall müssen wir mit seiner gunxen Furchtbarkeit und mit seinem Ern>t einsehen und daraus die unvermeidliche Konsequenz ziehen. Die neue Deklaration von 1939, welche das zerrissen hat, was England im Jahre 1917 feierlich versprochen, ist nicht erfolgt auf tirund einer inneren gedanklichen Ihmvähumg oder einer Veränderung der Gefühle des jüdischen Volkes und auch nicht weil F.ngland sich etwa ülvueugt hötlc, dass die Lage des indischen Volkes sieh so geändert hatte, dass es kein eigenes Land mehr braucht Die Deklaration von UKW ist erfolgt aus politischem Opportunismus infolge äusseren Drucks, infolge des Druckes des physischen unc; politischen Terrors in Krez Israel, rings um Krez lsrß'?l und in der ganzen Welt •- und diesem Terror haben die Engländer nachgegeben. TAuschen wir uns nicht: der terroristjteht\ physisrhe und politische Druck g e h t w e i t e r und die die Durchführung der neuen Deklaration kann noch viel arger sein als die Deklarltion selbst, ja sie wird schon ärger durchgeführt, als sie formuliert wurde. Der erste Beweis ist die Suspendierung der jüdischen Einwanderung, die sogar einen llruch des Weissbuehcs tHXleute. i-s erwartet uns noch die neue Itodenge* stHzgebüng In Bezug auf die Juden steht Palästina schon jetzt unter der Herrschaft der Arul>er. \\\v uns stellt daher die ernste Frage: können wir der neuen Polilik der englischen Besserung in Paht-liua Widerstand leisten, mit welchen Mitbin und mit welchen Folgen? Ich «ehe keine Kraft im jüdischen Volke, die England »wingcit könnte, seine Pflicht gegen un$ zii erfüllen, welche «• wicht erfüllen will. Diese Kraft hat nur cas englische .Volk. Es gibt aber noch einen anderen Teil des Weissbuches, web .Staut in Eieai Israel wflrcn, so handeln, bis wir der Staat in Erea Israel sein werden. Du* bezieht »ich auf die Dinge, in denen das Weissbuch das Mundil} ausser Kraft setzen will. Mit England, nicht gegen England Del. K}einbauni {Weltverenugsing der Allgemeinen Zlonisten, Gruppe A) gibt der Meinung Ausdruck, dnss oer Kampf gegen! das W eissbuch nicht '*u einem Kamp? gegen England werden ] darf Wenn das ischechi«che V'olk --!egt der Hedner dar — heule | seine Hoffnungen auf nationale Wiedergeburt mit, England ver-; binden ruuss, so mü^m mich wir heute trotz des Verrates der j englischen Itcgierung das \ erwlrklicbungswerk in Erez Israel j wieder mit England verbiiMb n Das ist wahrscheinlich sehr unj! populär« <ia wir ja von England einen solchen -Schlag erhalten , ' hatten. Ivs ist'al*er die W a h r Ii f. I t. In unserem Kampfe müsj sen wir auch darauf achten, ilass unsere Kampfmettioden nicht I den Jischuw mehr schädigen, .tls sie die l^ilfislmaregierung seh»- i digen werden. Wir müssen ihn so führen, dass die neue politische j Konjunktur, welche kommen w ird, uns vortiereitel. un.s shirker \ findet, als wir heute sind Das bedeutet Verstärkung unserer i Position, das bedeutet Einwanderung (Beifall), Vergrößerung der; jüdischen Sicherheit, oer jüdischen Verteidigungskraft. Diese drei; Elemente weroen unseren Sieg Ober das Weissbuch vorbereiten. Da.« UNieutet Fortsetzung des Aufbau* nach dem W eitzmann-Sy-; stein, weichen in., der Formel ausgedrückt ist: mehr Menseben, '' .mefir Bo<len. mehr Kultur, mehr jüdische Zivilisation in Erez j Ismei als r.ruudiage fur die Verwirklichung der politischen Ziele! des Zionismus. ftetlner polemisiert sotlann gegen die tri der Hede von j Mcir firosim an n dargelegten Parolen, wobei es zu lebhaften i Zwischenrufen Grossrnann« und Unruhe im Saal kommt. Del. Ctuntan (liaschomer ILazair): Es tmndclt sich darum, die Wirklichkeit klar zu sehen und das, was wir tun der Wirklichkeit anzupassen. Al-er gerade ,n kritischen Zeiten müssen wir einen Unterschied machen zwischen aktiver Verteidigung und Mord, Atigeseheu von der Moral, die im Leben eines schwachen Volkes keine kleine Holle spielt, haben v,;r für unser zionistisches Auf-, bau werk die Rune im Land so nötig wie die Luft zum Atenv {Beifall.) Gewiss kann es auch Unruhe geben, und ich sage: gesegnet seien die Unruhen, welcheausgebrochen sind, als man illegale Einwanderer zurückschicken wollte. Aber es darf keine Unruhen geben, die auf Terror gegründet sind (Zwischenrufe des Del- Grossmann, Unruhe). Am Schlüsse seiner Ausführung»!! beschäftigt sich der Hedner mit. den jüdisch-arabischen Beziehungen und sagt dazu: es kann nicht morgen einen jüdisch arabischen Frieden geben, ebenso 'wenig ' wie etwa •|«ör^nr'uervit»- uös-• W*ei»»hueh ausser Kraft gesetzt werden kann. Nur durch Kampf werden wir das Weissbuch zerstören. Aber mit demselben G!aui>en müssen wir uns gegenüber der jüdisch-arii'bischen Frage verhallen. Es wird u 1» d tu u s s zu einer jüdi.seh-arabtschen Ve'rslündtgiing kommen. Erez Israel vurd nur auf der Grundlage eines Friedens »wischen''den beiden Völkern geluul werden. Del. Dr. Schwarabarth (W eUverband der Allgemeinen Zionlsten. Gruppe H.): In der Vergangenheit lx-glng die Politik unserer Bewegung etsieü Fehler dünn, dass sie einen Teil der englischen öffentlichen Meinung an die Ueberzeuguug gewütinte, dass wir gegen eine Vlmscbriinkutig des Aufbaus unseres Nutionatheims nicht revoltieren werden. St'it dem Ersciieinen des Weissbucbes wnr die Stellung d< r l'.\ekutive korrekt — ich bin überzeugt, keine andere Exekutive hätU1 unter den gegenwärtigen Umstünden mehr machen können als die heutige. Für die Zeit aber, die vor uro» »lebt, ist auf Grund gewisser Heden, die wir hier gehört hahan, zu befürchten, dass wir uns von einem Kampf gegen das Weißbuch Iii KöliipTOiTiiss«: zurückziehen Weiden. Für den Kampf | brauchen wir eine Stärkung unserer Politik. Aach ausserhalb der organisierten Bewegung ist die Kraft des Zionismus sehr stark, Die Exekutive hat die Pflicht, dieses riesige Kraftreservoir zu mobilisieren- Damit all dies gelingt, brauchen wireine politische Einheitsfront der zionistischen Organisation. Bei. Shrafai (Mapoel Hamisrachi) bespricht in längeren Ausführungen uie Notwendigkeit, die religiösen Vorschriften in Erez Israel einzuhalten Die Thor« befiehlt uns nicht nur den Sabbaih zu hallen, sondern auch für die Eroberung des l-undes uns aufzuopfern. Mitglied der Exekutive Jixchak Crunkmum: Wenn wir heule, in dieser Krise vom Kampfe gegen das Weißbuch sprechen, dann können wir sagen, dass wir die Kraft haben, nut Fakten zu kämpfen, nicht nur nut Argumenten. Weichessina diese Fakten, die in Ere* Israel entscheiden können In den Be-! Ziehungen zwischen Völkern und Gruppen, die von ihnen unterdrückt sind, gibt es etwas, was man ultima ratio, das letzte Argument nennt. In den Beziehungen zwischen freien Völkern heissl es Krieg, in Beziehungen zwischen Unterdrückten und Unterdrükkern heisst es Aufstand, Hcvolutton Unter den gegenwärtigen Umstanden und bei der gegenwärtigen Kraft des Jischuw in Palästina können wir nicht zu dieser ullunu ratio greifen, denn es erhellt sich die Frage der Folgen jeder Tat, die man setzt. Was den Terror betrifft, so gibt es glücklicherweise bei uns mit geringen Ausnahmen keinerlei Mejnungs;vcrschic-ile«*iltviten. Aber auch die Begriffe „civil oesohtvd.euee" und tsnoncoope-'ution" müssen ru'htig verlanden werden, das sind Formeln, gut für ein Volk, das in einem Laude sil?l, für das nicht d:e Frage des limemkommens in das Land existiert, und bei uns kann es sich herausstellen, dass die Ncr.'Cooperation keine Non Cooperation ist und die „civil desöbit-dieitee" versagt, \Veii wir zu aüererst <Uu\x -sehen* müssen, ins Land bincinzukomnv»'i. Wir könnc-n uns auf keine | E«iu«iiei<.ungssctiiaci}t eniassefi, solange wir nicht in Erez bruei 1 konzentriert sind. Das ist die JiHuptsacbe^ Juden «öd* Erez Israel j! an bringen. Das Ist das Kriterium, welches alle unsere Taten j f«sUmtnt. Deshalb muss im Mittelpunkt unseres Kampfes gegen I das Weissbuch die Einwanderung sieben. Wird das! jiidishe Volk beweisen, dos« es keiner Kraft gelingen wird, die j Einwanderung nach Erez Israel zu unterbinden, dann wird das j Weissbuch zerstört werden. Wenn nach Erez Israel stall der Züge* , stanoenen II000 Juden jährlich 30 bis 40000 Juden auf ollen Wegen .unter allen Umständen, mit allen Möglichkelten einwandern, dann w ird das Weissbuch zunichte gemacht und keine .Spur vor» ihm übrig bleiben. Del, Erem (Linke poalc Zlon): Es Ist «Ine Illusion, das« «lex Kongrcss das Weissbuch liquidieren könnte. F.r kann nur; eines tun — verhüten, dass wir vom Wetssbuch iifjuidiert werden. Grösser,als die Äussere Gefahr des Wcisslrtiches für den Zionismus sind die inneren Gefahren. Wenn heute Im Volke die finsteren Kräfte, die vom Faschismus herkommen, die Oberhand gewinnen, dann ist alles liquidiert, was gegen das Welssbuch Wider^ stand leisten kann Der Präsident der ZOA Der n.ächse Debnttenredner ist der Präsident der Zionistischen Organisation in dm Vereinigten Staaten. Dr S. Goldmann (WeUvereinigung der Allgemeinen Zionisten, Gruppe AI: Im Laufe der letzten zweitausend Jahre, die wir Inmitten cier grossen Welt leben, wurde vom jüdischen Volke Jochrv «an von Sackai als Held angeschen und nicht seine Gegner. Es Ist richtig, wir haben Krieg geführt, aber wenn man uns sagt, wir müssen unseren Kampf führen, wie es die Engländer taten, dann erhebt sich die die Frage der moralischen Seite. Meiner Meinung nach ist der Jischuw genug stark, um den Terror so «1 führen, wie es die. Araber getan haben, aber er ist nicht stark genug, um durch den Terror zu siegen, er ist für einen solchen Sieg nicht vorbereitet. Vieles im Jischuw muss verbessert werden, ebenso wie in der Zionistischen Organisation. Die Parteistreiligkeiti'i» im Jischuw haben einen grossen Tiefstand erreicht (Beifall). In dem heutigen kritischen Moment müssen wir heldenhaft genug sein, um uns über nll diese Konflikte zu erheben. Itedner wendet sich un den linken Flügel des Kongresses und sagt: ich habe gesehen, was sich in Erez Israel durch Helden- und Marlvrerfum ge.srha'len buhl, ich weiss auch, duss ihr 7.') Proz. der Opfer gestellt habt, die in Erez Israel wahrend der letzten drei Jahre gefallen sind. Ihr seid Melden. Darv.m bitte ich Euch, beginnet den Frieden zu bereiten und dii Einheit, nehmt es auf Euch. Ihr seid die Starken, darum könnt Ihr Oiese Aufgabe auf Euch nehmen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen tritt der Redner fflr eine Aendernng des Schekelsvstems ein und seblicsst dann wie folgt: wir müssen der grossen Welt sagen, dass schon viele bedeutende Kräfte versucht hat>en, die jüdische Einwanderung nach Erez Israel zu unterbinden, dass ihnen ober dies nie gelungen ist AUe unsere KrAfte müssen auf konstruktive Art-eit gerichtet sein, dann winä der Sieg kommen. Raw M L. Periiweig (WeUvereinigung der Allgemeiner, Zionlsten, Gruppe A.) weist darauf hin, dass die gegenwärtigen politischen Schwierigkeiten zum Teil auf den Einfluss der Hassenpbilosophie zurückzuführen sind, welche durch verschiedene Kanäle Eingang gefunden hat und die einen schweren Schlag erleiden würde, wenn ein Judenstaat entstünde. Aber dos internntio-c nale Kräftegleichgewicht ändert sich shindig. Gegenwärtig neigt es sich zugunsten der Kräfte, welche mit dem Zionismus sympathiesieren. In diesem Zusammenhang verweist der Redner auf den Beschluss der Mandatskommission. pel. r. Bernstein (WeUverhond der Allgemeinen Zionlsten, Gruppe B.) sagt u. a., schon lange sei in der englischen Politik und' besonders in der puiustinensischen Verwaltung die Temtens vorhanden, dem „zionistischen Experiment" ein Ende zu machen. Aber die Leitung hat immer die Pnlastina-VerwaUung verteidig» nno sich mit deren verschiedenen Erklärungen und Interpretationen zufrieden gegeben. Die Niederlage ist das Ergebnis der Politik unserer Leitung. Die rnibigs-Nuthiiiiiiag-Siiiiing wurde sodann um nachmittags geschlossen. ITif Die siebente Plenarsitzung wurde Sonnabend, den 19. August um 21,30 Uhr vom Vorsitzen.'- den, Präsident Fssischkin eröffnet. Er erteilte das Wort dem Delegierten Dr L. Jacoby, der ein© ERKLAERUNG DER DELEGATION AUS DEUTSCHLAND verliest', die wir bereits in der „JWK" Nr. 23 wiedergegeben haben. lrie Erklärung wurde mit starkem ßeifail aufgenommen. Sodann erhielt cas Wort zur Generat-Debatte: Dti. Herl Locker (Arbeiter-Partei): Er führte u. a, aus: Es'hat nie genügt and genügt auch beute nicht, einfach dem Imperialls, mus den Krieg zu erklären und tu sagen: England, hinaus rml Dir. Denn es gibt gewi^e linder, in die, wenn ein Staat aus ihnen auszieht, ein an%k-.ör eiiuiehi. Es hat sieb etwa,«: in der Welt geändert, auch in der jüdischen. Eines der Motive dafür, dass wir die Halfour-DekturaUon bekamen, war, dass das judi' sehe Volk in der Welt eine Kraft von Bedeutung und Einfluss darstelle. Mit dieser Volkskrufl in cer Welt hat England geiv-chnet. Heute aber ist die jüdische Kraft in der Welt gewaltig ge« fallen, selbst in den IAndern des Westens, auch in England und sogar in der grossen amerikanischen Demokratie. Es bat sich vieles zum sehlechten geftndert, nur in einem Punkt zum guten: mit der Kraft des viel zitierten .>System>,, sind wir in *c r e » t s r a e i von Ii Prozent zu einem Drittel gewachsen Heute sind wir ein Faktor, gegen den man nicht regieren kann. Und wenn w»i heute erklären, dass wir das Weissbuch ablehnen, so tun wir das aus moralischen Motiven, auf unser Recnt gestützt, aber auch weil wir fühlen, dass wir die Kraft haben, das Weissbuch zu be* kü rupfen. Man sagt. Engtand sei gegen uns Dazu ist zu bemerken, dass der kleine Mann tu England sich mcht mit unseren Problemen überhaupt nicht mit politischen Probienren t^schaftigt Wenn wir aber heule, unter einer Gruppe von tausend denkenden Engländern eine Ahsiimniung vornehmen würden, so würde wohl die Mehrheit gegen das Weissbuch und für aie Aufrechterhaltung des Nütioimiheims stimmen. Vergesset* wir nicht, dass eine der Hauptfronten unseres Kampfes die Aufklftrungs-Arbeit in England ist. die einer der wichtigsten Faktoren für den Ausgang" des Kampfe:» gegen das Werasbucn ist. Del. Kirschner (Süd-Afrika! sieht die Aufgabe des Kongresse« dar;n. vor England und vor der ganzen Weit zu erklären, cas* wir die Bestimmungen des Weissbuciies nicht annehmen'können Im weiteren Verlaufe seiner Ausluttrungen trat Heiner dafür ei», da*s im Jischuw? e-ine Kör|>er>ciiaft angesehener f tkri. nliC;* k<viten geschaffen «ertte, welche nicht über der E.Neküiive stehen, sondern m it ihr an der Arbeit teilnehmen seien. Fitrtschtitiff Seik 0