Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 17 (7.7.1939)
- Date
- 1939-07-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424675--221-2424981- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. 17, im 1930 jüdische welt Rundschau Seft« 3 Theodor Herzl und Walther Uathviuui Ein Brietuwehnet / und rinQvh'ilri vom f#r. .1. H #»i it E* wäre interessant, dl Her ihm in vielen seine rang, und der diesen dm* entschiedene Wirk'- P, rsönhehkeit Walthrr Rathe»f,ws Anschauung'n nahe itnnd. der u Konflikt schliesslich loitc dureh für den Teil ncincs geistigen Lehe} '■»» mit Ur,:ti _„ vergleichen, e er jahrelang mit .Deinem Judesein das entschiedene Bekenntnis und den er :nnach»t -.uriiekzudrängen weht hatte. Da* soll hier nieht geschehen. Hier lege ieh nur Dokumente über eine wirkliche Begegnung der beiden Männer vor, eine Begegnung, die schicksalhaft hatte werden können, aber nieht wurde und nur literarische 8puren hinterlassen hat : Briefe von Utcrurinchem Re,: und Uicrgraphischer und atitobiographisther Bedeutung für beide Persönlichkeiten. Die Briefe Rathenow* (in Herd befinden sich im Hcr-J-Archiv, da* IftU {►» da* Zinnintische Zentratarchiv. Jerusalem, überfuhrt wurde. Die Briefe II er-As habe ich l'Jll im Rathenau-Archiv. Berlin-Grunewald, eingesehen Und abgeschrieben. Der Anlast* zur Korrespondenz der beiden!•> i■sönliehkcite n irrt» ein rein literarischer. In Maximilian Hardens „Zukunft" erschien 1901 ein Aufsat: „Zur Physiologie der Geschäfte". Der Aufsatz gab sich ah. eine Veröffentlichung au* den hintcrUia.iencn Papieren des ,jung.it verstorbenen, kaiserlich russischen Etatsrates Sik/daus von der Muhl", angeleitet von seinem Seffen und Urban, dem Regitthngsasssssor F. W. Schulze von der Mühl, Die Auf:riehnungen enthalten iierade:n klassisch geprägte Sät .e übe, das Wesen, die Bedeutung und die Aufgaben eines modernt.n Kauf* mann*, tlent nah das Pseudonym für Wirklichkeit. Form und Inhalt des Aufsatzes begeisterten ihn, und unter dem Titel „Der Kaufmann" veröffentlichte er darüber in der „Neuen Frewn Presse" vom St. Juli IMt ein brillantes Feuilleton. Auf die Veröffentlichung dieses Aufsatzes hm. erhielt Herzl einen Brief von Maximilian Harden, dem Herausgeber der „Zukunft". Haiden feilte Herz! mit, da-«* von der Mühl nur ein Pseudonym sei. Zehn Tage nach Kr scheinen -eines Aufsatzes in der „Neuen Freien Presse', erhielt er nun einen Brief von Walter Rathenau (l>. Alle* weitere geht aus dem Btiefen selbst hervor. Einige Briefe, so Rathenaus Antwort auf Herzts Brief Nr. V., sind verloren gegangen. Eine persönliche Begegnung der beiden Männer >»! nicht.';.»*tr.tnde gekammen. ,..... I. Walther Rathenau au Theodor Herzl (eigenhändig) W, R. Berlin N, 31. Juli 1901 3 Victoriastrasse Sehr geehrter Herr, Sic J>aben mir eine grosse Freude gemacht, und ich muas Ihnen mit einer Enttäuschung dünken. Etatsrat Nicolau» von der Muhl bin Ich. Leider bin ich niemals länger in Russland gewesen als acht Tage, und einen Neffen habe ich nicht. Hätte ich einen, so war' er schwerlich Regierungsassessor, Von all <iem: w;u» Sie gütige- und guten über meinen Doppeiganger sagen, wage ich nur sehr wenig für mich In Anspruch zu nehmen, schon deswegen, weil man über Tote «ichta schlechtes redet. Und das wenige beziehe ich auf die Gesinnung, in der wir beide, Sie und ich, uns begegnen. Als „von der Mühl" empfinde ich aber eine Verpflichtung Ihnen gegenüber den ich irregeführt habe. Diese Verpflichtung ist: mich zu nennen und zu bekennen, Ieh bin jünger als der Russe, anfang Dreissiger. Ingenieur, genauer Elektriker, und Vorstandsmitglied einer industriellen Gesellschaft. Bezüglich der Ausdehnungen meiner Unternehmungen habe ich nicht übertrieben. Seit einigen Jahren habe ich die Gewohnheit angenommen, von Zeit zu Zeit, einen Aufaal* für die „Zukunft" zu .schreiben. Denn ich habe gefunden, dass diese „di«tractiö" <im ursprünglichen Wortsinne) d£s Sinzig« Gegengewicht für einen anstrengenden Beruf bildet, Die Anforderungen dieses Berufs sind auch die einzig« Veranlassung und Rechtfertigung meiner Anonymität, die ich zu entschuldigen — und zu schonen bitte, So viel - ■ und leider »o wenig — von meiner Person. Meinen herzlichsten Dank sage ich Ihnen für die Ehre, die Säe meinem Aufsatz erwiesen haben. Ich würde mich aufrichtig freuen, wenn sich jemals die Gelegenheit fände, den Ausdruck dieses Dankes und meiner Verehrung mündlich zu wiederholen. v Mit vorzüglichster Hochachtung begrüsse Ich Sie ergebenst Dr. W. Rat Henau , II. Herzl an Walter Rathenau (eigenhändig) Neue Freie Presse Redaction: Wien Kolowratring, Fichtegasse Sehr geehrter Herr. dass „von der Mühl" nicht existiert, erfuhr ich schon aus einem Briefe Hardens. Nur war diese Mitteilung so gefasst, das» ich zu meiner grossen Überraschung meinte, Harden selbst sei der Verfasser. Ich sehe, das« ich ein dummer Kerl bin, der nicht einmal Briefe versteht. Harden schrieb, „der Artikel, den ich veröffentlicht hatte", und daraus las ich seine Verfasserschaft heraus. Ich halte sehr viel vom Talente Hardens, ofc-vohl Ich in vielen Dingen nicht mit ihm übereinstimme. Ich bin z. B. ein grosser Verehrer Kaiser Wilhelms, den Ich persönlich kenne aber nicht, weil ich ihn persönlich kenne, Kur war ich verblüfft, dass Harden diese „Psychologie"" geschrieben haben sollte, die mir nicht zu seinem geistigen Habitus zu passen schien. Ich glaubte, dass nur ein wirklicher Geschäftsmann und zwar grössten Stils dergleichen gefunden haben könnte. Ich war ein bisschen beschämt über meinen Irrtum, als ich Harden für den Verfasser halten musstc. . Sie geben mir etwas von meinem Selbstvertrauen wieder. Wer immer freilich diesen Meisteraufsau geschrieben habe, da.« ändert an diesem Werte nichts. Ich freue mich aber, dass der Verfasser lebt, und dass ich ihn voraussichtlich kennen lernen werde. Den \ er ist mir, wie Sie bemerkt haben, sympathisch, wie Wenige. Ihre „Gegenden am Don" sind ja das Palastina meiner Zionistischen BewegungIch weiss allerdings nicht, ob Sie von dieser etwas, und wenn ja, ob Sy, das Richtige gehört haben. Mit einem Manne wie Sie, möchte ich sie gerne durchsprechen. Alt Aussee, Steiermark 3. VII f. 1001 Hoffentlich bietet sich dazu einmal Gelegenheit. Vielleicht führt Sie ein Som «Hergang hier vorüber, oder wir .sehen uns in Berlin, Wien, London oder anderswo. Sie reisen wohl ebenso leicht und viel wie ich. Vielleicht .schreiben Sic noch Fortsetzungen Ihrer Physiologie der Geschäfte oder anderes. Ich wäre froh. Ihnen dafür das Feuilleton der N. Fr. Presse zu öffnen. Wir können, wenn Sic wollen, den Geheimniskram weiterführen: „Aus den hinter, laasenen Papieren des v. d. Mühl". •Mit hochachtungsvollem Gruss Ihr ganz ergebener ....... - •■ Hcrzl ',. .." in ... .„....... Alt Aussee, Steiermark?, vui.mi ':> Diese Bemerkung Herzls bezieht sich auf eine Stelle in dem Aufsatz des „N. v. d. Mühl", die wio folgt lautet: ..Dagegen hat es mir jedes Mal eine Art Befriedigung gewährt, wenn ich die Gegenden aci Don bereiste, die ich einst als Steppen und Wüsteneien gekannt hatte. Wenn ich die neu entstandenen Ortschaften zu Städten anwachst« **h, angefüllt mit Menschen, die aus den Tiefer; des früher kargen Bodens ihre Kräfte sogen, wenn tausend Maschinen ihre Rader rollten und hundert Kammsauien ihre Rauchopfer brachten, dann erinnerte ich mich gern, dass es eine gewagt« Idee gewesen war, in dieser verachteten Gegend Hüttenwerke zu errichten, und ich freute mich zurückblickend der Sorgen und Ängste, m«t denen jede Handbreit diese* Lande* befruchtet werden aiusste." Walter Rathetiau an Theodor llcrxl Sehr geehrter Herr, vielen Dank für ihre freundlichen Zeilen. Auch Ihr freundliche» Anerbieten, mir die Spalten Ihres Feuilletons zu öffnen, hat mich sehr erfreut. Ihre Sympathie für den hohen Herrn, den Sie nennen, teile ich um so mehr, als auch Ich ihn persönlich, und ich darf sagen, gut kenne. Das hindert mich nicht, für Harden zu schreiben, well er mein Freund ist. Da Sie die gros.se Güte hatten, über mein Exercitium <das ich höchst mangelhaft findet freundlich zu urteilen, schicke ich Ihnen eine weitere Probe meiner Handschrift, meinen vorletzten Aufsatz aus der „Zukunft". Ich besitze nur das ein«, etwas; verbrauchte Exemplar, und bitte deshalb um gelegentliche! Rückgabe. Einen anderen der zwölf oder fünfzehn Versuche, | auf den ich etwas mehr Wert lege, hüte ich mich, Ihnen vor-: zulegen. Er heisst „Höre Israel" und ist von einzelnen Lesern j des Antisemitismus geziehen worden. In Wahrheit verfolgte | er diese Tendenz nicht, ebenso wenig wie ich selbst dazu bcj reehtf'gt wäre: Denn ich hin Jude.! Aus letzterem Grunde habe ich die Veröffentlichung über Ihre zionistischen Bestrebungen, soweit mir solche zugänglich waren. .st#t#- mit lebhaftem Interesse geksefi. Ich begrüsse Sie mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Walter Rat Henau IV, Herzl an Walter Rathenau (eigenhändig,) Neue Freie Presse Redaction: Wien Kolowratring. FiChtegasse Sehr geehrter Herr, n Sic hatten Recht, mir thren schönen Aufsats über die schönste Stadt zu schicken; er hat sie mir noch näher gebracht* Ich habe Sie, als ich Sie für tot und Herrn von der Mühl hielt, mit Compümentcn überschüttet. Ich will Sie jetzt nicht unter Rosen begraben. Die Ra«e de* grosser, Schriftsteller« habt; ich sehonjjna, er*t«n. Artikel erkannt. ichJiabe mch!« hinzuzufügen,, noch auch wegzunehmen. Es gibt sonderbare Gange. Ihr Name, wenn Sie ihn erst nennen wollen, wird als der -ein»* grossen Schriftsteller» bleiben, und Sie sind Ihres Zeichens ein Geschäftsmann. Der meinige wird vielleicht nur als der eines Unternehmers und Agitators bleiben, und ich bin von Handwerk Schriftsteller. Ks ist wahr, ich habe mich von den Cliquen ferngehalten/und da ich als Journalist 211 machtig bin — passes mol le mot — um entdeckt oder begönnert zu werden, und zu pöbelscheu, um mich in GegenseitigketUverhultnisse einzulassen, so wissen von mir nur die Leser der „Neuen Freien Presse" ••- und die armen Juden, denen ich eine Heimat verschaffen will; die Letzteren halten mich für eine Art Baron Hirsch ohne Geld, Aber lassen wir das hassenswerte Ich. Nur gestatten Sie mir, Ihnen aU ein Zeichen meiner Schätzung mein letztes Buch vom Verleger schicken zu lassen. Ein Zeichen ist es nur darum, weil ich mich nicht durch Versendung von Recinsionscxemplaren encanaillit-ren und Sie nur bitten will, zwei der Geschichten zu lesen: „Selon in - Lydien", die erste, und „das Wirtshaus zum Antiien" die letztere. Schreiben dürfen Sie darüber nie, ea wäre eine Revanche, und die dürfen Sie sich ais Mann von Geschmack nicht zu Schulden kommen Ich fürchte da*s ich Ihren Artikel ..Höre Israel" geieaen habe. Es Ist mir etwas Blasse» *n Erinnerung. Ich glaube, Harden schrieb njsr damals und ich antwortete ihm in einem Briefe, nicht in einem Artikel, wie er gewünscht hatte. Ich glaube, das* ich mich über diesen Artikel geärgert habe. Aber, wie gesagt, da* Ganze ist verwischt und halb erloschen. Wenn ich nicht irre, war in dem Artikel gefordert die Juden sollten Aich längere Oh»'imsss*n und g*ra>d* Nasen angewöhnen. Dass Sie mit Harden befreundet sind, spricht nach Ihren beiden Artikeln für ihn. Ich gestehe Ihnen, entre nou», das* ich ihm seine Intimität oder doch sein Zusammengehen mit minderwertigen Leuten nicht verzeihen kann. Au er mir jungst von WeichAelmünde achrieb, seeste ich mich in der ersten Überraschung hin und antwortet« ihm. Solche Briefe lasse ich »ber immer eine Nacht liegen, bevor ich sie abschick«». Am anderen Tage war mir klar, dass Ich Ihn nicht rtbftchtcken diirf* Ich antwortete Harden nicht. Ihnen lege ich diesen Brief hier vor und bitte um sofortige Rücksendung. Ich h*g** ihn bPi wegen der Stelle über den Zionismus, die ich nicht noch einmal abschreiben, will. Die gilt auch, ja «»rat recht für Sie. der Sie der mysteriöse- Verfasser sind Es i«d mir - das wird Sie violleicht wundern -■- ganz gleichgültig ob Sie Jude oder Christ sind Hin ich ein Maniak? Ich kiinn mir vorstellen, dass ein Christ Jude wird, um an der herrlichen Sache mitarbeiten zu können. Ja. Ich kenne solche Menschen. Einer liehst Abnthnm Burcart, ein Schweizer Christ, «Irr sich sogar beschneiden ]\<,xs, um wto er meinte, allen Anforderungen zu genügen. Armer Kerl, dae Schneiden var überflüssig. Er ist aber nicht wahnsinnig, wie Sie sprceathenlarh neckend gleich annehmen werden Wenigstens halte ich ihn in meinem eigenen Irrsinn nicht dafür. Ich kenne ihn nicht persönlich, mir aus «einen Briefen die aber bei ulier Begeisterung nüchtern und vernünftig sind. Er Ist Was.serbjuiteehniker und war in Palästina. Von Ihm rühren die Plane zu elektromagnetischer Ausnutzung der vorhandenen Wasserkräfte her. Ich will Sie in meinem bald vollendeten Programrnrom«n ..AitneuJand" anbringen und werde »le vielleicht dereinst «wischen Hermen und Totem Meer verwirklichen. Sehen Sie: das müsste einen Menschen, wie Sie sich mir in den beiden Aufsitzen zeigen, zur Fahne rufen. Eine Lumpenfahne vielleicht, und es gibt goldenere und seidenere. Aber wohin kann man unter ihr aufbrechen! Den technischen Fortschritt in Menschlichkeit umsetzen. Und dabei dadurch den Geusennamen zu einem Ehrenwort machen. Ich begrüase Sie hochachtungsvoll Ihr ergebener HcrA IV;>. ' lt?ilH!.:-> Entwurf eine» Krtefe* Her/1* an Maximilian Hardenc) Sehr geehrter Herr, nein, so klug war ich nicht, ich bin Ihnen rechtschaffen aufgesessen. Es ist mir also ergangen wie dem Würzburger Professor, von dem Thummel erzählt. Er grub etwa« au» und deutete es. was scherzend« Studenten vorher eingegraben hatten. An metner Schätzung Ihren Artikels ändert das natürlich nicht«, aber ich hatte den meinigen wohl nicht g^v,"hrleben, . wenn mir das bekannt gewesen vviirc. In vielen Dingen... muju«. Ichanders . denkenulz Sie.---Ish— habe B,--4Pjne grosse Vorliebe für Wilhelm" Tl., halte ihn für einen genialen Monarchen, obwohl und vielleicht weil er manchmal Irrt. Er Ist ein Vollmensch, ein Vollkönig. Auch habe ich Sie schon in einer ,Gß#ell«tchaft gesehen, vor der Ihr flalr Hin warnen musste. Sie brachten z. B. über die zionistische Bewegung eitlen Artikel von Jemandem, der früher in meinem Dienst war und denichentlassen musstev Ich - spreche davon Ihretwegen, nicht meinetwegen, denn Ich bin an Gröberes und Ungerechteres gewöhnt. Aber wie sonderbar, dass'Sie den Zionismus nicht verstehen? Die Gegenden «im Don Ihres alten Kaufmanns, die sind ja Palästina. Allerdings« ist' das nur eine Seite der Sache und nicht die grösstc. Viele wunderbare Möglichkeiten stecken in der Auferstehung des jiifli.scb.en Volkes, da.s in dia Schulen aller Völker und namehtlieh In die den Leidens gegangen ist. Denken Sie sich die Rückkehr der Juden im technischen ZelUHer, denken Sie sich die Herrlichkeit der Aufgabe, aus den Veraehtetsten und .Schwächlichsten Ich sage nicht die Besten aber doch Gute zu machen. Es war« eine Zusammenkunft aller Kulturen, wie schon unsere Kongresse gezeigt haben und eine höher« mü-üte, müü-ted^riiun (V,/rvorgchen. Vom Po!Vti50M&n •d«Hn.- dsis auch vielfältig ist, will ich gar nicht reden: von Bodenreform von Snzialreformen ......und Orientreformen. Tph.schreib« Ihnen ja keinen Artikel. Aber denken Sie darüber nach, wenn Sie nichts Gesehel' teres haben. Es ist eine der grossen Sachen in der Zelt, in der Sie leben, Sie können dazu doch nicht den Rudolf Mosse« sehen ') Standpunkt der deutschen Staatsbürger mosaischer Konfession einnehmen. Weichselrnünde'j ist nicht, schlecht, wenn dort solch« wachsen, wie die „Physiologie dm Geschäfts". Hoffentlich leidet Ihre Gesundheit nicht unter dem, was Ihr« Anschauungen' vertieft.-• Mit hochachtungsvollem Grins ihr ergebener Herzl P, S, Wenn Sie übrigens wollen, werde ich mich beim Kaiser, den ich kenne und von dessen Grossrnut ich tief durchdrungen bin. für Ihre Begnadigung verwenden. Dies hatte ich auf der vorigen. Seite begonnen, dann . gelöscht und g^fere-ib« es Ihnen nun doch, auf die Gefahr hin, von Ihnen zum zweiten -MaI--lHir^miiv----g0ha1te7i^»rwwdeili7"Wenn SFe^s "wöiien, mtwsen Sie mir darüber ein unzweideutiges Wort sagen, Nachrichten für Dr. Rathenun^t Zu dieser Intervention für Harden beir.t Kaiser bin ich bereit. Vielleicht schreiben Sie Harden nur, dass Sie Jemanden kennen, der dazu bereit ist Erst wenn er annimmt, bitte ich, mich zu nennen. Er müsste mir dann ein paar deutliche Worte, schreiben, die zwar in meinem Besitze bleiben, aber mich decken würden. V Herzl an Walter Rathenati (eigenhändig,) Neue Freie Presse Redaction; Alt Aussee, Steiermark, Wien IL VIII, IttOl Kolowratlng, Fichtegasse Sehr geehrter Herr, Dank für Ihren Brief. Erwarten Sie nichts Bekehrende! von meinem Buch, es ist nur de i'art pour Tart. Zum Zionismus müssen Sie auch so kommen. Beiliegend was Andere». Diesen Aufsatz bitte Ich Sie Karden für die Zukunft zu übergeben, weill ich ihn aus verschiedenen Urunden nicht in die „Neue Freie Pifasse" geben wiü, für di*i er dyrehae» gut genug wäre. Er ist sogar brilUnt. Verfasser der Bruder meines guten Freundes Alex Marrnorek vom Institut Pasteur. Dieser Bruder ist ein junger Hund *i Wie aus dem rorangtshvndcn Briefe, hervorgeht, WUtd* dw*ef Brief an Harpen nicht abgesandt. '> Von H. R, Uindati. >; Verlag 4e* „Berliner Tay eMail*"' und der „Allgf meiner, Zeitung des Judentums", den Organa der deutsch-jüdische* Literaten. *> Festung nördlich t'o« Danzig. Harden w*& damaln dort ik Haft wegen kritischer Artikel über die herrschend*; HatkH'iu*. Bei Abwendung de* Briefe» an Rathenau vom 7. 3. t$0l, hinzugefügt.