Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 17 (7.7.1939)
- Date
- 1939-07-07
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE WKLT-RUNDSCHAÜ Nr. 17, I. VIL1939 jüdischen Stadträte und srhlir-Hslieh rlna Manifest der 200 Intellektuellen dürfen und »ollen nicht überhört werden. Wir glauhen. da?»« ftol< hc Äuäwerunj?en einen grtifjscren Kindriick auf die Welt, machen müssen al« politisch motivierte Bombenv/Urfe einer destruktiven Minderheit, dir» heute ja keine Seltenheit sind. Die Welt scheint ja vom Bomhenwalni ergriffen m aoin. Sogar auf onglitjehen Hahnhöfcn und mitten in London krachen Boniben. Min Wfttin <! mi riieh. nur <ii«' politische. V'-rwitninK, sondern auch «he tfciatifc« Erkrankung der ziviHaierten Welt hervorgerufen hat. Wenn je eine 4.1 e h u n d u n g erreich!, werden «nH. ilann kann dien wohl nur durch eine Besinnung der MenMrhen auf höhere Osetse, denen alle sieh zu uiiterv/crfcn haben, geschehen. K« ist unendlich schwer, die.se (Je«etze in der heutigen Welt durchlaset zen, ja ist ßofrii"'* impnpuUir, dafür zu plädieren. Aber wenn sieh eine Gemeinschaft zu ihnen bekennt, und diese?) Reken ntnki unter allen Umständen auch im L e.- h o n d ii r c h i* h h r t, dann wird man gewiss auch anderswo aufhorchen. Freilich: Traiz der Verurteilung de» Terror« durch dio jüdischen Instanzen geht der Terror weiter. Ks kann •nicht verkannt werden, (taut w sich hier offenhur auch um eine i n n e r p o 1 i I. i n c b e Taktik handelt. JEs gibt: Gruppen, die das gröaato Tnfcrcsrio iutb/a, die offiziellen jüdisch r-n Jmlm^m iu diskreditieren und zu zeigen, das* diese Instanzen Iceine Gefolgschaft und Disziplin im jüdischen Ji»chuw finden. Die Gruppen, um die es «:ch handelt, treilrtüi ihre Propn^ida ziemlich offen: -.vrr den Flugblätter verteilt, c» werden Sitzungen abgehalten, ' CS gibt sogar einen geheimen Hndiosendcr — all da» weiss die Regierung; und man fragt sich, ob sie datiert machtlos J»t oder ob sie dritten nichts tun irül. Es ist unmöglich, dasa die Rctrierunir, die auch in Bezug auf die innerjüdischen Zwistigkeitcn Bescheid weiss, meinen kann, durch die über jüdische Stadtteile verhängten Kollektiv- Strafen ode:1 durch Beschuldigungen liegen die jüdische Gesamtheit etwas Wirksames gegen den Terror zu tun. Solche Massnahmen sind ja Wasser auf die Müklc der Terroristdie nichts mehr wünschen, als Verwirrung im jüdischen Lager selbst anzurichten. Angesichts dieser 'Sachlage ist man im jüdiaehen Jischuw von » c h w c r e r Sorge erfüllt und fragt sich, welchem Ergebnis diese unkontrollierbaren Vorgänge allmählich zutreiben. Nur wenige denkende Menschen teilen die Auffassung der primitiven Menge, das» auf diese Weise England zu einer Revision ihrer Peütik zugunsten der Juden bewogen werden könnte. * ■, Wo sind deine Propheten, Israel? Wir denken an ein Gedicht Bialiks, der weit mehr war al* ein Dichter. Dieser Volkserxieher grossen Stil» wusste, das» eine Wiedergeburt des jUdisehen Volkes ohne Wiedergeburt des Geistes wertlos und sinnlos wäre. Mit Worten der liebe, aber Wenn es sein musste, auch Mit Worten des Zornes, versuchte er auf das Volk einzuwirken. Einmal hat der Dichter seinen Zorn über die Mensehen, die das jüdische Wesen verzerren und jüdische Wiedergeburt besudeln, voraus« ' ahnend in die Welt geschrien, nämlich in dem Gedicht nach dem Baseler" Kongress von 1931, jenem Kongress, Im Niemandsland NEUE AUSTREIBUNGEN POLNISCHER JUDEN In der letzten Zeit häufen Bich wieder die Berichte •über die Austreibung polnischer Juden aus Deutschland (vgl, auch ,,Notizen der Woche" in Kr. 13 der „J.W.R."). Ende Juni sind hunderte polnischer Juden, die von der polnischen Regierung ausgebürgert waren, an die polnische Grenze abgeschoben worden. In den Wäldern bw Sbonszyn zwischen der polnisf ben und deutschen Grenze, im sogenannten „Niemandsland", wo «ich schon im Oktober 1938 die haarst räubendsten Vorkommnisse ereigneten und .seitdem KÜindig Flüchtlinge, herumirren, sind jetzt mehrere hundert Ausgetriebener dazugekommen, darunter solche mit kleinen Kindern, die in völlig auswegloser Lage sind. Manche dieser Unglücklichen sind bereits mehrmals von den polniachen Grenzbfdvorden nach Deutsehland zurückgeschickt und dann neuerlich wieder ausgetrieben worden. Ein achtzigjähriger Jude ist infolge der Strapazen gestorben. Die Austreibungsmassnahmen werden fortgesetzt. Als am 18. Oktober 1038 diese Austreibungen bell n n e n, die das Vorspiel zum grossen Judenpogrom vom 1.0. November waren, fanden diese Vorgänge st.ärk- AufmerksnmkiÜii in der Welt und die ganze Judenheit r;n?f das Tiefste ei^ehüiterl. Wie sehr sieh seit dem 10. November die jüdische Katastrophe mge« spitzt hat, kann man am besten daraus entnehmen, das« heule die Vorgänge bei Sbonszyn fast unbemerkt bleiben. Inzwischen hat num sich an das Furchtbarste gewöhnt: die Austreibung van Juden ist eine .alltägliche Erscheinung geworden, die sogenannten Gespenitersehiffe auf allen Meeren sind charakteristisch genug. Gewiss ist Polen in einer'schwierigen Situation, trotzdem glauben wir, dass gerade unter den heutigen Verhältnissen Polen gegenüber Reinen Bürgern oder ehemaligen Bürgern eine grossxtigigere-Poütik be- .'.<vi gen und die unglücklichen Mensehen hereinnehmen mimte. Die polnische Jud-jmhc-it wird .gewiss zu •einer umfangreichen Hilfstätigkeit für dieje Opfer der Nfazibrutalität bereit sein, und man könnte gerade jetzt auch von der übrigen polnischen Bevölkerung Verständnis dafür erwarten. Die polnischen Juden im Ausland, besonders in verschiedenen Teilen A m e r i k n s , haben in den letzten Wochen eindringlich an die polnische Regierung und das polnische Volk appelliert Wir, wir erfahren, wart» von den Austreibung cm der letzten Wonnen vor allem polnische Juden aus Hannover betroffen. Die Gesamtzahl der noch im Lager Khnmsayn unter« geb;achten Flüchtlinge betrügt, 3600— Die Judenverordnung v. Neuraths Eint; An-mt Mitglieder der tschechischen Regierung ' haben gegen »he Judcnverordming des ..Reichsprotektor»" v. Neurath Protest erhohen. In Ihrem Protest betonen die Minister, das« die Verordnung unvereinbar sei mit der von Hitler gemachten Zusicherung, das« da« P-otektorat sich vollständiger Autonomie erfreuen werde. Die Minister fordern, dass das kommende tschechische Judengesetz die He- -stimmungen Uber die Anwendung der Nürnberger Gesetze und der Arisie-rirngsmassnahrrieri im Protektor!« auinebe. Der „Reichsprotektor" v. Neurath soll den sofortigen Rücktritt betreffender Minister verlangt haben. Die tschechischen Zeltungen enthalten sich jeglichen Kommentars über das vom ..Relchsproiektor* v. Neurath «riassene Jndendekret. Die beiden grossen^achechischen Tageszeitungen „Närodr.i Politik** und „Cesfce siovo" zitieren den Kommentar de» „Völkischen Beobachter«" zu dem Dekret In tschechischen Kreisen erklärt man, die Judenverordnung des „Reichsprotektors" widerspreche der tschechischen Ö ff e n 11 i c h e n Meinung, ihre Durchführung werde auf den Widerstand der tschechischen Bevölkerung Stessen. Man hat uns, so erklärt man in diesen Kreisen, gezwungen, das .Protektorat" anzunehmen, jetzt zwingt man uns, das Judendekret zu akzeptieren. goge in den Weinbergen war verständigt worden, »las« ein Anschlag gegen die Synagoge geplant wird. Di« jüdischen Bewohner des Viertels, in welchem sich die Synagoge befindet, hatten daraufhin speziell'! Nachtwachen gestellt. Aus Prag wird berichtet, das» infolge des verstärkten Druckes der deutschen Nationalsoxialisten auf die jüdisch* Bevölkerung und der immer grausamer werdenden Verfolgungen zahlreiche Juden aus den Städten Brünn, Mährisch» Osirau und anderen Orten, in denen eine überwiegend1 deutsche Bevölkerung lebt, in vorwiegend von Tschechen bewohnte Gegenden des „Protektorats" fluchten. In den gefürchtet*« Kasematten des Spielberge;? in Brünn werden hunderte Juden von der Gestapo gefangen gehalten. Augenzeugen berichten, dass die Gefangenen mit auszerste* Brutalität behandelt werden und grausamen Folterungen durch ihre nazistischen Peiniger ausgesetzt sind. Der frühere Erste Direktor der Böhmischen Union-Bank Ctto Freund hat im Gestapo-Gefängnis, in das er vor einiger Zeit eingegliedert worden war, Selbstmord verübt. Sowohl im jüdischen als Im nicht jüdischen öffentlichen Leben war Dir. Freund als Philanthrop und Kunstmäzen bekannt und gesehätzt Dos Dekret, demzufolge sämtliche-Juden — Offiziere und Mannschaft — aus der stovakischen Armee ausgeschlafen Werden, sieht vor. dass die Juden die gleiche Zelt die in einem Arbeitslager zo- Die jüdische Bevölkerung Prags Ist durch die zahlreichen ^___^ Bombenanschläge* der letstten Zeit und durch die andauernd«! jm"j^iitar" dienen "mGasten, Drohung der deutschen Nationalsozialisten mit Bran d ati f - i j,r;ngcn tun gen in S y na g o g e n derart eingeschüchtert, dass | " Die s|ovakische Advokatcnk sie nicht n?iehr wagt, ihr« Gottesdienste — insbesondere am Freitag Abend und «m SamstaK in Synagogen abzuhalten , , _ -. . . .. r..„. , Es wird im Geheimen in Kellern gebetet. Am vergangenen der ganz von den Skanda!-b»etien der Revisionisten erfüllt FrtUag war d}e Prager Altneuschu! geschlossen. schlag geplant sei. Auch die Verwaltung der grossen Syna- | jüdischen Angestellten im Apotheker beruf herabgesetzt. Tyv.ar,.....Bialik. wusst:©,.- Amm die Wiedergeburt eine» Volkes;üa von ar.onrmcr Seite der Verwaltung der Synagoge mit wie des unseren ein. sehr *»m»>fiRd!icher, langsamer und geteilt worden war. dass gegen diese ein Bombe nan organischer Prostess ist, der getragen sein niuss von wirklichem innerlichen Ixd.cn und genährt von der geistigen Substanz des Volkes. Nichts stjess ihn ao ab wie die leere Aufgeblasenheit einer unechten Rhetorik und Schavimschlägerei, aller Forrnenkrnm und die SelhstgcnUgsamkeit politischen Getues nach dem Muster der Entartungen anderer Völker. In dieser berühmten Ode rief er Israel;\ut' zur Abkehr von diesen Irrwegen. Es kann kein Zweifel bestehen, was er über die heutigen Verhältnisse gedacht hätte. Für uns alle, für das jüdische Volk ist es ein grosses Unglück, dass es einen Mann wie Bialik vorzeitig verloren hat, ebenso wie Herzte Tod im Alter von 41 Jahren die Volksbewegung seinerzeit verwaist Hess. Aber wenigstens die Erinnerung an solche \ Deutschland bekannt Manner und an das, wofür sie ihr Leben eingesetzt haben soll uns helfen, den richtigen Weg zu finden. m rn e r hat beschlossen, lediglich 30 jüdischen Adrsfestsr. zur Aus- Übung der Anwaltspraxis in der Slovakei zuzulassen. Da» amtliche Deutsche Nachrichtenbüro meldet au» Prtüsburg: Der slovakiKche Ministerrat hat. beschlossen, ■ daäü Juden in der Slovakei keine öffentlichen Apothejken besitzen dürfen. Des weiteren wurde die Zahl der Aus Deutsehiand Erklärung evangelischer Bischöfe Flüchtlinge in England Auf eine Anfrage im englischen Unterhaus erwiderte Innenminister Sir Samuel H o a r e schriftlich, das» in der Zelt vom 28. Februar bis 20. Mai insgesamt 15.85« Flüchtling« aus Deutschland-Österreich und der ehemaligen Tschechoslovakel In Englaad einreisten, von diesen waren 7177 Man ner, (B4S2 Frauen und 2197 Kinder unter 18 Jahren. Die 2ahl der Flüchtlinge aus diesen IJindern, die in derselben Periode England v er Hessen, betrug und iwar M7 Männer und 304 Frauen. Insgesamt gab es am 20. Mai tn England 34.909 Flüchtlinge aus Deutschland-Österreich und der ehemaligen Tsehcchoslovalvei, und Kwar 15.543 Männer, 12.760 Frauen und (itioi Kinder unter 1$ Jahren. In Kreisen des Home Office verlautet, dass 5 0 Ärzte aus der ehemaligen Tschechoslowakei in kurssem nur Ausübung der Praxis in England "u gelassen werden sollen. Der Innenminister hat die Ärzte-Vereinigung In England angefragt, ob sie gegen die Zulassung von 50 FlüchtUnssanten au» der eueiü. cS«. etwas tunauwenden habe, und von dieser zur Antwort erhalten, dass sie ■keinerlei Kinwände erhebt. Die zuzulassenden Äfsve werden ist England ein zweijähriges Nachtragsstudium absolvieren müssen, ehe ihnen die Ausübung vier Praxis gestattet wird. Insgesamt haben 361 Ärzte aus der «hem. CSR., fast durehwegÄ .luden, in England um Zulassung »ur Ärzte-Praxis angesucht. Die Registrierung dos in jüdischeu Händen befindlichen Ü*l>€ifeglh'hen,B«?sir;c*. in Mailand hat ergeben, das* lediglich 766 von den insgesamt 12.0«X1 in der Stadt lebenden Juden unbewegliches Gut mjit einem Werte von mehr als 30.000 I-ire besitzen. Der Gesamtwert dea von diesen 766 Jude» angemeldeten Besitzes beträgt (i.Jsöü.Oüö Lire; er ist erhe&Ueh kleiner, lüp die B#hör^«A angenommen halten. Vor einigen Wochen haben elf deutsche Kirchenf ührer ein Manifest veröffentHcht, das eine Bestätigung der völkisch-rassistischen Weltanschauung des Nationalsozialismus darstellte. Das Mautfest wurde v o n der gesamten christlichen Kirche a b g e 1 e h n,t. Nun wird ein Schreiben der lutherischen Bischöfe in das u. a, die Unterschriften der Bischöfe Marah rens , Wurm. Meise v und Kühle w o i n tragt und am St. Mai d. J. an den Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten gerichtet wurde. In dem Manifest werden Grundsätze entwickelt, in denen die Massnahmen des nationalsozialistischen Staates gegen die Juden gutgeheissen werden. Punkt 5 des Manifestes lautet: „Im Bereich des Glaubens besteht der scharfe Gegensatz zwischen der Botschaft Jesu Christi und seiner Apostel und der jüdischen Religion der Gesetzlichkeit und der politischen Messiusihoff nung... Im Bereich des völkischen Leben* ist eine ernste und verantwortungsbewusste Rassenpolitik xur Reinerhaltung unseres Volk»- iums erforderlich". Einige der hier genannten Bischöfe hatten sich bisher dem Versuch der Nazifizierung der Kirche widersetzt. Auch die hier zitierte Erklärung scheint uns noch keineswegs eine völlige Unterwerfung unter das Nazi-Kommando zu beweisen. Der letzte Satz ist noch keineswegs eine Gutheissung der antijüdischen Gewalttaten. Und was die „politische Messiashoffnung" betrifft, so wäre es interessant zu erfahren, was die Bischöfe von dem das Christentum vergewaltigenden politischen P s e u d o m e s s i a n i s'm'u's des Dritten Reiches denken. Auch hier wird wohl ein ..scharfer Gegensatz zur Botschaft Christi" kaum zu verkennen sein... Aach Ausländer lies Rechtsschutzes beraubt Der deutsche Reichsjustizminister hat vor kurzem eine Verordnung erkutsen, die deutschen Rechtsanwälten grundsätzlich verbietet die Vertretung aus! n d i - sf her Jiiuon vu übernehmen, gleichgültig, ob ü»es« ihren Wohnsitz innerhalb oder ausserhalb des Reiches haben. Die Folge ist, dass ausländische Firmen, deren Inhaber oder Teilhaber nach deutschen Rechtsbegriffe«i ..Nichtarter' sind; praktisch joden Rechtsschutzes in Deutschland b e r a u b t sind. Denn, da kein „deutscher Anwalt"' ihr* Vertretung Übernehmen darf, können sie ihre Rechte allenfalls «ur von einem jener wenigen, in Deutschland noch zugelassen n«n „niehtaHsshen" Konsulenten wahrnehmen lassen, die nach den Bräuchen der deutschen Ju&ti* jeden Einflusses auf die Prozeduren und die Entscheidungen Oer Gerichte beraubt sind. Zudem gibt es bereits eine ganze Reihe von Ge* richts.bezirken im Deutschen Reich, in denen überhaupt kei» ..Nichtarier" nehr zum Auftreten vor <kn Gerichten berechtigt ist. Einstellung von Juden in den Betrieben Die französischen Blätter melden aus Berlin: Di« Einziehung von Ztcuttijmrbciteru zu den Befestigungsarbeiten an der Ott- und der We&tgrense nimmt immer grösseren Umfang an. Der dadurch hervorgerufene Mangel sn Arbeitskräften hat dazu geführt, dass die bereits vor einigen Monaten begonnene Einstellung von Juden in Betrieb*« verstärkt wurde. In vielen Fällen mussten Kaufleute und Intellektuelle Stollungen als Arbeiter und Laufburschen übernehmen. Allerdings wird auch von der Verwendung von jüdischen Ingenieuren »ä ihrem Fach berichtet. Das andere Deutschland Ein jüdischer Auswanderer berichtet in einem Brief voa der Reise nach Shanghai: ..Mit moiner Frau und unseren zwei Kindern war ich nach Shanghai unterwegs. In Singapore stieg ein deutscher Pfarrer aufs Sellin*. Er gab meiner Frau von sich aus eine kleine Summe in amerikanischen Dollars und versicherte uns seines herzlichsten Mitgefühla, Wir konnten das Geschenk nicht abschlagen, zumal es una sehr zugute kam. Noch , mehr aber wurden wir erfreut, als in Hongkong ein deutscher Kaufmann, reiner Arier, an Bord kam, Er kam su uns und Hess sieh unsere Leidensgeschichte erzählen. Dann griff er plötzlich in stim Brieftasche und gab uns einen Betrag in Shanghai-Dollar, der etwa 7 Pfund gleichkam. Wir wollten dieses ansehnliche Geschenk nicht annehmen. Er drängte es uns aber auf und sagte: „Es ist meine Pflicht. Ich reiiss als Deutscher das wieder gutmachen, was mein Vaterland an ihnen v**-hroch*n hzi". Prater für Jaden verboten ird gcjneUw [ wIhT &A i Au* Wien Wird gcinehlrt: i>""n Dekret <te* Gauleiters Hurt l.c! wlnl dVrt tkujx m$ den ütaat«» •ti-.^n JtiiJcn verbeies. «i« fa in urü StrtMSw% «ie>n G*i*U biuürrtt, den Sportuiai/ru elf, «Irs P r a t # r aofiH« ■j s> 11 e n.____r Im Zusammenhang mit amijüdischen Ausachreitung^ den beiden litauischen Stäätchen Lepaisngai und Nazmestis hat der litauische Innenminister General Skat« scha« mitgeteilt, das» die Exekutivorgane, in ganz Litauen angewiesen wurden, alle nötigen Mas-sßahmen *u ergreifen, um derlei Ausschreitungen im Keime zu ersticken u.ad dafür zu sorgen, dam solche Ereignisse nicht wiederkehren. -s.