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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-26 · 11 (26.5.1939) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
11 (26.5.1939)
Date
1939-05-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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fett« 4 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Wr. M, Ä T. Mi ÜBERALL ENTSCHIEDENE ABLEHNUNG marschierend. Aber sie bilden nur «Inen Teil diese« gewaltigen Zup/'f. Da strömt eine gewaltig" Mrifso von brauen Ins Stadion, Frauen nun ftiien Kreise« und. von allen Richtungen, Arbeiterfrauen unJ Damen de* Bürgertums, dl« Schriftsteller und di« A r z t e kommen in grossen Zügen, _ Geschäftsleute fdeht man, denen muri amielit. «ie noch „ „ ,Dw n*u* w<;i"*^ der Pnm«t!na.fl<ft1eru»* nat eine «ehr niemals nuf die Strafe gezogen sind. Die ganx S t,, d t ' " 5, '/„"J^" f^ A"f"««ny ^nden. Dir Ablehnung der ....... ... . , , , , ...... : Jinlcn kommt mit Rmnsor Vdipm?n? zum AusririKk Ebenso ist auf den «einen, sie füllt Gehend den Miltelraum sie fuTJt. vvio dic jmltn rnlAatinn ,mbefl bercit!, wlchtIgt Teiif dcr die cndJo*cn Reihen der Sitzbänkc, und was nicht mehr hier Judenheit des Galuth Ihre Opposition proklamiert. Die Z*o- Raum hat. füllt die Hürgensleigc, um den Zug vorbeimarnchicj nltisehen Organiatloncn in Amerika und England haben sieh ren zu sehen, sieii ihm anxiiKchlicsiscn, ihm nachzudrängen. | in Wirkung?voller Weise dem Kampf anschlössen. In London hielt bei der SrhluMitzung der 30. .Tahrcftkonfcrenz der Englifh Zionist Federn tlon (siehe vorige Nummer) Dr. Welzrn e n n eine Rede, worin er »acte, die Juden werden aolange kämpfen, hin Engend reine Politik ändert, aber die Juden werden nicht Methoden von Terror mit Blutvergießen wenden, welch«; ich bei den Arabern al» erfolgreich bewährt haben, die aber für die Juden »inakzeptabel sind. Im übrigen Teil Keiner Rede klagte Welzmunn England an, das« es In einer unvorstellbaren Notzeit der Juden «ein vor 22 Jahren gegebenes Verbrechen gebrochen ha1. Dieser Beschluss der KegicnMig könne den Gang der jüdischen Geschichte nicht andern. Die Einwanderung di Die \cHi»SMMM! Slttlli Dar; Auto windet sich au.-» dem Men^hcudiekicht am Stadion hcnui-! und erhält J00 Meter weiter freie Falirt. Die Stadt bietet einen sonderbaien Anblick. Alle,-? geschlossen, also wie am Feiertag. Aber keine festtägliche Menge, die Straften Hegen wlo verlassen, kein Fahrzeug, ausser den Meld* tu: Kaum spielende Kinder, keine Po!i//i, kein Militär. All der zentralen Pollzei.'dation ein panr gähnende Engländer, die jicu.'.. .'.y; dem V/agcn nachgehen und vor der 1 iir vvio eine Erl«,»/«au an g^rn und ein Vorzeichen für morgen ein Ei||W||mi ,,,, , und dj- Entwlck!unf paar i'^oiv/ug.n. Die Post is offen, aber niemand d<mi.en,! (it,f N:ition«lheirns könne nicht durch einen Federstrich im es ist un/.!>£jieh, in der Stadt auch nur ein Glaa Sodawasser . Jöhre l»ll abgebrochen werden. Auch der „floarrf of Dcputiea" oder «iuo Z^v-rclla zu kaufen. Gegen Mittag erscheinen auf j erklärte t' i.s Welssbuch als unannehmbar, den Strusen grobe Tische und Stühle. Die Anlage der Rej Dr. Weizmmn hielt unmittelbar nach Erscheinen dca gister ist vuri/erei''-t. Als der Zug aus den Rte.sen vrrsurm-i-! Welsshuchea eine Rede vor einer Versammlung von englischen lung im Stadion zurückzuströmen beginnt, bilden «ich schon I IMamcntsmitglicd-ern, wobei er die Gründe ausführlich dar- Schlangen an den Tischen, MHnncr und Frauen, um sich ein-, iC&tcj ™vum «? ««* Politik zurückweisen müsse. * ,, .,___„j,,,,,, nAl,„„ ,,„,,„ ,i,„. In Amerika ist cm« wachsende Protestbewegung gegen su ragen nnter,e.rh„ct e.ncn Rever, das:, ma.; :» du j dM Welssbuch ,m Gm^ Dcr AUindster dci amerikanischen l^ltuni? des Jwohuw zur Verfügung «teilt. Den Na,hnuttag] zion5HmUflj 1j0xlin ßrandei«, der nur in ganz wenigen Fällen über geht dic Einschreibung vorwärt«, an allen I'.ckcn der; |,r-r«önlicfi hervortritt, hat eine Erklärung veröffentlicht, das* Stadl arbeiten die Empfnngribürcw, die Listen schwellen an,; d.us jüdische Volk das Nationalhelm Ohne Rücksicht auf alle sehn tausend, zwanzigtiuixend, dreissigtnusend, mehr und mehr' Hindernisse weite rbauen wird. Am Montag fand in Washington 1 „!.,- \r,-.~.... .v.^,!____ ir.Ji-i. ----- ... Noch mal* Zwischenfälle _ ,. „ v. _w Majorität in erstaun-; sitK<?n(l4, df>p a|onT«t8*Ph«,« 'oi.»«'«u.if fa« **.««n,«.,' *ri- *fi«*ir.«««! Hat. vfröffentlichte Apfel! der Mitglieder der Königlichen (Perl-) Kommission, dic das Weissbuch al.i undurchführbar verurteilen und Rückkehr zum Peel- Plan verlangen. Die palästinensische Pretse bringt einen viele Seiten langen Anikel des Vorsitienden der Jcwish Ageney Exekutive Ben Curlon, <1t da.« Weissbueh Punkt für Punkt analysiiert und g"gen jeden einzelnen Paragraphen ausführlieh polemisiert. Im übrigen hat Ben Gurion in einer grossen Protestversammlung in Haifa unter grossem Beifall die Meinung vertreten, dass in der heutigen Welt, wo zwei groas« politische Blocks einander gegen überstehen, die Juden selbst* verständlich auf Seiten der von England geführten Länder sind; dies könne sie aber nicht verhindern, einen Kampf auf Leben und Tod gegen die Palästina-Politik der gegenwärtigen britischen Regierung r.u führen. j organ Aber während die überwältigende Majorität in erstaun- | ritzende der zionistischen Organlsritiöu Amerikas Dr. Salomen lichcr Ruhe und Geduld demonstriert, sammeln «ich an meh-1 0o 1 d m a n n Intervent«! te auch bei Staatssekretär Hui! der rerc« Steilen Trupp», die auf Störungen aus sind. Die Arj versprach, der Angelegenheit seine besondere Aufmerksamkeit beiterzentren, das Vcrsummlungshauji der Arbeiterpartei, da«, zu wid.mcn. Da.^ amerikanische Staatsdepartement und der Gcwcrkschunftshaus sind diewichtigsten Angriffspunkte. Auch , britische Botschafter In Amerika werden mit Telegrammen ein Versuch, dic Demonstration zu verwirren, wird gemaeht,! Jüdischer Organisationen und Einseipersonen In Amerika bom- MicDonaM bekennt sich neuerlich zn Grondsatz des ^Nichtbeherrscheos44 DAS „W FJSSBl Cir VOR DEM UNTERHAUS Das fnglische Unterhaus beschäftigte «ich am 12. und 2S. Mai mit dem Palästina-Welrchueh. Die einleitende Rede hielt der Kolonialminister Maedon^ld. Er erklärte, die PalÄstlna-Situatfon sei wo «chxver zu behandeln, weil nicht di« eine Seite recht und die andere Seite unrecht hat, sondern weil Recht gegen Recht *!eht. Er äusserte sich mit ¥_......v < grosser Sympathie über di« Anspriieh« der Juden und Uber eine Versammlung^jüdischer' Fuhw'Ä^erikas'statt um* diel fhr* l^**«"*«". »«tonte sber. dass di« Balfour Deklaration Protestaktion gegen das Weißbuch zu organisieren Der Vor-1 ein .>'ationalheim" und nicht «inen „Statt" versprochen hat. Die britische Regierung halte fest an dem Grundsatz, dass keine* der briden Völker Palästina* dem anderen unter* itorfen ierden fioll. (Warum bei Anerkennung dieses Grundirdiert. (Riehe auch S. 8.) AraMache Otiponlttoa freilich ohne Erfolg. Schon am Vormittag kann man bei Prügeleien Verwundete zählen, dio Bürgerwehr muss an bedrohten Stellen Sturmtrupps bilden. Gegen Abend, al* sich r»r-sfrmT t d,e rr^^-ÄÄ^ Im Zentrum der SUdt wogen die Massen hin und her. Mlt:,,ftbcn dcf bfitiiJchen Rl,sjerung mitgeteilt, da* sie nicht in der Mühe nur machen die Ordner die Strassenmittc frei, sammeln T;|„0 sind don palästinensischen Arabern die Annahm« de« die Mass«« auf den Bürgeratelgen. Die Strasse zum?,Brenner- V. cissbuches zu empfehlen Dic.Mitglieder des früheren Obersten Hau»" musa abgeriegelt werden. Nach Dunkelheit bilden sich j Arnblachen Rates Palästinas sind in Beirut unter der Führung neue kleine revteiontatischo Demonstrationen. Hier und da! des Mufti zusammengetreten und haben die Annahme des neue Schlägereien, Verwundete, Verwirrung. Vordem Stadt- | Welssbuches abgelehnt, und zwar aus folgenden Gründen: hau« stehen in dichten Haufen dic Reserven und Sturmtrupps j Wt|' j«««sehe Immigation und 'Landverkauf nicht sofort der Bürgerwehr neue Strassenzüge werden abgeriegelt. Erat I^^iS!, 1" i. Drittel der Bevölkerung nach 10 Uhr nachdem dir, Haupuentr«. vom Publikum ge-1 Wellcr dep s^"««» ™'r' räumt sind, wird es still. Eine heisse Nacht beschliesst einen Tag unbeschreiblicher Erregung, fast unerträglicher Spannung. Der Tag der Demonstrationen ist vorüber. Und bange erhebt sich di« Frage: wie wird dieser Kampf, der heute begann, weitergehen? UNO WIEDER ..NORMALES" LEBEN Tel-Aviv, £1. Mai. Es i:4 kautei„ rrö^ercr Geg-n^ts v nu^eUe» als der Anbück der .Stadl 'IV:-Aviv .un Donnerstag, den 18. und am Samstag, den 20. Mai. Die Stadl, die in ihre» Hauptstraßen gedrängt voll war, im Halbdunkel lag, und von einer überall , spürbaren Spannung erzitterte, scheint, am Samstag abend wie ausgewechselt und wieder völlig normal. Noch am Nachmittag hat die Polizei, diewieder ihren Dienst aufgenommen hat, eine kleine revisionistische- Demonstration mit Knüppeln auseinandergetrieben, und es hat wieder ein paar Verletzte gegeben. Am Abend aber liegt die Stadt in vollem Lieht der Stras-senlaternon und Rekbuneflammen, und eine unübersehbare Monge .schiebt sich die Strandpromenade entlang, füllt die Cafes und Restaurants /.um Obcrfüesscn, Wer nicht weiss, was vorgeht, wer dio Erregung am Donnerstag nicht miterlebt hat, kann sieh .schwer vorstellen, dass auch in diesen Stunden des anscheinend harmlosen Verkehrs überall Bereitschaft herrscht, das« in den Redaktionen ununterbrochen Telephone klingeln und das» viele ängstlich nach Jerusalem hinaufhoivhen, über dem lUH'h .schwer der Schatten der Kftm pf« mit der Polizei liegt. Und trotz des äussert ich so normalen Bildes drehen sich alle Gespräche um das Gestein und Morgen, um die Welle der Protestbewegung, um die Stellung, die der Jischuw morgen und übermorgen einnehmen wird, Jeder Einzelne weiss, dass Politik und poliusehe Aktionen heute kein gesondertes Gebiet iür sich bilden, t«ondera dass das Schu kftitl jcdt's Km.ttnen von ihrer Gestaltung abhängt. Haifa Aus den arabischen Erklärungen ist vorläufig nicht iu entnehmen, ob dic Araber die Kooperation mit der Regierung ablehnen, d. h. ob #i# %. B. Amter ais Leiter von Regiernngsdepartements, di« ihnen im Sinne des Wejssbuchs angeboten werden, ablehnen werden. Sollte dies der Fall sein, dann wäre die ganze''Konstruktion des Weissbuches zu« s a m meng e b rochen, denn wenn weder Juden noch Araber bereit sind. Im Rahmen der vom Weissbuch vorgesehenen provisorischen Verfassung Regierungsämter anzunehmen, dann bestünde keine Möglichkeit, diese Bestimmungen durchzuführen. Die endgültige Verbannung des Mufti wird als eine Kampfattmtie Snfilands an dic Araber gedeutet. Der Führer der arabischen Opposition Fachri N a s c h a s c h I b i erklärte sich bereit, das Welssbuch aminuhmcn. Da» Echo I« England Die Aufnahme des Weissbuehes in der englischen Presseist nicht enthusiastisch, obwohl die konservativen Blätter im grossen und ganzen sich bemühen, Verständnis für die Massnahmen der Regierung zu zeigen. Auffallend ist die Haltung der „Times", die schreibt, dass die Politik des Weissbuches sich als undurchführbar erweisen dürfte und betont, dass die Feststellungen der Peel-Kommission nach wie vor zu Recht bestehen und daher auch eine Lösung im Sinne tter Empfehlungen der Peel-Kommission noch am ehesten Aussieht auf Erfolg habe. Die Presse der Oppositionsparteien wie „Manchester Guardian" und , Daily Herald" verurteilt das Weissbuch mit aller Entschiedenheit. Bemerkenswert ist, das« such Lord Samuel in einer Londoner Zeitung «ich gegen da» Weissbuch ausspricht. Satzes nicht das Prinzip der Parität festgesetzt wird, soadern die Juden auf ein Drittel beschränkt werden, sodass sie bei Selbständigkeit des Landes einer arabischen Zwtl- Drittet-Mehrheit gegenüberstehen hat der Minister leider nicht gesagt. — A. d. Red.) Die Einwanderung, eo erklärte Mac- Donald, kann nicht weiter crztminiicn werden, wenn sie di« Sicherheit des Landes und die Sicherheit der Juden in der ifansen arabUtchtn Well gefährdet. Im zweiten Teil »einer Rede wandte sich d«r Minister den arabischen Rechten zu und betonte, dass England den Arabern gewisse Zusicherungen für die Zukunft geben .müsse. Die Gefahr, dass di« Juden den Arabern ausgeliefert sind, bestehe nicht, denn das jüdische Gemeinwesen sei stark, wirtschaftlich fundiert und hohe auch viele -Freunde unter den Arabern. Der Grundgedanke des Weissbuches sei der, dass die IntereMscn der Minderheit ebenno wie die der Mehrheit in ««gemessener Weine gesichert, werden aollen, bevor das Mandat aufgegeben wird. MacDonald sagte in diesem Zusammenhang, es würde der britischen Ehre widersprechen, da« jüdisch« Nationalheim einer möglicherweise feindlichen Mehrheit auszuliefern. Ea sei sicher, das« das jüdische Nationalheim weiter prosperieren wird. So wie die Regierung die Araber gegen Herrschaft seitens der Juden sichern will, so wünschen sl« eine Lösung zu finden, die dic Juden ffegen die Berrachaft seitcKA dzr Araber sichert. Die Regierung beantragt durch den Kolonialminister dio Zustimmung des Unterhauses zu dem Weisabuch. Die Arbeiferpartei brachte einen Abänderungsantrag ein, worin weiter gesagt wird, dass das Welssbuch mit dem Mandat unvereinbar Ist und nicht «um Frieden führen wird. Im L»ufe der Debatte wurden noch andere Änderungsantrag« eingebracht. Als Redner der Arbeiterpsrtei snrach nach dem Minister der Abgeordnete Tom Williams, unter den nächsten Rednern waren unter anderen James de Rothschild und der ehemalige Kolonialminister Amery. Diese drei Redner griffen die Regierungspolitik «charf an. Bei anderer Gelegenheit erklärte auf eine Anfrage Im Unterhaus der Stellvertreter des Aussenmlnisters Butler, das* die Regierung keine unmittelbare Änderung de» Mandaten beabsichtigte. Der Minister sagte auch, dafcs England mit der griechischen und rumänischen Regierung verhandele, um die Rückkehr der von griechischen und rumänischen Häfen nach Palästina abgereisten illegalen Immigranten, deren Landung nicht zugelassen wurd«, zu ermöglichen. Jn unserer Arbeit i*t kein Plate für Verzweiflung. T . . . . ... ... , . . „ , Solange das Me*r nicht Paläxtina verschlungen hat, raü*~ In London ist man übrigens uberzeugt, dass die auf man- J. , * ' eben Seiten bestehende Hoffnung, die amerikanische arbeiten, um unser Ztel au erreichen. Und nenn Regierung würde zugunsten der Juden intervenieren, eine IIdie Hindernisse wachsen, dann vergrössern iusUMi ist. Von besonderer WlchügHeit ist ein in der „Hra«aM 1 wazere Kraft" (Achad Haamt. wir auch Seitdem bekannt wurde, dass das WeiKsbuch am 17. Mai veröffentlicht werden sollte, wartetedie jüdische Bevölkerung Haifas gespannt auf die Anordnung der jüdischen Zentralbehörden, um so mehr, als die ersten Stunden des letzten Haiiner Streiks wegen der Rücksendung der Flüchtlinge ungeordnet und führerlos verlaufen waren. Diesmal war die gesamte Organisation vorbildlich. Mit Bestimmtheit und Klarheit erfuhr jeder, was er zu tun hatte. Bereits in den frühen Abendstunden verlies« dio jüdische Bevölkerung die untere Stadt und tun Hadar Hai\wniei schlössen um 8 Uhr die Geschäfte, Cafehäuser und Kinos ihre Pforten. Am Donnerstag früh fanden in Hadar Hacarmel drei grosse Massenversammlungen statt und im Anschluss daran bildete sieh ein Demonstrationszug - der gräsi*?, den das jüdische Haifa wohl je «riebt hat von etwa 20.000 Menschen, An der Spitze marschlerl-n diu Rabbiner mit den Thoraroiien. unserem „Weissbuch". es folgten die verschiedenen Organisationen aus allen Schichten und Parteien der Bevölkerung und die Jugend mit Hunderten von Fahnen. Der Demonstrationszug loste .sieh in voller Ordnung auf, die biitischen Polizisten und Soldaten übten grösste Zurückhaltung. Nachmühls um S begann die Einschrcibungr der Bevölkerung zwischen 18 und?,* für jeden Dienst, zu dem die Zentralbehörden aufrufen würden. Ausserordentlich eindrucksvoll war der Aufrug der Jugend und der Sportorganisationen am Abend, 7000 Menschen in ihren Unis t v a t i o formen und mit ihren Fahnen versammelten sich vor dem I mittag schlössen alle t'eehniou. Zehntausend« standen auf der Strasse, den Bai-! es versammelten siel: Ähnliche Veranstaltungen fanden in den Vororten statt. In Kirjath Bialik wurde morgens um 4 Uhr die Bevölkerung durch den Klang von Glocken geweckt, zu dieser Zeit fuhren von hier und aus dem Emek Zebulcn 600 Mann in 30 Autobussen nach Haifa, um sieh dort an den Demonstrationen zu beteiligen. Auch in den Vororten waren die Volksversammlungen am Vormittag und die Einschreibung am Nachmittag, unter Teilnahme der gesamten jüdischen Bevölkerung. In Kirjath Bialik wurde abends auf einem grossen Scheiterhaufen das W c i s s b u e h v e r h r a n n t und der Gesang dtr Hattkwah sowie die Horah der Jugend bildeten den Übergang zur Fortsetzung unserer Aufbauarbeit in Ver rauen. 8EWALTI6E FRAUENKUND6E0UNG Etwa fünftausend jüdische Frauen t'emoniuv,;;er. am Montag Vormittag in Jerusalem. An der Spitze des Zug#«i, der sehr würdig und geordnet verlief und gewaltigen Eindruck machte, marschierten mit Farnen Frau Oberre-bbiner Herzog, Frau David Jellin. Frau Ben Kwi, und Jenny Blumenieid. Eine Deputation überreicht« Chefsekretär ein Memorandum, da.s durch nuu:dücne Erklärungen von Frau Julia. Ben Zw». Joseph und Smoira ergänzt wurde. EaUuckhch~-5it> Berntebeobachte:er. den Umzug. Am S.'. WEITERE DEMONSTRATIONEN sprachen gehalten wurden, worauf sich der grösste Teil der Versammlung zerstreute, während ein Teil auch am Sonntag wieder sich vor dem Platz vor dem Cinema Zion zusammendrängte und eine drohende Haltung einnahm. Um 7 Uhr abends gelang es dem Vorsitzenden des Waad Leumi Ben Zwi die Menge mm Auseinandergehen zu Uberreden. Die britisch« Polizei und die Soldaten hielten sich den ganzen Tag über abseits und blieben in ihren Quartieren. Von massgebenden Persönlichkeiten des Jischuw wird der Besorgnis Ausdruck ««geben, dass derartige Demonstrationen, besonders wenn sie aus ganz jungen Menschen bestehen, leicht der Kontrolle der nationalen Institutionen entgleiten könnten, besonders da dei Ton der Reden und der 7«eitungen yegen da» Weissbuch begreiflicherweise überaus scharf ist, was junge Menschen, wenn sie in Massen zusammenkommen, leicht zu Unbesonnenheiten verleiten kann, zumal wenn in diesen Kundgebungen z.B. di« MandHtsregierung al» eine „iiiegale Regierung" bezeichnet , wird, die man nicht mehr aiierkenni. Es it zu hoffen, d*»a Frau I». Jc*eph -l2ijte Aktionen dieser Protestbewegung mit voller Verantwortung der führenden Instanzen des Jischuw durchge^ führt werden und jedem Versuch unkontrollierbarer Elemente, di» Disziplin zu durchbreche« (wie dies 'tsder in mehreren Fällen vorgekommen ist) mit äußerster Entschiedenheit entgegengetreten wird. Mai, fand eine zweite O e ai o nrusalc m ttaU. Um drei Uhr nachjiKiLsehen Uesehäfle In der Saudi und i ungefähr 4 iXX) Demonstranten, meist Itonen und den Dächern der anliegenden Häuser. Mit cmemjjung« Leute. Angehörige der Jugendorganisationen/" Der Zug Micrttchen Rsd fand auch dies« Demonstration Ihren Atewhluas. j bewegt« sich zum Gymnasium in Recbavia, wo einige An- Auch In alier. anderen Jüdischen Städten und Dörfern fanden grosse- Kundgebungen, Umzüge und Demonstrationen statt, bei denen Reden gegen das Weissbuch gehalten wurden. In all diesen Versammlungen wurde di« gleich« Deklaration, die auch ia den grossen Städten beschworen wurde, angenommen.

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