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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-12 · 9 (12.5.1939) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
9 (12.5.1939)
Date
1939-05-12
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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PALÄSTINA-BLATT Das medizinische Zentrum aufdemSkopusberg | Zur Eröffnung am 9. Mai / Von Manired Geis! r\ Amhulrn/rn n Patenten in Srhufslern-Srhufe und r orsHiMri^v-Irftfihit Kru 1 f Pnfe n tw<! 7<»1i!ei» Da« MedUumehe Zentrum nuf dem Sknpusberg in Jerusalem, der Kro.sste <Jebäudekomplex, der bis heilte von Juden im neuen Palästina errichtet wurde, wird am 9. Mal d.J. »einer Bestimmung Übergeben. Damit gelangt ein Plan zur Realisierung;, der vor 14 Jahren angeregt wurde. Sein« Initiatoren waren Miss Henriettn Hzold, damals Präsidentin der zionistisch-amerikanischen Frauenorganisatlon „Hildas- •ah", und Dr. Nathan R a t n o f f. s. Zt. wie heute Vorsitaender de* „American Jewish Physicians Committee". Di« W»hl des Terrains auf dem Skopui wurde 1S>34 endjplVlti^r beschlossen. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Nahe der Hebräischen l?nlversltiiit. Denn man ging davon aus, das« die medizinische Praefakultät der Hochschule nur dann auf breitester Basis zu einer vollen Fakultät entwickelt Werden könne, wenn man einen direkten und engen Zusammenhang zwischen der Universität und medizinischen Instituten modernster Hinrichtung herstelle. Die Mittel *zur Durchfuhrung des Projektes wurden in Amerika durch einen Drive der „Hadassah" und des ..Jewish Physicians Committee" aufgebracht. Der Ankauf de» Bodens erfolgte grösstenteils durch den K.K.L, Architekt Erich Mendelssohn Wurde mit der Planung beauftragt. Im Herbst 1936 begannen die Bauarbeiten, die trotz der Unruhen während der ganzen 2i Jahre nicht einen Tag unterbrochen wurden. Drei Gebäude sind heute auf einem Gelände von 80 Dupam errichtet: 1. Da« Krankenhaus 2. Schwestern-Heim und -Ausbildungsschule 3. Institut der medizinischen Fakultät. Eine Fläche von 19.800 Quadratmetern ist damit ebenerdig bebaut Die Baukosten betragen für das Krankenhaus '......... DP- 130.000 für die Scwestcrn-Sehule .........LP. 17.000 für das rnedi7.ini.sche Institut ...... LP. 37.000 I. Sa.: LP. 184,000 Der Boden wird bewertet mit ...... LP. 35.000 Kür die Inneneinrichtung sind ausgesetzt LP .10.000 Demnach beträgt die Gesamtinvestition LP. 229.000 Zu berücksichtigen ist, das« ein wesentlicher Teil des Inventars und der Apparaturen au« dem alten Rothschild-Huda*- »ah-Hospital selbstverständlich übernommen wird. (En sei daran erinnert, das* die Baukosten der bisher grössten paläsunensfschen Krankenhaus-Aniage. '"des """Haifaer RegierungH- Hospitals und seiner Nebengebäude — gleichfalls ein Mendelssohn- Bau — bei einen zur Verfügung stehenden Gelände von 60 Dunam ca. LP, 1ÖÖ.Ö00 betrugen.) Das „Medizinische Zentrum", wie es xih heute darbietet.' ist der Teil eines umfassenderen Projekts für das Universitäts-Viertel. In Kürze sollen zwei weitere Gebäude auf dem Skopus errichtet werden; Das „TnsUliit für Jüdische Studenten" und das „Museum für Jüdische Altertümer". Ferner ist die Errhduung einer Wohnsiediung für die Dozenten, Foisedier, Ärzte, ••Angestellten u.a. geplant. Probleme der Architektur Jerusalem, die ewige Stadt, hat ihren Gleichen nicht In der Welt. Für uns Juden ist es die Stadt erhabenster Heiligkeit, schmerzvollsten Erinnern«, unvergänglicher, durch Jahrtausende bewahrt r Hoffnung. In die klare Luft hineingestellt, liegen dt« Hügel und Täler, Mauern und Tore, Zituernen und Gräber, Kuppeln und Türme-. Daneben die neuen jüdischen Stadtteile: breite Gesclwiftsatrasaen. ruhige Villenviertel, moderne Hochhäuser, in den IvUtert 5 -6 Jahren entstanden. Aber die Veränderungen, so gross ah sein mögen, werden bei Betrachtung des grandiosen Panoramas, vom Skopusberg aus — dem ..Berg der Späher" — kaum erkenntlich, wenn auch einige Wahrzeichen moderner Architektur aus dem „klassischen" Stadtbild Idas der Berg Moria im Vordergrur.d bclTertscht) sich abheben, wobei die Tatsache des ..Sich-Ahhebens" meist gegen die angewandte Linienführung spricht. *; In Jerusalem bauen heisst: sitbenfaeue Verantwortung übernehmen, der Tradition und Grosse, des Ortes Rechnung tragen. Darüber hinaus aber weiden an den Architekten ausserordentliche Anforderungen technischer Art gestellt. Vor allem erfordert die Nivellierung des Geländes In ganz Jerusalem, besonders aber auf dem ungleichmässigen und abschüssigen Plateau des Skopus unverhältnismässig schwierige' Berechnungen und umfangreiche Vorarbeiten. Ein „Zweckbau" wie ihn ein Krankenhaus darstellt, muss im übrigen in erster Linie dem Zweck Rechnung tragen, dem es dienen soll. Der Architekt rnusste sich in unserem Fall zu einem Schritt entsehliessen, der ihm sicherlich nicht leicht fiel: Die Hauptfront des Gebäudes konnte nicht nach d'-*r Stadt und der jetzigen HauptstraMo zu gelegt werden. Penn die Witterung;*-, Licht-, Ventilation»- und Verkehrs- '.'tiduiitnisst" bilden bei dem Bau eines Hospitals, und in Erez I ..Tisrael besonder«!, den entscheidenden Pik« «• I f L~ der Grösse de« Komplexes konnie man diese bei Anhu«' des <;run<ij.!nne« nur dadurch befriedigend miteinbeziehen, «las« map die Schmalseite des Gebäudes dorthin orientierte,; wo man eigentlich die repräsentative rassade erwarten würde. Der Besucher, der von der Stadt am englischen Mi-; litar-Friedhof vorbei herauffährt, ist um so überraschter, sich i plötzlich vor einer Riesenfront zu befinden. Aus den Stein-! brfiehen beim ,.Kastel}'- in der Nahe Jerusalem« stammt das \ Baumaterial. Die Linie der leuchtend hellen Gebäude int rem. : gerade, streng, platonisch einfach wie wir sie bei allen Mcn- , dcIssohn-Bauten kennen. Im Gegensatz xu der Universität j und der Nationalbibliothek, die etwa * km. entfernt aufwärts der Strasse liegen 'und unn heute vergleichsweise plötzlich; winzig vorkommen), ist hier keinerlei Verbindung eines orientalisch-maurischen, romanischen und neuzeitlichen Bnusttls angestrebt. Im ersten Moment wirkt die Strenge der Fas- ■ saden fremdartig In dieser Landschaft, und es mag Be- Mtrher geben, die es bedauern, dass die ,,einzige romantische , Variation", die Mendelssohn sich erlaubte, eine schmale Boi gen l'forte In der Steinmauer die zum Garten des j Schweslernheimes führt.; \Yah Krankenhaus) Wir befinden uns in der riesigen, hohen Empfangshalle des Krankenhauses. Der erste Kindruck geht von dem an-; gewandten Material aus: Stein, Glas, Stahl. In der Mitte des Mosaikfussboden;, die hebräischen Buchstaben des Wortes „Hadassah". Die rechtsseitig liegenden breiten Glasfenster emd -Türen bieten den Blick ins Frei«; wo mit den Anfängen zu einer grosszügigen Gartenanlage bereits begonnen ist. Im Zentrum des Hofes steht ein schöner Brunnen. Architekt i M « n d e i s* o h n und Dr. Y a s s k f, der Leiter der „Hadas- | sah" beginnen mit der Führung durch das Gebäude, nachdem •ier Generalplan erläutert wurde. Sie führen uns treppauf, treppab, über Terrassen, Höfe, durch Zimmer, Stile und Keller, und ihre Erklärungen sind so kurz und prägnant, das* „gej lernte langjährige Museumsführer' sie beneiden konnten. Wenn tro'zdem der Rundgang 2J Stunden beanspruchte, «0 wird man nicht erwarten, das» die in diesem Aufsatz gemachten / 'Hfültrungen auch nur Im entferntesten Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Für erste werden 300- 350 Betten in drei Stockwerken zur Aufnahme von Patienten zur Verfügung stehen (höchstens 6 Betten in einem Raum), Bs ist für eine.spätere Auf- *tQ€K.Ui}£- des -Gebäude* irr. Plan j«de Vorsorgegetroffen, und mau würde dann die doppelte Kapazität erzielen. Bei der Anlage des ganzen Hauses ist den dreifachen Zielen Rechnung getragen, denen es dienen hoü; Heilung, Ausbildung, Forschung. Die einzelnen Abteilungen in dem klar gegliederten Bau sind so gelegen, dass sie aufs zuverlässigste versorgt werden können, ohne das» übermässiger! Persomilaufwand notwendig wäre. Fünf Operations-Säle, | eingerichtet nach den modernsten europäischen und »merika»' j machen Vorbildern, haben für Studenten eine Beobachtung*« jgatferfe. Oberhaupt ward« dem Problem der günstigen Lieht- | Verteilung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Interessant j die* Oberlichter im Korridor des dritten Stockwerke», die ein | mildes Tageslicht verteilen und die Wärme der Sonnen- .tri.hlen absorbieren. Mehrere Fahrstuhlanlagcn gehen durch da?: ganze Haus. Selbstverständlich ist Warmwasaer. Zent?rt »Heizung, Kühl- und Venlihttiorwa.ntage vorhanden. Das Krankenhaus hat Sprzialnnlagen, die seine Versorgung mit Wassrr und Strom auch dann auf langfife Zeit sichern, wenn dein I m herüber n den entsf h orachnni' und»'t und nach (lionui neuen Helm Krf nicen »i n Ii 1« n ( m n einer pergoh» rten "ur .~<« hwe- )ie S-hwrsterH« Mi - 1 » in i';i Lehrichwestern und aufnehmen. Je zwei in dem Schranke usw. im Krankenhaus suhenn sa h Klavier und Kndio Die Ausbildungszeit der I i;ie normale Zufuhr aussetzt Auf das modernste eingerich- | let sind die grossen Zentralkuehen, dreigeteiit angeordnet, [entsprechend den Anforderungen zur strengen. Beobachtung } des „Kaschruth". Die Kochherde und sonstigen maschinellen [• Etnrichtuns-en sind elektrisch betrieben. Von der Zentralküche gehen di« Speisen mit dem Spelsenaufzug In die zahl reich vorhandenen Etagenkmhen. von wo aus die Verteilung an die Patienten erfolgt. In <kr grossen mechanischen Wäj»..he-' rei Ue>» Hauses wird die gesamt« Wasche ge waschen.! Pluiz für 100 Personen bietet die eingerichtete Synagoge, j j die Kekonvaleszenten und Personal die Möglichkeit gibt, am! Schabbath und Feiertagen einem Gottesdienst fn einem dafür \ bestimmten, würdigen Baume beizuwohnen. ...Dankenswerter | tVttse Wurde der Gestaltung derjenigen Kaumliehkeileu hej «ondere Aufmerksamkeit gewidmet, die dazu bestimmt »tnd, | tili* n, Toten aufzunehmen. Man steht damit in tdnem er! freultchen Gegensatz zu der Gleichgültigkeil., die in dieser { Beziehung bei anderen Krankenhausbauten bewiesen wurdi'. [ Am äusseraten Ost-Ende de» Gebäudes ha?, Mifcjndel«i»oHn eine | grosse, offene, terrassenähnliche Halle gebaut,!' von der aus I man die In der Welt einzigartige Sicht auf die grandiose; l-andschaft des Toten Meeres, des Jordantale» und der Berge; Transj^jrdantens l>at. \ Anstelle des allen Bothschiid-Hadassah-Kiankenhauses; in der Stadt tejas im ganzen nur 4 km entfernt liegt), wird 24*tundiger ^Erate-Hüfe-Dienst" in Zuaiamm^mirbelt mli h« I i h Wc * i tu I ir« h tlt l .winl i f.inf Madchen teilen einen Wohnraum, i benso eingebaut .«.ind. wie wir es Grosse Gemeinschnflsrnume. in dene befinden, ergänzen den \\ (ihntrakt. Lebt Schwestern betragt drei Jährt . Das Institut Mer medizinischen Fakultät tiagt den Namen von Dr. Nulluni B a t n o f f. der W21 in New York da« j „American Jewish Physicians Commltle»- gründete, um dl« | Errichtung der medizinischen Fakultät an der Hebräischen | Universität zu ermöglichen. Im vierstöckigen Hauptgebäude | des Instituts sind in acht Abteilungen die klinischen und j Foschungs-Laboralorlen untergebracht. Li rf^n Übrigen Käu- : m«n: Hörsäle, Bibliothek, Lesehalle und pathologisches Mn«; »«um. Im nachbarlichen zweistöckigen Gebäudebefinden i sich die Experimentierst!le für Tierversuche. Sicherheit und Verbindung Bei der gegenwärtigen Situation im Lande hd es selbstverständlich, dass bei so exponiert Hegenden Gebäuden für den grüjst-möglichsten Schuir, der-!nsa#»<>n vor« vorn hei' ein gesorgt werden mus«. So ist vor allem die Existenz der hohen und stabilen Mauer zu erklären, die um den Krankenhnusbezirk läuft. Auaer den Übrigen 8icherh«d!j^ia.«Jmfthm«fiv-- die von der Leitung des Hauses getroffen sind, wird seitens der Regierung eine ständige, stark besetzte Polizeistation auf dem Skopua eingerichtet und die Wege werden durch Einsetzung motorisierter Patrouillen ständig unter Kon troll« stehen. Im übrigen soll von der Stadt her eine neue Chaussee durch rein jüdisches Gebiet gelegt werden. Die Autobusse werden besonders zur Besuchszeit in kürzeren Ab- Hunden all* bisher verkehren. Die Eröffnung Keine offiziell« Feier wird, der Schwert der Zeit Itochnung tragend, die Inbetriebnahme der Institute einleiten. Am 9. Mal findet, die erste Sitzung statt, In der der Arbeitsplan festgelegt wird, Die Cberführiing der ersten Patienten aus dem alten Hospital und die Neuaufnahm« von Kranken Ist für den 2*. Mai festgesetzt, Mrs. Kose Jacobs, Mitglied der Exekutive und /Präsidentin der „Hadasxah" wies In einer kurzen Ansprache auf die Verbundenheit des arnerikAnischpn Judentums und besonder* der zionistischen Frauet 'Amerika« zu Erez Jisrael hin, die In der Errichtung des Medizinischen Zentrums Ausdruck gefunden hat. Erich | Mendelssohn dankte «einen Auftraggebern und Mitarbeitern. Dr. Werner Senator schildert« die Entwicklung; der Universität, an 'der heute fast H>00 'Studenten arbeiten, j die ebenso wie ein« grohse Zahl der Dozenten und sonstigen! Wissenschaftler grossentelln am läin'dern kamen. In denen i es heute für Juden keinen Platz mehr gibt. Dabei wurde! mitgeteilt,• dass auf Grund des vorjährigen Besuches von 'Dr. Walter Fistdiel in Südamerika', -au» Argentinien soeben dk i Nachrieht einging, die dortige Judenheit habe für Errieh- ) tung eines Lehrstuhls an der Hebräischen Universität LP. 1 10.000 aufgebracht. Dr. ,Y. a »s k y gab der Haffnung Aus-- | druck, dass die Bemühungen um di«? Erforschung uribei kanntet' Krankheiten bald zu erfolgreichen Itesultaten führen j mögen und tlan* bald Mittel zur Errichtung eines Tuber- - kulo«en<K'rui>kenhauaes bereiustehen würde. Da» Medizin!- 1 sehe Zentrum auf dem Skop'us werde nicht nur zum Wohle; aller Einwohner Palästina» und de» ganzen Vorderen Orients i sich entwickeln, sondern es werde eine Hochburg der Wisseni schaft und «'kdikundc werden, die dtm Namen jetier europäischen Zentren in den Schalten aUdle, an denen in einer; Reihe von Jahrhunderten jüdische Gepdjrte dej« P"ortJiciiritt eine Gasse balintert. BRIEGER s PENSION U. (; AKTEN ( AI K ..EDEN" BEI M IIAKEHEVI / Jerusalem j>KKANNT ALS KRSTKLA.SSKi ANZEIGENANNAHME für di« „JC'D WELT RUNDSCHAU in Palästina: Jerusalem, 5. Ben Yehudaatr. / Tei-Aviv, 5 Mikv^ Lsraelatr. d«r t;.r f. M. O. G. HAUSMANN TRANSPORT CO. n iir n « 1 < o n «I• Spidd y r Moll«, t«l«frU.M«i«4« T«i-A«iv, >1 AHmnhf fal. i«77 fa4. 1ISI

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