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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-12 · 9 (12.5.1939) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
9 (12.5.1939)
Date
1939-05-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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PAttlSEtt AUSGABE JUDISCHE fR^ l*t ,f VI * i ftrtftktlon. V«»tM nni AaMlg»n Vtnf»ltnnf: Un$Hm T O B 1 H-n l.h-.l* -Mr T.-'^-n 3A70 — OticbätftMtdU fttr Bor»p» (nur E»«#.H»l<»n im« A bi>«n«in*nta »ittihffli für E » r o P• oM A i». » r I k » )!<■> r*idH froUMnt. P»ri» u« — O-^häfn.t^l* für Tel-ArlT; 5, JUVr-h I«r»«l »tr. T-S-phon 3102 — BrtaktioaMeUvW: Ifdri» MonUf 5 Uhr n»ehm. Kür «n-nrUngt«. M«tv.nVHpO« wird kMn* O.r.r.ll« tthfrnnmtr.cn. J«W Kin.^-Iur.« od-r Anfraß Ut -in IntrrMtl* •ft)*r Antwort»^«!*. b«U!-.fü«-n. EmrUriffn f. d. I(*d»Vth>n w*r<5*n nicht •n Ktntrlp.Tici^n, «on.lern »n du k-d.iktl.in. J-ruMlem IVO Ii G8u -rWon <i Ii n r s a i, r m ö'i-irs -!^äc rD Revue du Monde juif FMK FS. 12. M\f 1030 JAHRGANG 1 / Nr, 9^Hi«etmimmer fJ£' ^5 ii n. o ■r»chnlut «ln«tt wnc»«!itn«'h •u«.<•!,!!*.,tl-h J.nniUm p o T> 5. MIVtrh!nr»«l Htr -..... Am Vltii-nlei V«">d. rttr •&f»ln»«: r«tj«n»nn»tim« fUr «II» T.*nd*r: "tir I'.t(«.tttn4 HMUcrilriiii Tel-A*l», (.« p.-f I.oftpo,» #rb,.{«n _ DU!■'•■» In , ' , J . 4 > l.f i» I t < ..I ,U. in-h I 1 ..!. V» r>:. «!, »!„ M,,„lt» Inrh (17." fm). 1";i()«*.t).r.l(r„ lt Jtn-r»t,<rj T*rff <ml r\iftii!f«»nin»*l*#n und Mr*n**x\■MIMdUnn»'». Au««!««»- t*f n/irlim.?» ( ht. drlrijfrn In rimll!#n»n»»li«n l>l>r>tl«( Publikation des Weissbuches? (Von unserem f. L-Mitarbeiten' Tel-Aviv, den 7. Mai 1939 Ihorchen lassen. So wie in der gesamte« islamischen Weit die Besetzung dieses mehr «-vis zur Hälfte moslemischen Die täglich wiederholte Trage Landes einen schweren Chock bedeutete, hat nie auch Wird das WcUmbuch, das die Politik der englischen j palästinensische Arabertum nachdenklich gemacht. Regierung für Palästina enthält, in diesen Tagen erj jn Palästina sind in den letzten Wochen mehrmals acheinenf Seit Wochen wird diese Frage täglich im; F l u g b l ä 11 e r gegen Italien und seine Politik Lande wiederholt, immer wieder wissen Korrespondenten j verteilt worden, die zum Teil in Ägypten gedruckt waren, und Politiker eine neue Antwort und an jedem Tage,- [yte palästinensische Presse schreibt offen gegen Uniien wiederholt sich das grosse Fragezeichen von neuem. Die; umj di© anti-englische Stimmung, die die arabische Fühenglische und die ägyptische Presse gibt nacheinander j n.ng unrj einen Teil der arabischen Massen beherrschte, verschiedene Daten für die Publikation und jede dieserj hat viel von ihrer Schärfe verloren. Wir haben hier mit Prophezeiungen erweckt neue Sorgen unter den Juden; einem ähnlichen Prozess zu tun, wie wir ihn in Ägypten ~ * ~ ** ' ' ' im Jahre 1936 erlebten, als Italien von Lybien aus Ägyptens Flanke bedrohte und mit einem Schlage die Schwie-j rigkeiten, die einem ägyptisch-englischen Vertrag im! Wege standen, verschwanden. Die Änderung der Stimmungen im arabischen Lager manifestiert sich auch inj der inneren arabischen Diskussion. Das Symbol des ara-! bischen Aufstandes, die Kefiah (Kopftuch) wird in Haifa.! in Nablus und in Jerusalem von manchen bereits wieder; zugunsten des Tarbusch abgelegt. Die arabische Opposition wagt sich zum ersten Mal wieder mit Flugblättern; an die Öffentlichkeit, schildert das Elend, in das das Land durch den innere« arabischen Terror geraten ist, i und bestreitet dem Mufti das Recht, als der Vertreter^ Palästinas aufzutreten. Man darf sich jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Stimmungsändcrungen — von denen niemand sagen kann, wie weit sie greifen — *u einer eins^hneielenden Änderung der arabischen Stellung gegenüber den Juden und dem Nationalheim führen. Die jüdischen und arabischen Forderungen stehen sich auch unter den geänderten Umständen gegenüber, ohne das» man bisher Möglichkeiten zu einem Ausgleich sähe. Zudem wirkt auf England nicht so sehr die Situation im Lande selbst als die internationale Lage und der Druck in Europa und Amerika. Es ist ein offenes Geheimnis, dass noch in der letzten Woche von selten englischer Politiker Widerstand gegen die Regierungsvorschlge geltend gemacht wurde, und dass auch von Amerika aus man sich bemühte, die Publikation des Weiaabuch.es in der neuen Form aufzuhalten, bzw. die politische Linie umzubiegen. über die zukünftige Gestaltung der Palästina-Politik und des Natiönalheimes. Es ist heute genau umgekehrt wie vor ungefähr zwei Jahren. Damals, als die Unruhen täglich neuen Schrecken über das Land brachten und man sich kaum vorstellen konnte, dass man auf lange Zeit hinaus unter diesen Umständen würde leben und arbeiten können, verlangten die Juden mit aller Schärfe von der Londoner Regierung eine Festlegung ihrer politischen Linie. Man schrieb die unruhige Situation im Lande vor allem auf Rechnung der schwankenden Haltung Englands, das sich nie dazu entschliessen konnte, seine Politik genau zu definieren und dann unbekümmert um Widerstand und Gegenkräfte durchzuführen. Während die königliche Kommission im Lande arbeitete, während man auf ihren Bericht wartete, während der Untersuchungsarbeiten der Woodhead- Kommission wurde die Geduld der Bevölkerung auf eine schwere Probe gestellt und die palästinensische Presse wurde nicht müde, der Regierung zu beweisen, dass nur eine klare Linie die Verhältnisse von Grund auf ändern könne. Unterdessen hat sich die Situation grundlegend geändert. Ohne sich dessen bewusst zu werden, haben sich die Juden im Lande in einem früher unvorstellbaren Masse an die Unruhen gewöhnt. Es hat sich gezeigt, dass die arabischen Attacken zwar sehr viel Unheil anrichten, nicht aber die jüdische Position erschüttern können. Dieses Moment hat die Stellung der Juden entscheidend beeinflusst. Wichtiger aber noch als die Lage in Palästina ist die internationale Situation, in der heute der Schlüssel für das Verhalten Londons zu suchen ist. Man fürchtet — und fürchtet; Neue Aktionen der «Inden [der Siedlung zusammen mit den neuen Einwanderern : teilnahmen, aoiulern zahlreiche Gäste aus den arabischen |. «'aehbardörfern sich vers.'unmelten. gibt dienern Bejginn eine besonders hoffnungsvolle Note. Kfar Giladi, jvon dem der Zug der neuen Okkupation ausging, ist seit IJahrzehnten bekannt für »eine engen Beziehungen mit [seinen arabischen Nachbarn, und dass es ihm gelungen! ist. diesen Kantakt bis heute aufrechtzin-i luilte«, ^iigt, j dass auch in so schweren Zeiten wie heute, nicht allo | Wege zwischen Juder» und Arabern ungangbar, geworden < sind. I PolitlHf he Bc»chlU»M< j Am selben Tage, wo an der Nordgrenze neue Kolonl- \ saiionspunkte entstanden, trat in Jerusalem das engere Aktions-KomHet» zu einer politischen Beratung zuaarnj men. Dem Publikum wurde am nächsten Tage eine Deklaration übergeben, die nochmals betont, dass die .luden unter keinen Urnständen ihre Hand zu einer Politik bie-; ten würden, die die Entwicklung des Nationalheims gei mordet, In So allgemeiner Fassung ausgedrückt, erklärt 'sich fraglos die palästinensische Judenheit mit dieser ' Haltung des Aktions-Komitees solidarisch. Alle sind sich darüber einig, dass die Politik, wie England sie unter j dem Druck internationaler Umstände zu formulieren! nötig findet, i n a k z e p t a b e 1 ist. Es rnuss jedoch die \ Frage gestellt werden — und sie taucht im Publikum immer von neuem auf — mit welche n M i t t 0 1 n j diese Politik, sollte sie proklamiert werden, verhindert : werden kann und soll. Es wird im Lande viel über j diese Fragen gesprochen, aber es scheint, als hr ersehe , nicht immer die notwendige Klarheit über Methode!» des \ Kampfes, Uber die Möglichkeiten taktischen Vorgehens | und über die Folgen bestimmter Entschlüsse. Die Vor« bereitung einet so ernsten Kampfes verlangt eine sorg* fältige Mftftliiisg^ nicht ms über die Ziele, sondern auch Uber die Mittel Aligemeine Losungen können, wenn sie nicht im einzelnen! begründet werden, von verschiedenen SeH*u verschieden i ausgelegt werden und ein Gelingen pomiseher Aktto | nen Ist i»> cler nervösen Atmtn.f/häre Palästinas nur i dann gesichert, wenn eine starke und besonnene FÜhj rung im Stande ist, alle Kräfte um »ich zu sammeln | und sie in voller Disziplin zu halten. Bisher haben die ' öffentlichen Deklarationen der Exekutive und des Waad; Leumi nur eine Aufgabe erfüllt, nämlich die allgemeine Richtung anzugeben, in der die zionistische Politik steuert und den Kamp/willen des Jischuw lebendig zu halten. In Zukunft werden sie die zweite Aufgabe auf [sich zu nehmen haben, dem Publikum in voller Klarheit j die Mittel zum Kampfe zu weisen und zu erklären. mit Recht — dass die internationale Lage England zu| Die Haltung der Juden in politischen Fragen hat sich der Festlegung einer Politik verleitet, die dem National-j seit der Londoner Konferenz nicht geändert. Es Ist vieiheim einen schwer wiedergutzumachenden Schaden zu-i leicht der Mühe wert, sich darüber klar zu werden, wie fügen kann. Das Bewusstsein, dass nicht nur die Kräftej dieses Palästina aussieht, das in den letzten Wochen Tag Verhältnisse in Palästina, sondern der internationale j für Tag auf die Publikation der neuen englischen Palä- Druck und Gegendruck die Haltung Englands in der Pai stina-Poiitik wartet. Niemand wird leugnen wollen, dass lästinafrage bestimmen, lässt befürchten, dass nachdem (das Land in den letzten Wochen merklich ruhiger Jahre und Jahre hindurch gezögert worden ist, jetzt einigeworden ist, aber einzelne Attacken sind immer noch Beschluss gefasst wird, der bei einer Wendung; auf der Tagesordnung und der grosse Angriff der Terder internationalen Situation sei ne Bc-:roristen auf Nazareth hat bewiesen, dass es keineswegs recht igung verliert. So erhält die täglich neu! geraten ist, in der Wachsamkeit nachzulassen. Der ingestellte Frage: wird jetzt das Weissbuch publiziert; nere arabische Terror liegt schwer über dem Land und werden? eine besondere Bedeutung und die Beobachter j nur lange Gewöhnutig läsat z. B. die Haifacr Chronik, im Lande halten ihr Auge ebenso scharf auf das Gej die täglich von Angriffen von Arabern auf Araber zu berichten v/ebs, nicht alarmierend wirken, Bei den Juden wird die Gewöhnung an die anormalen Verhältnisse immer offensichtlicher. Zwar falhr. In diesen Tagen dm grossen Feste weg, die sonst in Meron in Galiläa zu Lag Be'omer gefeiert werden und Tausende von Menschen aus dem ganzen Land anzuziehen pflegten, aber die Freudenfeuer von Lag Be'omer flammen auch schehen in Palästina wie den internationalen Horizont gerichtet. IVaruin da« Zögern? Die letzte Bemerkung des Staatssekretärs für die Kolonien im englischen Unterhau», dass er noch nicht imstande sei, eine Erklärung über Palastina abzugeben, _ ....._________ _ _ ist eines der vielen Zeichen dafür, dass die Londoner j dieses~Jahr üb7räli7m Lande auf Regierung auen naen Formulierung der letzten Vor-^jch darum Scharen von Kindern, die sich ihr rewohnte«! Schläge, wie sie aus verschiedenen Quellen bekannt ge> j«>3t iucht nehmen la*sx«n H>r und dort hört man von worden sind, noch immer nicht zu einem endgültigen' rieuen Unternehmungen. Das grösste Ereignis der letz-j bntsehluss gelangt j*t. Druck und Gegendruck sind zujU;n Zeit, symbolisch für die Haltung des Jischuw und die stark und die Ereignisse auf dem internationalen Schau-1 mühevolle Vorarbeit der Kolonisations-Inatanzcn, ist die platz rollen so rasch ab, dass es schwer ist. sich an einem i Besetzung neuer Kolonisation»p«nk t e so wichtigen strategischen Punkte wie Palästina auf eine;|m Norden. Von Kfar Giladi. der galiläisehen Kwuzah' Politik 'e**z-u!ege«, die nach der eine« oder andere«;aus. machten sich in diesen Tagen beim Morgengrauen Seite schwerwiegende rolgen haben kann. Die Haltung; lange Reihen von Automobilen auf, um ostwärts zu der Ägyptens zum Beispiel, die — wenn auch verdeckt - '.Stelle vorzudringen, wo nach bewährtem Vorbild in einem bereits in der Diskussion über die Teilungspläne eine Tag der Stützpunkt einer neuen Siedlung geschaffen: Rolle spielie, hat einen bedeutenden Einfluss auf dl« \ wurde. Am nächsten Tage gingen die Okkupattonstrupletzten \erhandlungen m Kairo ausgeübt und es leuchte*! pen weiter und in der Nordecke, wo sich die libanesische, : sin dass die Anwesenheit der Italiener in Lybien dicisyrisehe und die palästinensische Grenze treffen, ent- Stellung Ag>T>tena zu England und damit zur Palästina-istehen neue jlldiache Stützpunkte. Die ganz* Hartfrage entscheidend bestimmt. Während aber blauer die, n a c k i g k e i t d e a S i e d I u n g s w i 11 e'n s kommt in' Bedrohung durch totalitäre Staaten nur auf die arabi-] dieser Kolonisation zum Ausdruck, die sorgfältige Vor-j ^hea Nachbarländer gewirkt hat, während das arabisch«jbereitung der Okkupation folgt eine umsichtige Anpas-; PalastU» wilUg faÄChistuwhen Schlagworten folgte, h»t!su*g an die im Lande herrschenden Verhältnisee. Dasei aie Bettttsung Albaniens durch Italien auch diese» auf-. dieses Mal bei der Besetzung nicht nur die alten KampferI Das Zionistische Aktions-Komitec an die Regierung Das engere Aktions-Komitee hielt am 3. Mai in Jerusalem eine Sitzung ab und bescbloss nach Anhörung eines Referates von D. Ben Gurion die folgende Resolution: Das Aklions-Iioioitee, da* am Vorabend der Ent- «eheldung der Mandatarmaeht über die Zukunft Palästina* z<-2*&fnmeiitrilr, befrachtet t>n ai» Mdm- Pflicht, dJe Aufmerksamkeit der Regierung auf die sehwereii Konsefpieir*?» zu lenken, welche mit einer Politik verbunden wären, die im Widerspruch Nteht zu den Internationalen VerpfH#«l?t»!ng«-r! Cirossbritannlens unter den» Mandat, die die Jude« dazu verurteilen würde, eine dauernde Minder' heit In Palästina zu bleiben und Ihne» dan Recht nimmt, sich in allen Teilen de* Landen anzusiedeln, ho wie das judi*ehe Nationalheim einer arabischen Iferriehuft überant« ortet. Wn solche*» Ziel wird niemals mit Zustimmung oder mit Duldung der •Juden in Palästina verwirklicht werden. Im Gegenteil, da?» jüdische Volk und Insbesondere die •ludenheit in Palästina wird vor keinem Opfer zurück« sehreckei» in ihrem Widerstand geK«?n ein Regime, das die eiii/Jge Hoffnung des jüdischen Volkes z«rstöre» würde, Di» i:in»ft^<!er«*"g n»eh Pshi^tinu tvird iraiz süff sehnvnk in^rji und Verfolgungen nicht aufhören und die Regleriiisg wird das neue Regime im Lande nicht errichten können, e% sei denn mit der Uewait der Hajonette und mit Vergiessen jüdischen Blutes. In dem entschlossenen Willen, den Frieden im Lande .urrechUurrhaiteit und die Bande ihr Bundf^nossen» **h»ft lind Zusammeuarheit mit dem englis«'hen Volke zu bewahren, besonders in dieser gefahrvollen Stunde ruft da« Aktion»-Komitee die Kegierung auf, die f ragt »oelimsi* tu prüfen, und sein« Verpflichtungen gegen» über dem jüdischen Volke nicht zu verletzen und ihn hei der KrrkhtMg seine« NatloaaJaeüii« in seiner bist« rtschea Ueiiuat zu helfen.

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