Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 8 (5.5.1939)
- Date
- 1939-05-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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IMftfSfiR AtJftGAMM JÜDISCHE aetafttian. Varls« «s4 AaMl«M-T«Vlll^ ImMM r.OJ S. B»n J»h<i«a-Mr. T*l»pfca« lOTf. — MMttmitttU flr tue«»« (nur « t » e 4 111 •«« AlaaBemeiita.Aaaafcma f«f F!tif<»|»« n«« >. tncrfVi) - 1!) m» <fi rVol«tant. II* ~- 0»aehäfta«t.«i|» Mr fei» AH«: 8. Utk**» lm«l Ihr T-i«»h9* 1103 — lUaaJHIoaateMs««: J»4#n Mo»ta« » U*r saehrn. Für un**rlM«t* ManutkHFt* wird kale« Garantie ttb#rnomm*a. Jti't E!n»rndaii» od<-r Antraf« tat »In lnl>r»atl<v a«l»r Antwort«»*!» »»tau««««. Zmchrlft*« f <!. Redaktion w*H*n nlefcl JAIfK«ANG I / Kr. § — r Inre «nmnnv r ■n. «Tat!} i KirirMpereoiK-r i «n 41* K-d»M.'.n ^rml-iti »'.U.U. W rrlx-t JERUSALEM js^nr. "v*ac ns Revue du Monde juif PARIS, 5. MAI 1030 RUNDSCHAU ■McSetnl ataaal vS«fc«nllkfc — ai-e»lganannalm« flr •!!• MnOr: «nta«Mt«e«tt«ft JaT««*!'« ro i ♦»•• 9%t rallatla« «aaaaflam Tel Art* I, M!kT*h r«»»: — Aat«<f*n(#ii« p*r LaTtf-aal •rh«««n ... DU Anulg.r» *Mt* r.<ff*lU In <l Spalten. 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Es heisst, dass der ägyptische Ministerpräsident angeboten hat, den Mufti in einem speziellen Aeroplan aus Boyruth zu holen. Der Mufti selbst jedoch scheint es vorzuziehen, nach wie vor im Hintergrund zu bleiben. Nach Abschlug.? der Besprechungen überreichte am letzten Sonntag der ägyptische Ministerpräsident Mohammed Maehmud Pascha dem britischen Botschafter in Kairo, Sir Miies Lampson, ein Memorandum, worin die arabischen Gegenvorschläge zusammengefaßt waren. Nach einer ReutermelduiiK hat diese« arabische Memorandum FOLGENDE 4 PUNKTE enthalten; 1. Wenn die Ordnung und Kühe Im Lande wiederhergestellt Ist, wird eine „nationale Regierung** (d. h. eine aus Vertretern der Bevölkerung bestehende Regierung) gebildet, wobei die palästinensischen Minister britisch* Berater trhnsnsam soUe«. Die höheres Verwalk ttmg«9e«ten sollen mit PsJIstinensern besetzt werdet wenn e« dafür geeignete Kandidaten gibt. 2. Die judische Immigration soll für die nächsten fünf Jahre auf 75000 beschränkt werden, wobei die zulettt angekommenen Illegalen Immigranten anzurechnen sind; im Endeffekt aoll die jiidisehe Bevölkerung nicht mehr als ein Drittel der Gesajntbevulkej mag ausmachen. I 3. Der Verkauf von Boden an Juden soll an | Bedingungen geknüpft werden, die zwischen der Landes-1 regierung und dem High Commisaloner vereinbart werden. j 4. Eine Nationalversammlung, die die ganze Bevölke- | Wort England». In einer Zeit, wo das jüdische Volk rang vertrlti, soll nach drei Jahren zusammentreten, um j in einer noch nicht dageweiumen Weise verfolgt und über die Situation zu Überprüfen und eine Verfassung zu ent-! alle Grenzen in Niemandsland gejagt wird, wird man werfen. [ihm die einzige konstruktive Aufgabe, die es auf Grund Wenn diese vier Forderungen angenommen weiden, j völkerrechtlicher Garantien unternommen hat und die dann werden die Vertreter der arabischen Staaten sofort verj wenigstens einen Teil der materiellen und vor allem der anlassen, das? die palästinensischen Araber Ihr» Terrorkam- \ seelischen Not dieses Volke* überwinden helfen kann, psgne abbrechen. Die Araber würden dann verlangen, dass | nicht rauben lassen. Wenn England, an da« d&fl jüdische ihnen sofort führend« Regierungsposten übergeben Volk als einen HUter der Gerechtigkeit und Menschlichwerden. Die Entscheidung des britischen Kabinetts wird ver-: keit geglaubt hat, einen solchen Sehlag führt, dr*rm sind lautlich nach Veröffentlichung des W e i s s b u c h e s; die Konsequenzen unübersehbar, erfolgen, die für diese Woche In Aussicht (,'enr.m-» men ist. In dem Weissbuch werden die schon am Schiusa j RPITKf'lf AlMHKf'Iir flMIf'l INI' V der Londoner Konferenz formulierten englischen Regierung«-, DRII Wlun-/ll%/lDWV«lir4 C*ILlIUUnU . Vorschläge veröffentlicht werden. Die Rcutermeldung über das arabisch« Memorandum hebt hervor, dass die arabische Versammlung in Kairo, die sich auf dieser Plattform einigte, zum ersten Mal auch von indischen Moslems beschickt war. starken Meinungsverschiedenheiten und Intereasengegcnsützen der einzelnen arabischen Länder und Persönlichkeiten hört, bleibt doch die Tatsache heMehcii, dnsa man auf dieser Konferenz «ich Allmählich auf ein Pi; irt amm in Bezug auf Palästina geeinigt hat. Kn H-luint, dass die Araber die Grundgedanken der britischen Vorschläge akzeptiert haben, einschliesslich iki- Hin- Wanderung vem 75 000 Juden in den nächsten fünf Jak> ren, was vom Standpunkt der palästinensischen Araber, die jede Einwanderung bisher strikt abgelehnt haben, zweifellos eine Konzession ist, die offenbar unter dem Druck der anderen arabischen Länder im IniVr einer Verständigung mit England gemacht wurde. Unklar ist noch einer der wichtigsten Punkte, nämlich die Frage, ob bei der endgültigen Lösung daran festgehalten würde, daas nach Abschluss der Übergangszeit, d. h. also nach fünf oder zehn Jahren, die Errichtung der palästinensischen Unabhängigkeit von dem erreichten Mass jüdisch-arabischer Zusammenarbeit abhängt. Gerade diese ursprüngliche Formulierung Mac- Donalds schien uns glücklich gewählt, und obwohl das jetzige britisch-arabische Progr amm von den Juden zurückwiesen wird, hatte sich au3 dieser Forme!, die eine jüdisch-arabische Zusammenarbeit als Bedingung jeden weiteren konstitutionellen Fortschrittes setzt, vielleicht eine versöhnliche Perspektive ergeben, Lässt sich England zum Verzicht auf diese Bedingung bewegen, dann ist freilich der Bruch mit der jüdischen Seit e unverhüllt und unaufhaltbar. Die Jaden In der ganzen Welt werden ew nicht hinnehmen, das* da* von England vor 22 Jahren feierlieh versprochene und seitdem Immer wieder von Kcgiernngrn j aller Partelen beatätlgte jüdische Nationalhelm zem Gegenstand eines Handels zwischen Engländern und Arabern unter Ausschaltung der Juden gemacht und einem sogenannten engllseh-arablaehen Frieden geopfert Notizen der Woehe JERUSALEM, 2. MAI lim ZvfeJt** 49t t/nsJcfcerfieJf Da» Gefühl der Unsicherheit von dem Europa und darüber hinaus fast die ganze Welt seit mehr nte einem Jahr beherrscht ist, wandelt untrüglich (wenn jauch zum Teil unmerklich) die Lebensgrundlagen der (Menschen und Völker. Die Vorkriegsgeneration und — j trotz Weltkrieg ■— auch die erste Naehkriegageneration waren aufgewachsen in Vorstellungen, die auf den festen Grundlagen einer Weltordnung beruhten, Dazu gehörte trotz vielen Gegenbeispielen der Glaube an eine be* /dimrnto Kntwicktungs-itufc der Zivilisation, die verbunden ist mit an-rkanr^ten Begriffen von Moral, Recht und Verbindlichkeit. Hat im öffentlichen lieben das Prinzip vor Treu und Glauben immer nur in beschränktem Masse gegolten, so hat, doch (Uo offene Preisgabe dieses Prinzips alles ins Wanken gebracht und einen psychologischen Effekt gehabt, den wir im einzelnen noch garnicht abzuschätzen vemuHjt-n, Die Veränderungen unserer Zeit in poHth?eher und rechtlicher Ke/.iehung vollziehen sich im Zeichen der llemmungxUis\gkml. Gibt es keine geistig determinierte Schrank.1, dünn ist dem Austoben animalischer Gewalten keine nriciero Grenze geboten als die durch entgegengesetzte Kräfte derselben Art, Wie immer Menschen au?» ihrer Tradition her dies beurteilen mögen, wir Jude n, aus unserer Traditio») her, können uns mit einem solchen Zustand nicht abfinden. Mag es auch erfahrungsgemUs« bei Juden ge nug ungezügelte Kräfte geben, die — im Widerspruch zum jüdischen Gebot — - da und dort im Leben des Einzelnen und sogar der Gruppen durchbrechen, das Prinzip der jüdischen Geschichte und der spezifis-'ie Beitrag des Judentuma cur Zivilisation ist die Bändigung der anarchischen Kräfte durch gütige Ordnung. Der Zweifel an solchen Werten und die daraus entstehende Unsicherheit inuss das Gesieht und das innere Wesen dieser Generation von Grund f»uf iinrlern, wenn diese Mächte die Oberhand behalten. Die Hoffnung, dass die Festsetzung einer neuen Politik für Paliistina, die im Anschluß» an die nun schon; seit sechs Wochen beendete Londoner Konferenz ge-j plant war. nicht in diesem weltpolitischen erregten Moment tiberstürzt erfolgen wird, sondern auf eine r u h i -! g e r e Zeit v e r 3 c h o b e n wird, scheint sich n i c h i: zu erfüllen. Nach dem Scheitern der Londoner Kon-j ferenz sind die Verhandlungen in ein zweites Stadium! eingetreten, dessen Mittelpunkt Ka i r o war. Es war,' OaJ-MMfcfmeer im Rampenlicht r,ru* I Das Gefühl der Unsicherheit zeigt sich heute am deut« Was in Palästina von Juden aufgebaut wurde, bej lichsten auf dem Gebiete der Politik. Weit entfernt uhte zum guten Teil in dem Vertrauen auf das gegebene J davon, irgendeine Stabilisierung der Kräfte anzuer kennen, proklamiert man ganz offen das dynamische" Prinzip, dass das einzige Mass für die Ausdehnung die eigene Kraft ist. Welche Perspektiven sich daraus ergeben, darüber wird in der Welt genügend gesprochen Wir sehen, wie Auffassungen, die noch vor wenigen Wochen mit aller Emphase vertreten wurden, kurz dar auf zyniaeh beiseite geschoben werden, wobei dasselbe Schauspie! sich wiederholt, nämlich zuerst äusserst«- Entrüstung darüber, dass andere an der Ehrlichkeit der Versieherungen zweifeln, die man selbst ein paai Wochen später entweder widerruft oder durch Hand langen widerlegt. Auch solche Äusserungen sind nicht.» anderes geworden al» Mittel der Politik, um andere zi verblüffen, um Zeit zu gewinnen, kurz zu allen anderer. Zwecken als denen der Wahrheit. Ek ist fast wie eii. Spiel' geworden, bei jeder neuen Phase der Weltpolitik y.xi fragen, „wer kommt jetzt dran*'. Nachdem vor i ode: r> Wochen die Aufmerksamkeit vorwiegend auf Osteuro;»a (Polen und Rumänien) gerichtet war - Länder übri gens, die schon wegen ihrer grossen Judenzahl uns be «onüers am Herzen liegen münden zu einer Zeit, Wu ailt. Weltpoüük eng mit Judenverfolgungen verbunden zu :iein scheint — ist jetzt der Blick wieder auf das Mittelmeer gerichtet. Die Besetzung Albaniens mit den sich daraus ergebenden direkten Drohungen geK«:ii die umklammerten Länder Jugoähvvien und Griechenland, .",owis- In Jaffa herrschte Montag grosse Freude unter den Arabern, weil ein Bericht bekannt wurde, wonach aus Kairo telegrafisch nach London mitgeteilt worden sei, dasa die Palästina-Araber mit den Vertretern der arabischen Staaten zu einem Übereinkommen über den britinchen Plan gekommen seien. Emir Fcissal begab sich im Klugzeug gemeinsam mit Dschemai Hussüm nvh dem Medschas. Taufik Suwaidi kehrt am Dienstp.g na< h liaghdad xurück. In arabischen Kreisen wird damit gerechnet, das» nach der Zustimmung der arab: .<? <; h e « Führer zu dem b r i t i « c h <v n Plan eine baldige Ge-ncralamnestle für alle Verurteilten der Palästina-Unruhen von der Regierung erfasisn werden wird. ..Einigung" In Kairo. Dies Jewkh Agency für Appell an Haag .vird mit Erleichterung h<3 ., . , . e . «, . j, . J grüsat, weil man meint, Kngland werde jetzt Trupi>«n aus Pattu v" bchwfrPunk der ß^f" Yerh*fdlU,;^n '1CiZti »ä*tina f«r das bedrohte Ägypten freibekommen, nach Kairo verlegt wäre, wobei neben den führenden! Arabern aller Staaten, die »ich sämtlich in Kairo ver-j sammelten, der britische Botschafter Sir Mües Lampson] eine führende Rolle spielte. Der Unterschied gegenüber' Da* Reuterbüro veröffentlicht aus London jetzt die (von den vorhergehenden Konferenzen in London bestand nur jüdischer Seite bereits vor zwei Wochen mitgeteilte; Nachdarin, dass in London eine Paralielkonferenz mit den ] ricat> die Jewhh Ayoncy an die britisch« Regierung die Juden stattfand, während im zweiten Stadium die; Forderung gestellt habe, ihre Haltung xur Palästina-Frage Juden ao gut w\a «imgeschaitet sind. Denn ir; Kairo ist dem Sutt'jer Irttrrr^iönvizn Schiediyvik-hiihuf vorzulegen, man auf arabischem Boden, hier sind die Araberj Forderung ist enthalten in feinem M#morund*im, da» 1> die Hausherren und die Veranstalter. Freilich erfreuten! B«» Gurion an die englische Regierung geschickt hat. »ich die Araber aller britischen Förderung, denn England: DaJt Memorandum besieht sich aut «ii>er» 1*30 von drei flUt- . die militärischen Vorbereitungen an der KtrasÄe von Am-h in der Lo^ndonejr Press« Ist djle Rede von einer Gibr.i!Ur und jft KorUafrika haben plötzlich - m wie mr Zeit de» Abessynien- und Spanienkriegea - - das Gefühl wieder erwachen lassen, dass das Mittelmeer de« eigentliche Gefahrenpunkt ist, Gehen wir davon au« das« durch mehr als elln Jahrhundert Grossbi itannter da« Mittelmeer als seine wiehtigste tteiehsatrnsae (Wef nach Indien) betrachtet und seine Politik ganz auf derer; Sicherung eingestellt hat, so iat dem uneingeweihten u«< naiven Beobachter unbegreiflich, wieso die Engländer ir wenigen Jahren tatenlos Dinge geschehen lieaacn, dh dit Konsteliatktn im Mittelmeer von Grund auf geändert haben. Die Rolle von Gibraltar in diesem Zusammenhang Ut klar. Naben Gibraltar hat stet« das andere Ende dm Mittelmeere«, vormal« die Landenge von Suez, jetzt will sie ja anscheinend zu einem Glied seines neuen Bunrand«n «nf(nsch«n Jurist««* von denen 8lr Simon jtus britider Kuezkandt, al« der verwundbarste Punkt dieser bri den lur Verteidigung des Frieden»'* machen. Es ist den | »«h«r ScbataminisUr ist, unt«r»chricb«ia«n Brisf an di« „TUuha", Arabern gelungen, eine überaua glänzende Versammlung i worin «in <t«rartl«M Vorgahga« 4 h. Apf*U an den Haaf«r msammenmbringen, und obwohl man immer wieder von i Gerichtshof angertgt wird. tiaehen Keichaatraane gegolten. Darum hat «chon Napoleon seinen ersten anti-englischen 8toe» gegen Aegypten (und Palditina) gerichtet. Während nach aussen hin