Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 3 (27.3.1939)
- Date
- 1939-03-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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feite 4 Jüdische welt Rundschau Nr. * Die JudervorlVe vor dem ungarischen Abgeordnetenhaus Von unserem Korrtspondcnttn R u d n p e n t, If), Mär*. Am : :, Januar 1* >r.nncn fünf vereinigle Ausr.chüsse des Abgeordnetenhauses, insgesamt mehr als hundert Personen, tlk» Verhandlung der KegierungsvorlsKo über dir- Zurück-j drimgung de* jüdischen Einflusses auf wirtschaftlichem und' gcjsligeni Gebiete Am 4 Februar war die GencrnldcbaUe mit 16 l{4(l/.< n zu F.ndc. vom 7 bis 14 Februar dauert«' die Spe- »inldebat . in der 25 Ab^eordnctr nifhr als hundert Mal das : Wort ergriffen. Zu jedem Absatz der Voi Ihr»; regnete es Ab- \ firrVruna»KvorsehIug«' in Massen, en piiKsant wurden mich neue \ t*rv-nffm|)b«*n einpf*H»'h»*ltet, welche für neue ErwcrbskateRO- > rkau: für A|»olheker und Putentftnwalte, für Kommission«- : gesrhaff«; und V«rmHt>uiuifdMiri.McI fiir juristische Personen und /ialistisehf od» ht jüdische» Abg. Fsztergäylos, der dem Mlnla'.erpräsidenten Teleki «ein eigenes, seinerzeit vor dem Triannner Arftopag abgegebenes Gutachten vorlas, in dem dieser als Führer der Friedensdelegntion »ich darauf berief, die ungarischen Juden seien zum gropsten Teil «sium Herl, hatten dem Lande grosso Patriotin, Gelehrte und Schriftsteller gegeben, seien also nicht als jüdische Nationalität, sondern a!s Teile der ungarischen Nation 7,u betrachten. Die radikalste Aenderung erlitt die verfassungsrechtliche Struktur des Gesetzentwurfes. Ursprünglich sollte bekanntlich die ganz« Judenheit vom allgemeinen «ffentj liehen Wahlrecht ausgeschlossen werden und in eigener jüdii scher Kurie ihre ungefähr lß Ageordneten wählen. Jetzt be- . » . - ..mv»...,^.l-ST,r»ni»^ *-ft£,-/7i/i mir irn vi «tri tr Ii, ,iru.i Df - §mn*wt« die let/.ten >-rwerbsmogih hkeltrn unmöglich machen i «ntragte der Keferenl selbst eine Zäsur: 1867; die Familien Wf)II#rl I )(#» I kl.llllll«! *f l»- I -1 I « lUli « . ■ I I «. ,,1.1 *-*w. n U .,.>.. 1 __-____..1 ,., .......... ' wollen. Die Debatte war intellektuell wohl manchmal anregend, g»"^ Ismüssig; hur kaum ehr aufrege;.d, da jeder Frfolg »'ü- «Iphtnlos cifu lien. Wie einer der reirierungsfreundlichen Parteiführer, Abg. Eckhr ' t, bemerk wnr „die mosjdütre der Ausschur.sverlmndh. gen tmobjt.tiiv und erregt", ho dass er selbst es vorzog, mit seinen Ausführungen in die Oeffentlichkeit des Ph ifments zu lebten, w«, die genaue Festhnltung der Reden vor Uebertreibtmgen und Gewissenlosigkeit bewahrt. Nicht weniger als 4«) Amendments hatten dem Parlament vorgelegen, bm Jenen die Regierung nur nach und nach .Stellung nahm, Anfangs schien es, als ob die Opposition im vorhin Widerstand aufgeben wollte, spater stellte sie dennoch den gross ten Teil de - insgesamt 40 Redner. Eine Anzahl von Abgeordnelen bejahte — nach eigenein Bekenntnis — nur aus Parteidisziplin oder aus Treue zu den gewesenen Genossen (und seiti! m die Mrigi hkeit baldiger-Neuwahlen ins Gesichtsfeld trat, auch mit Rücksicht auf diese» die Vorlage, dienie Im übrigen einer strengen Krfitik unterzogen. Den Tenor der Dpi jsition gab »ier Sohn des [grossen Gr* "»vi A p j> o n y i, der beteuerte, das« aus dieser Vorlage niemals ein „ungarisches" Gesetz werden könne. War es doch von Anfang an die teils ausgesprochene, teils unin^gesprochene Befürchtung der „Resten der Nation", in dem vorliegenden Gesetzentwurf konnten fremder Geist und Finfluss ihren Einzug nach Ungarn halten, die die energischste Reaktion hervorrief. Deshalb vollzog sich ja knapp vor dem Abgang der Regierung Im red y jene Sezession von ca. 100 Mitgliedern der Regierungspartei, unter ihnen 7 gewesene Minister, und der gelehrte die seither standig im Lande leben, könnten als assimiliert gelten, also wahlberechtigt werden, die übrigen nicht. Ausserdem kann sok h*-n nach 1!*14 eingewanderten Juden, deren Lebensverhältnisse wie der Minister es stilisierte - „ea nicht für notwendig erscheinen lassen, dass sie im Landen* j W Wählern gebiet bleiben", die Heimatsberechtigung, also Staatsbürgerj Stimmen für schnft entzogen werden. Dass während derartiger Diskussionen manche Haupt- und Seitenhiebe auch von Seiten der jüdischen Abgeordneten gegenüber den „GaKzianern" abfielen, ist weiter nicht zu verwundern. Wiewohl Abg. B r 6 d y ...... 'in Hand historischer Daten nachwies, dass deren E I n w a n - den: •! * f Ii Ii K von den grössten Innenministern nicht nur geduldet,: sondern sogar gefordert wurde, um gegen Nationalitäten- J Der neue frenifttltche Grestrobbiner Unser Paris#r K. BerkhteraUtter schreibt: Di« Generalversammlung de* fr*ninsi*rhen Konshforium», die unter dem Vorsitz des Baron Edouard de Rothichild steht hat den bisherigen Strasbourger Rabbiner fiaie S .- h w a f i *i* Nachfolger des «uo Gesundheitsgründen demissionierenden Gr^we> rabbiners Israel L4vi zum Grossrstbiner für Frankreich gewählt. Der neue Gronsruhbiner Schwarz, eine der angesehen-* sten Pemonlichkelten des franröaiochen Rabbinate», ist im Jahre lsVfi in Trenheim (Departement. Nic;?errhetn> geboren. Er wirk'e in Maraeille. Bayonne und BordeiüK und wurda nach dem FriedenMchluss als GroMrabbiner und Geistlirher Leiter der Juden In den neuen französischen Ostprovinzer» nach Strajsbourr berufen. Im Jahre 1*2.? wurde er von der französischen Regierung zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Die Wahl des Str*j>bourger Rabbiners zum französischen Groasrabbiner hat einige Uabcrraachung hervorgarufen, da man aeit längerer Zelt annahm, da*» d*r Pariser Groasrabbiner Julien Weil! Nachfolarer Israel I>vis sein würde. Der Wahl sir.d daher langwi«-ige Verhandlungen hinter den Kulissen vorhergegangen, die »cttliec»allrh tu einac öffentlichen Erklärung Julien Weilla führten, daaa er nicht Kandidat für den Grossrabbiner-Poaien sei. Trotisd#m wurden nach den Mitteilungen der PAriaer Zeitung „Samedi" von in der Generalversammlung de» Conaiatoire 38 Weill abgegeben, während .Schwan mit 40 .Stimmen im ersten Waeilgang, in dem nur 7» Stimme« abgegeben wurden, gewählt wurde. Man geht wohl meht fehl, da.*s dl« überraschende Auachnltung dea Pariser Groaarabbiners auch] mit einer Erklärung ziuwimmenhangt .die Julien W*ei!l in der Pariser Zeitung „Matin" abgab und in der er «ich von; der allgemeinen jüdischen Entrüstung gegen die deutschen Pogrome durch eine besondere Betonung seiner — in erster Aspirationen als Gegengewicht zu dienen. Fast unbehandelt j Linie durch französische Geskhtspunkte" bestimmten — Einbheb in den Redeschlachten das komplizierte Problem der Präsident de« Abgeordnetenhauses, Prof. Julius •us denen »ich die nn Zahl wohl reduzierte Christlich-Nationalt Unubhängigkeitspartei bildete. Auch sonst, hatte die Judendebatte .schon vor ihrer Verhandlung im Plenum tiefgehende politische Wirkungen gc- Eeitigt. Die Zuspitzung des A b s t a m m u n g s p r i n z i p s —■ von „Rasse" spricht die Vorlage nicht , führte zur tragikomisch anmutenden Demission des Premiers lror<d.y, der tili Achtel seiner Voreltern als jüdisch bekennen musste. Sein Nachfolger, der als Politiker und Gelehrter gleich hochgeschätzte Graf Paul Telcki musste »amt' dem vollzählig übernommenen alten Kabinett nolcns volcns auch dessen Erbgut, die Judenvorlage, übernehmen, aber es bewahrheite! sich Wied i* der antike Spruch: Sie duo faciunt idem, non idem. Der sachliche, vornehme Ton seiner Antrittsrede, in der er j daa Judennroblcm als schmerzlichen Prozess bezeichnete, in der keine * d>e von Gei «igkeit od* •. Rrandmait Jag vorkam, in der er im Gegenteil — die tic;besorgte, warnende Aufforderung an seine eigenen GetreiK-n richtete: „Nachher soll mir dann hier lc iner wehklagen!" — gab den Tenor für die Verhandlungen im Plenum ab. Die erste Aktion der Regierung, die in Verbindung mit dem Bombenattental vor der Hauptsynagoge erfolgte Auflosung der H u n g a r i s t e npartel in der Hauptstadt und in der Provinz, haben ebenfalls beruhigend auf die Gemüter gewirkt. Wieder was es § 1: „Wer ist Jude?" dem der prinzipielle Widerstand vor aiiem der Kirche und ihrer parlarnentitrlsolien Bxnonentin, der „Christlichen Vereinigung" .galt. Die verschiedensten Bedenken wurden dagegen laut, dass den 660000; Juden des Landes noch eine bedeutsame Menge von Halb-1 und ,reiljuden, Täuflingen und deren Nachkommen zugezählt i «reriLn; Ihre Anzahl wurde auf 100- -400 000 geschätzt. Auch um die „Ausnahmen", die Kriegsteilnehmer und Kriegsgefan- \ genen, ihre Witwen und Waisen, deren Interessen vom Front-' kämpferve; und nicht g.uiz konsequent gewahrt wurden gab \ «s ein Feilschen und Ueberbieten, während die andere Privi-: legie: enklasee: *' >e Handvoll von Exzellenzen und Univeral-1 Uttsp. ofeasoren, lacht viel Sympathien fand. ' Gegen »Ii« wirtschaftlichen Best im m u n g e n dar — geg* ifiber dem überhaupt nicht ins Leben getretenen ersten Gesetze bedeutend verschärften — 2. Vorlage zogen fa»t j samtliche niehtjüdisehen Koryphäen und parlamentarische: Vertreter der Finanz- und Handelswelt in« Feld, die die nationalökonomisehen F'olgen der übereilten „Wacheablosung" . auf diesem Gebiete in den schwärzesten Farben ausmalten, j Kinige höchst beunruhigende Warnungasymptome: Stagnation ' der Bautätigkeit, Arbeitslosigkeit. Abnahme des Fremdenveri kehra, Ueberfremdung der freiwerdenden Steilen u. dgl. seien | bereits eingetreten. Infolgedessen bezeichneten die meisten! Redner dV? auf dem Tapet befindliche Frage nicht nur als die j schicksalsschwerste Entscheidung ihres Lebens, sondern auch; als die Krise des Lebens der Nation. - Weniger Argumente konnten für odar gegen die „Verjudung" dea geistigen Lebens ins Treffen geführt werden. Nagy von Tasnad hielt es für angezeigt, auf Grund alter! Vorurteile und aines neuen ungarischen Buches aus Berlin,' gegen die „Kaffeehaus-, Kabarett- und ExportUteratur jüdi-1 scher Literaten" Stimmung iu machen. Dagegen wurde der öffentlichen Wirksamkeit der derzeit noch im Staatsdienst stthemieu Juden auch von dieser Utst» Aaerkeimuag fMOllt. Viel wurde in diesem Zusammenhang« von der Assimilation bzw. Assimilationsunfähigkeit der Judan geaprochen, wobei dar Abg Dröidy auch die bereits von Kossuth seinersait propagierte Idee aufwarf, die Juden mögen ihr« religiösen und rituellen Eigenheiten, als Haupthindernis«« der Assimilation, freiwillig ablegen. Darauf antwortet« dar jüdisch« Abg. Fabian mit der Gegenfrage: warum dann die Trau« Sur Religion hn*""'ngt eita»n Teat gegen dl« Trsu« sur Nation abgeben mu;«? Im Gjg;nt«ll. Auch Raas« und Raaaenmerk mal« seien i -»ht so r«in su «ch«id«n, d«nn wl« Abg. VAiso- *yi vorwies, aei «ein Vat«r, der g«w«««n« MinlaUr, in «ln«r «•ut*">en , Raa8,^'«tir*'- 1»I7 als der Typus de« arisch«it Un Aus w a n d e r u n g; bloss Staatssekretär Baron V a y ver langte nac h einem Regierungskornmissar für die damit zusammenhängenden Fragen, damit dl« Vermögenswerte in Waren irgendwie gesichert werden. Alles in allem war die Debatt« des Judengesetzes, wie ein Abgeordneter bemerkte, vielleicht die eingehendste, die je im ungarischen Parlament vor sich ging. Der Referent Makkai bezeichnet" «ie als einzige in Europa, die eine Regelung auf verfassungsmässigem Wege durch« Parlament unter Teilnahme jüdischer Parlamentarier anstrebte, die aber dennoch laut den Worten des Ministers a. D. Dr. Grat*/. den ersten revolutionären Schritt gegen die Staatside« des heiligen Stefan darstellt. Und das Tragischste an der Sache ist, dass die Vorlage, wie Abg. Sulyok beklagt, kaum mehr zurückgezogen, aber K o r n i s s , j auch nicht restlos durchgeführt werden könne. Es klingt. Stellung distanzierte. Fönf Jahre Wi#jring«r Wurkdorf holländischen Koi KL. J)n Deutschland mit der esptmdeuten Haag, 15. MHrz. Machtergreifung de* Wort des Ester-Buches: Das Gesetz ward gegeben [■hun aber die Stimmung der Stadt war traurig in Sehr zerrütte' Am 16. miiuu tinx Aycordth. tcnhnu . ohu« namentliche Abstimmung — mtt itbcntjtiiigender Mehrheit die Ju'ärnrovlariv im allgemeinen ats Grundlage (t«?r Speziald/'batte an. Mit Rücksicht auf die grosse Anzahl der teils vom Berichterstatter, teils von einzelnen Abgeordneten eingereichten Abänderutigsantrüge wurde der Entwurf jedoch an die Ausschüsse zurückgeleitet, damit ein endgültige und übersichtlicher Text vorliege. Die Spezialdebatte dürfte info$e der in den Vordergrund des Interesses Kftretenen nusaenunri Minenpoliti.'- ie» Ereign aber st; k an Aktualität veri. .eiu A. F. 9500 Flüchtlinge In Holland RU Den Haag, 10. März. Di« Frage der seit November aus Deutsehland nach Holland gekommenen jüdischen und nichtjüdiachen Flüchtlinge beschäftigt weiterhin die Oeffentlichkeit. Bei der Beratung des Justizetata in der Ersten Kammer teilte der Justizminister Goseling mit, dass bisher etwa 9500 Personen -zugelassen seien und dass weitere Zulassungen nur in besonderen Ausnahmefällen erfolgen könnten. Irn Augenblick gibt es sechs Lager für jüdische Flüchtlinge, davon vier für die sogenannten legalen und die übrigen für die sog. illegalen Flüchtlinge. Es wird jetzt die Anlage eines zentralen Flüchtlingslagers in der Vcluwe nahe der Ortschaft Elspeet <zwi.*cl*en Amersfoort und Zwolie, nah«» der Zuidersee) geplant, das Platz für 2S00 bis 3000 Personen bieten soll. Wie der Justizminister mitteilte, soll diö Unterscheidung zwischen legalen und Ultimlen Flüchtlingen in Zukunft wegfallen. Das neue Lager soll nicht nur für Juden, sondern für ftl'e diejenigen offen stehen, die wegen ihres Glaubens aus Deutschland geflüchtet sind. Die Unterbringung der Kinder in : Familien sei ein schwieriges Problem; im allgemeinen; liege e* in ihrem Interesse, in Heimen untergebracht zu! werden. Das zentrale jüdische FlüchtJingsko m i l e e ist; jetzt in seinem neuen Heim Iijnbaansgraeht 366 in Amsterj dam eingerichtet. Ein Stab von SO Mitarbeitertl nuiss die , gewaltige Arbeit bewältigen, die <üe Sorge für die FUiehtj linge erfordert. Die Leitung hat nach wie vor der unermüdj liehe Professor David Cohen. Nach Schätzung des Komi- ■ tees befinden sich zur Zeit 22 bis 24 000 jüdische Flüchtlinge j in Holland. Die Zahl der vom Komitee Unterstützten betrug am 31. Oktober li*3» 9h5, am 30, November 1519. am 31. Dej zember 20Tfi und um 31. Januar 193Ä 1S45 Personen. Die Ge-! »amtausgaben von 1H33 bis Ende 1988 für das gesamte Ar- , Nur Justizminister j beilagebiet des Komitee« betragen 2.8 Millionen Gulden, wo-; zu noch die Ausgaben der Komitees ausserhalb Amsterdams kommen. Der wöchentliche Durchschnittsbetrag belief sich bis zum Oktober auf 12 -13.000 Gulden stieg aber seitdem ständig und wird für Januar mit 37.000 Gulden augegeben. Hi«nu komm«n noch die Kosten für die Lagerbewohner im Betrage von etwa 15.000 Gulden per Woche (das Komitee bezahlt alle KoaUn d«r Lager*. Die growste Sorge des Komitees bleibt die W«Ht>r-Emigration In Ueberseeländer. die unter möglichster Berücksichtigung des individuellen Falles in Zu-; sammenarbeit mit den ausländischen Komitees in die Wege j geleitet wird. Nachdem des Nationalsozialismus die Notwendigkeit der Auswanderung und Beruf»umschichtung für die jüdisch« Jugend r,ut dringenden Aufgabe wurde, wurde in Holland die Stiftung* j „Jüdische Arbeit" ins Leben gerufen, die sich die Ausbildung | junger jüdischer Menschen in Handwerk und LandwirUchalt j zum Ziele setzte. Am 13. März 1934 begannen elf Jungens und j vier Mädchen im Arbeitscamp Nisuwesluis im Nordwestend«« l Wieringermeerpolders mit der Arbeit. A'inüihlion entwickelt* j sich dieses zu der jetzigen ArbeiUisiedlung mit ihren eigenen | Werkstätten, ihren Getreidefeldern und Weiden, ihrem Vieh und ihren Stallen. Der damalige Flüchtling^-Oberkommissar des Völkerbundes James MacDonald legte mm 3. Oktober 1S3T den Grundstein tum Gemeiuachaftsgebäude. . Wl« die tfanze Siedlung wurde auch da* Gemeinscha/tahaus ganx aus eigener Kraft allmählich von 12 Zimmerlewten und 15 Maurern aufgebaut, In diesem Gemeinschaftsgebäude b«- rinden sich ausser dem Speisesaal für 2.v» Personen und d«# Küche auch Räume für Untenrichüszwecke sowie die Bibliothek, in der auch die Synagogendienst'e abgehalten werd««. Auch eine Feuerwehr ist gebildet worden. In d«r Landwirtschaft, dem wichtigsten Teil der AuslrildungsarbeHi werden jetzt 137 junge Leute ausgebildet, Di« 8ledlung begann ihr Werk mit einer Bodenfläche von *0 ha, breitet« sich im Jahre 1937 auf 134 ha aus und im Jahre 1939 wurdta noch 140 ha hinzugepachtet. Auf einem Teil dieses Gebiet« findet unter Leitung eine.s holländischen Bauern die voll» ständig* Ausbildung in Land bau und Viehzucht statt. Es werden Welzen. Hafer. Sommer- und) Wintergerste, Roggen, Kartoffeln. Erbsen, Flachs, Kümmel, Zucker- und Futterrüben angebaut. Eine e4gene Bäcker«! stellt aus dem selbstgebauten Getreide das Brot für di« Siedlungsbewohner her. Die 55 Mädchen werden .zunv_grotten..... Teile im Haushalt abgebildet. Seif 1934 sind nach zweijähriger Ausbildung in der Siedlung 245 Praktikanten in andere Länder weiter gezogen, und zwar 118 na<ch Palästina, 20 nach Süd-Afrika. 31 nach Argentinien und 18 nach Nord- Amerika. Verbindung mit der Goloh Wenn in der letzten Zeit, wie wir selb* aus vielen Zuseht ten wissen, der direkte Kontakt zwischen P; tstina und weilen Kreben der Golah gelitten hat. so ist es besonder* zu begrüasen, das* die palästinensische Tageszeitung „Davtir" sich entschlossen hat, eine Wochen ausgab« zu veranstalten, deren Sinn schon aus ihrem Namen hervorgeht: ,. Davar Lagola" — „Davar für die Golah-. St« enthält nach dem VorbiW der Wochenauagaben der englischen Zeitungen eine R«ihe von. Beiträgen, die im Lauf« der Woche in der Zeitung erschienen sind, und zwar sowohl Nachrichten und redaktionell« A«uaserung«nt »lw auch, waa besonders begruassnswert ist, Darstellungen d«asen. was im Land« im täglichen Leben vor sich geht Ein grosser Teil des Texte* ist punktiert, «Odas« auch dar dea Hebräisctoen weniger Kundige sich einlesen kann. Die Zeitung ist gut gedruckt und mit schonen Bildern versehen. Wir glauben,^««« sie sehr gut geeignet ist, Verbindung mit der Goiafc herzuete!!*». und wir empfehlen allen unseren Lesern, di« des Hebräischen auch nur «inigermaLSsen mächtig sind, von dieser Gelegenheit Gebrauch au machen und den ,Dav«jr Lagola zu abonnieren Besonders gilt di«s für alle Jugend.« gruppen und Chaluzgrupp««. Wir wt«s«n aus Brief««, die wir gerade von solchen Gruppe^ erhalten hab«n, wie *«hf si? nach palästinensischem Informationsmaterial hungern« Wenn sie de,n „Davar Lagola"" ständig lesen, w#rd«n sie nie** nur die geizige Verbindung mit Erez Israel stärken, sondern, was besonders notwendig ist. allmählich auch ihre hebräischen Spcachkenntnisse vervollkommnen. | NU F. BISCHER! Da* neu* Buch ^mi Sigmund Freud, „Der MäWT, j Moses und die monotheistisch« Religion ', erscheint im Monat ________......w______ __. März im Verlag Albert de Lang«, Amsterdam. Im gleich»» chin«sisch«n Hauptstadt, dass nach MitUUunge» offi*i«U«r Verlag erscheint Alma Jf a k l r , ,.Mein Üben mit «jujjjf Kr«i«« di« chin.siseh« R«gi«rung beabsichtige, «in G«M«t für; Mahkr ". 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