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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 4 (1872) · p. Seite 305

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
4 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 305 (sequence 65)
Language
German
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Aus Briefen. 305 tischen Großmächten, deren Schlachtfelder bald Palästina, bald die Ufer des Euphrats waren. Ich habe unlängst zwei Vorträge über diesen Gegenstand gehalten (den einen in einer Versammlung von Gelehrten und den andern in einem Salon, wobei mehrere Generäle zugegen waren), die mit vielem Beifall ausgenommen wurden, besonders meine Hinweisung auf die strategische Bedeutung Palästinas. Vom 19. Juni. Von den beiden in meinem vorigen Briefe erwähnten Vorträgen über die politische Bedeutung Palästinas besitze ich nur wenige Notizen. Der wesentliche Inhalt dieses Vortrags, den ich früher oder später ausarbeiten werde, ist folgender: Die Politik der vorderasiatischen Großmächte und der zwischen ihnen liegenden kleineren Staaten war der der Großmächte in Europa seit dem 17. Jahrhundert sehr ähnlich, und bei den kleineren Staaten Handelte es sich auch nur um die Frage: an wen sich anlehnen? an Assyrien, Babylon oder Aegypten, wie im Westen: an Frankreich und dann später: an Preußen oder Oesterreich. Rivalität der Groß- Mächte unter einander, d. h. zwischen Assyrien, Babylon, Elymais und Aegypten. Die starken und die schwachen Seiten dieser Monarchien, militärisches und administratives Uebergewicht Assyriens und die eroberungssüchtigen Tendenzen dieser Monarchie, das Streben Assyriens, dann Babylons, der Perser u. s. w. zur Eroberung Aegyptens. Für eine assyrische oder babylonische Armee giebt es nur einen Weg nach Aegypten, nämlich über Tapsacus oder Circesium, dann Chamat-Epiphania, Damascus, die Ebenen von Palästina, besonders die Ebene Jsre'el und dann die Schefelah, die philistäische Niederung. Einen andern Weg für eine Armee giebt es nicht, was auch verschiedene Generäle als vollkommen richtig fanden. Schon in sehr frühen Zeiten hat Mesopot. gierige Blicke nach dem reichen Aegypterlande geworfen. Die letzte Station vor Aegypten war Gaza, N72, die erste in Aegypten war Pelusium. Aegypten mußte zunächst, seiner eigenen Sicherheit wegen, Pelusium befestigen, dann die Schefelah sich sichern, mit den Phöniziern sich Verhalten, ohne deren Flotte eine feindliche Armee in Aegypten schwer verproviantirt werden kann (zwischen Gaza und Palästina eine dreitägige Reise durch eine Wüste) und zuletzt auch mit den kleineren Königen in Palästina und Südsyrien aus gutem Fuße stehen. War aber Aegypten mächtig, stellte es sich an den Bierteljahresschrift X. 4. 20

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