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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 3-4 (1875) · p. Seite 308

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
3-4 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 308 (sequence 148)
Language
German
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IRI
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308 Derenbmg. Band enthält im Eingänge den ausführlichen Bericht über - den Unterrichtsplan, den er verfolgte. Man muß es tief beklagen, daß Geiger in dieser neuen Laufbahn, die für die Wissenschaft und die Ausbildung der Zöglinge so fruchtbar geworden wäre , so plötzlich aufgehalten wurde. Man kann nur mit Wehmuth daran denken, was derselbe für biblische Kritik, hebräische Sprachwissenschaft, jüdische Geschichte geleistet hätte, wäre es ihm von der* Vorsehung vergönnt gewesen, längere Zeit sein Lehramt zu bekleiden. . Bausteine der verschiedensten Art liegen in seinen Zeitschriften und andern Arbeiten zerstreut umher, aber der Baumeister fehlt, der dieselben zu einem majestätischen Gebäude vereinigt und erhoben hätte. Möge man mir verzeihen, wenn ich dieses unvollkommene Lebensbild mit einem Worte der Erinnerung an die unvergeßliche Freundin schließe, die, seine treue Lebensgefährtin, ihm zu frühe entrissen ward (am 6. December 1860). Geiger hatte^seine Emilie, die Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns, in Bonn kennen gelernt, und ihre liebliche Anmuth hatte den 22jährigen jungen Mann so gefesselt, daß er sich bald nach seiner Ernennung in Wiesbaden mit ihr verlobte, wenn er sie auch erst nach 7 Jahren als Gattin heimführen konnte. Der Zufall wollte, daß ich sie nie in ihrem häuslichen Kreise sah, wo sie alle Tugenden einer liebenden Gattin und Mutter übte. Mir steht ihr Bild noch in seiner unvergleichlichen Grazie und jugendlichen Frische vor der Seele. Im Hause ihres Mannes lebte ihr gesegnetes Andenken fort, und ich habe nie ohne tiefe Rührung den Namen ״der lieben Mama" im Tischgebete an der Tafel Geiger's vernommen. Sie sind nun beide in der Ewigkeit vereint; ich werde sie nimmer vergessen. I. Derenburg. Aufforderung und Sitte. Ich richte an alle Leser dieser Zeitschrift, an die Freunde und Verehrer meines Vaters, die ergebene Bitte, mir für eine Biographie des Verewigten, welche einen Theil der bald herauszugebenden nachgelassenen Schriften zu bilden bestimmt ist, die Briefe, die sie von ihm besitzen , in Original oder Abschrift, zur Durchsicht und event. Benutzung zuzusenden und versichere sie im Voraus meines herzlichen Dankes und gewissenhaftester Rücksendung. Dr. Ludwig Geiger, Berlin C, Rosenthalerstr. 39.

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