Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Umschau. ihm muß demnach bekannt gewesen sein, daß die Madinchas anders verfahren', und seine Angabe wird durch unfern Codex bestätigt und erklärt. Noch zwei Punkte mögen nicht mit Schweigen übergangen werden. Wir begegnen hier 3, 17 wiederum einem ד»א, einer Schreibweise, welche, wie schon in Urschrift S. 236 nachgewiesen worden, in dem babhl. Codex für die Propheten festgehalten worden, während sie in unserm Texte auf den Pentateuch beschränkt ist. Seltsamer Weise ignorirt Pinsker diese Variante, ja er will sie sogar an zwei Stellen: Jes. 39, 1 und Ezech. 26, 17, die er selbst abdruckt, als bloßen Schreibfehler ansehen (Einl. S. 52 u. 53, 66 u. 75, vgl. diese Ztschr. Bd. II. S. 141 f.). Unsere Stelle bietet einen neuen Beleg. Auf die kritische Bedeutung dieser Variante ist schon genügend hingewiesen. — Für eine zweite schon bekannte sehr interessante Eigenthümlichkeit der babylonischen Voealisation bietet gleichfalls das neue Specimen einen weiteren Beleg zugleich mit einer richtigen Massorah. 4, 8 ist nämlich בלנלכו punctirt, und die Randmassorah bemerkt, das Wort (in der Bedeutung ״von uns", im Gegensätze zu der ״von ihm", welches dort בלבלנר, gleich unserm נלמפו lautet) komme so 24 Male vor. Nun war schon früher nachgewiesen, daß diese bereits von den Alten angegebene Variante, weil in unklaren Ausdrücken besprochen, bis jetzt mißverstanden werden mußte; eine briefliche Mittheilung Pinsker's, welche auch der Randmafforah gedachte, führte erst zur Aufhellung des thatsächlichen Verhältnisses (vgl. Kerem Chemed, Bd. IL (1859) S. 69 ff. und Urschrift S. 487). In diese Mittheilung Pinsker's hatte sich jedoch der Jrrthum eingeschlichen, als gebe die Mass. die Zahl 22 an, und Pinsker selbst (Einl. S. 2) bezieht sich lediglich auf die Abhandlung in K. CH., ohne die Zahl zu berichtigen. Nun haben wir die genauere Angabe, wenn auch freilich die Stellen nicht einzeln aufgezählt sind. Hr. vr. Strack, der in seinen Prolegomena die 22 Stellen nachgewiesen (vgl. oben S. 132), hat nunmehr noch zwei weitere aufzusuchen. Genug, für die. Textesgeschichte bietet die volle Eröffnung dieser Quelle eine sehr schätzenswerthe Bereicherung, und wir sehen daher der treuen Herausgabe des Codex, wie wir sie mit Zuversicht von Hrn. Dr. Str. erwarten dürfen, mit Begierde entgegen. 9. Sept.