Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 2 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau. 131 6. Die Müller Men Kataloge. Aus dem Vorrathe der Buchhandlung Frederik Müller in Amsterdam an hebräischen und jüdischen Werken ist für September ein fünftes, für November ein sechstes Bülletin erschienen, welche zusammen von Nr. 977—1374 reichen und manches schätzbare Werk in vorzüglicher Ausgabe enthalten. Zugleich aber ist eine weitere Bekanntmachung nebst summarischem Verzeichnisse, datirt vom November, erschienen, welche den Entschluß der Handlung ausdrückt, ihrer Thätigkeit auf diesem Gebiete ein Ziel zu setzen. ״Die Schwierigkeit, heißt es nämlich darin, gleichmäßig alle Theile seines Magazins zu besorgen, ist Veranlassung, daß der Unterzeichnete sich entschieden hat, sich desjenigen Zweiges seines Geschäftes zu entledigen, welcher die hebräische und jüdische Literatur umfaßt, und diesen Theil seines Magazins zum Verkaufe 6n 5106 anzubieten. Die Sammlung besteht aus ungefähr 2800 Werken, von denen 1600 hebräisch, 1200 Judaica sind. Unter diesen Werken befinden sich 60 Handschriften, größtentheils unedirt, 40 hebräische, 20 Judaica, wovon 10 spanisch-portugiesisch". Unter 15 Rubriken wird dann eine Uebersicht über den Inhalt dieser Sammlung gegeben, die, indem sie das Wichtigere hervorhebt, uns eine Zusammenstellung werthvoller Werke, zum Theile in den seltensten Ausgaben und Drucken vorführt. Die Erscheinung, daß eine Buchhandlung, die mit solch regem Eifer in den geschäftlichen Verkehr mit der hebräischen und jüdischen Literatur eingegriffen, sich plötzlich von demselben abwendet, scheint auf einen Schaden hinzuweisen, der in demselben sich offenbart, und wir gelangen demselben vielleicht auf die Spur mit den folgenden Bemerkungen. Dieser Verkehr befand sich nämlich ehedem in den Händen jüdischer Antiquare, die sich lediglich diesem Betriebe, mit Ausschluß andern Buchhandels, widmeten. Der Verkehr war dadurch nicht in die Regelmäßigkeit des Buchhandels eingetreten, die Beziehung einer Schrift war sowohl durch mangelnde Verbindüngen als auch durch das Fehlen aller bibliographischen Anzeigen sehr erschwert; aber andererseits waren die Preise der Bücher, so- Wohl der neu erscheinenden als der antiquarisch zu beziehenden mäßig, die Verkäufer begnügten sich mit einem bescheidenen Verdienste und gaben oft Seltenheiten für ein Geringes, wenn sie es für noch Geringeres erworben hatten. Das hat sich seit mehr als 9*