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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1875-01-01 · 1-2 (1875) · p. Seite 153

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
11 (1875)
Issue
1-2 (1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 153 (sequence 157)
Language
German
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Umschau. 153 über sie im I. 1841 aus der hebräischen Zeitschrift ״Zion" l) in die Oeffentlichkeit drang. Allmälig lichtete sich das Dunkel, erweiterten sich die Mittheilungen, und wir lernten ganz bestimmt die Existenz alter babylonischer Handschriften kennen, die auch im Eonsonantentexte manche abweichende Lesart darbieten und dieselbe massorethisch feststellen, ein eignes Punctations- und Accentuationssystem darlegen, das auch abweichende Formen in den Zeichen für die Vocallaute und für die den Satz gliedernden Accente hat. Diese Arbeit der babylonischen Schulen mit ihrer ganzen Textesgestaltung war jedoch dann von einer andern, der palästinischen Schule so ganz verdrängt worden, daß ihre Spur ganz verwischt war. Nun erstand sie mit einem Male wieder aus dem Grabe der Vergessenheit, und man fand bald, daß auch anderweitig Spuren von ihr erhalten sind, die man bisher nur übersehen, daß namentlich die babylonische Gemara und das babylonische Thargum, zumal zu den Propheten, deren Gepräge deutlich an sich tragen. Noch aber ist, nach den mannichfachen Belehrungen, die bereits aus dieser Entdeckung gezogen worden, nach den reichen Darlegungen, die namentlich durch Pinsker zugänglich geworden, der Schatz nicht ganz gehoben und noch weit weniger genügend durchforscht. Hoffen wir, daß neue Kräfte rüstig an diese Arbeit hinangehn werden! Allein Firkowitsch wußte auch auf entlegnere Gebiete sein Augenmerk zu richten, auch dort mit Geschick und Verständniß Verborgnes aus seiner Haft zum Hellen Tageslichte zu befördern. Das beweisen seine Entdeckungen auf dem Gebiete der samaritanischen Literatur. Bei seinem Aufenthalte in Nablus brachte er eine große Anzahl samaritanischer Schriften zusammen, die meistens freilich nur in fragmentarischer Gestalt erhalten, großentheils in arabischer Sprache abgefaßt sind, die er ebenso mit feinem Spürsinne zu entdecken wie mit glücklicher Combinationsgabe ihrem Wesen und ihrem Inhalte nach zu erkennen wußte; manchmal haben Wohl auch mündliche dort eingeholte Belehrungen über das aus den Fragmenten nur zu Errathende oder völlig dunkel Bleibende ihm Aufklärung gegeben. Diese nun in Petersburg aufbewahrten und endlich entsiegelten Schätze harren noch der kundigen Hand, die sie durchmustre, der einsichtsvollen Bearbeitung, die ihren Inhalt zur *) Frankfurt a. M. I S. 152 mit einem Facsimile, vgl. noch S. 135 f. 138 ff.

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