Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 1-2 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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für Wissenschaft des Judenthums. 2. 41 lich Machir, Gilead, Jair, die als Manasse zu einer Einheit zusammenwachsen, festen Fuß fassen, alle als Erstgeborene gellen, dieser kaum niedergeschriebenen Geschichte gehören einige ältere Lieder an, die das Buch Numeri aufbewahrt. In einer spätern Zeit dringen andere Stämme diesseits des Jordan vor, zunächst im Süden Simeon — dem Levi, Wohl blos als Cultusstamm sich, anschließt — und Juda — nach Rüben die älteren — Dan, wiederum ein Erstgeborener, lange umherschweifend, dann aber im Norden sich festsetzend, vorzugsweise aber die Jose fiten, Anfangs noch vorwiegend Manasse,. welcher somit von jenseits nach dem diesseitigen Lande übergreift, dann aber von Ephraim überragt, und endlich noch Benjamin, als der jüngste, aber mit Josef eng verbunden und zugleich an Juda sich anlehnend, während andere Stämme von untergeordneter Bedeutung die genannten vorwiegenden umlagern. Diese Zeit spiegeln uns das Amaleklied in Exodus, das Deborahlied und der Jakobssegen ab, aber auch der Kern des Buches der Richter — mit Ausscheidung einzelner Zusätze und des Anhangs von e. 17 an —, in welchem Manasse so bedeutend gegenüber Ephraim im Vordergründe steht, gehört jener Zeit an. — Die EinwirkungWenjamin's und Saul's, die eine Zeit lang die Hegemonie erringen, ist sicher von weit eingreifenderer Bedeutung, als die Urkunden uns berichten; einzelne Bestandtheile aus dem Buche Samuel wie der Kern des Bileamliedes dürften an diese Zeit hinanreichen. Die Zeiten David's undSalomo's, also der Hegemonie Juda's über alle Stämme, erscheinen uns in den Berichten, welche einer späteren Zeit angehören, da Juda allein auf dem Schauplatze sich erhalten, in sehr idealisirter Darstellung, und schwer dürfte zu bestimmen sein, ob und wie viel Ueberreste schriftstellerischer Thätigkeit von da sich in unserm Schriftthume erhalten haben. Auf sicheren Boden gelangen wir erst in der Zeit des Doppelreiches, in der Efraim an der Spitze des umfasfenöeren Theiles stehend, an Einfluß und geistiger Schöpferkraft das Uebergewicht hat. Amos und Hosea tragen ihr scharfes Gepräge an sich, lassen uns einen Geist erkennen, der in Israel waltete, wie wir ihn aus der Geschichtserzählung nicht ahnen würden. In seiner ganzen hohen Würde, in seinem geistigen und sittlichen Adel tritt da das Prophetenthum schon auf, selbst in sich vollendet und andere vollendete Persönlichkeiten und Leistungen vorbereitend.